Hornissen - Falken unter den Insekten Vorurteile und Unwissenheit gefährden eine faszinierende Tierart.

Wespe - M.Graf

Gefährlich sind Hornissen eigentlich nur für andere Insekten wie Fliegen, Bremsen und Mücken. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) appelliert daher zu mehr Toleranz gegenüber dieser bedrohten Tierart.

‘‘Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd‘‘ – so ist es im Volksglauben überliefert. Dieses Ammenmärchen konnte sich bis heute in unserer Gesellschaft halten und ist leider noch immer der Grund für Ängste oder Unbehagen gegenüber diesen faszinierenden Tieren. Der LBV bedauert, dass die Hornissen trotz ihres Schutzstatus nach wie vor verfolgt und ihre Nester verbrannt, ausgeräuchert oder vergiftet werden.

Dabei hätten sie wirklich etwas Besseres verdient. Denn im Gegensatz zur gemeinen Wespe, werden sie weder am Kaffeetisch noch an der Limonadenflasche lästig. Im Gegenteil - sie sind sehr ruhig und scheu und halten in der Regel einen großen Abstand vom Menschen. Ihr Nest verteidigen sie im Umkreis von 4m, stechen jedoch nur, wenn man dieses direkt berührt oder hineinbläst oder wenn man längere Zeit ihre Flugbahn versperrt. Bevor sie ihre letzte Verteidigungschance nutzen und wirklich zustechen, umkreisen sie jedoch ihren Angreifer und geben ihm die Möglichkeit zum Rückzug.

Wird man tatsächlich einmal gestochen, so ist die Wirkung wie bei einem Wespen- oder Bienenstich. Lindernde Mittel können dann Aussaugen, Kühlen oder Behandeln mit Seifenlauge, Zwiebel- der Zitronensaft sein. Im Übrigen stirbt man selbst nach drei Hornissenstichen nicht, dazu sind mehr als 1000 Stiche notwendig. Für den (seltenen) Fall, dass eine Insektenallergie besteht, kann allerdings ein einziger Stich einen gefährlichen Schock herbeiführen. Gefährlich sind die Hornissen aber nur für andere Insektenarten. So jagt sie im Flug, einem Falken ähnlich, Fliegen, Mücken, Wespen, Bremsen oder nacht- und dämmerungsaktive Schmetterlinge.

Im August wird es zunehmend aktiver in den Hornissennestern. Jungköniginnen und Männchen schlüpfen und sammeln sich dann an einem klaren Spätsommertag im September zum Hochzeitsflug. In dieser Zeit ist das Hornissenvolk am stärksten, und man wird ehesten auf die Tiere aufmerksam, die ungefähr doppelt so groß wie eine Wespe sind.

Mit den ersten Nachtfrösten im Oktober stirbt das Hornissenvolk. Nur die befruchteten Jungköniginnen überleben den Winter in Erdverstecken oder morschem Holz und begründen dann im nächsten Jahr im Mai einen neuen Staat in einem neuen Hornissennest.

Mehr zum Umgang mit Hornissen, Hummeln und Wespen und zu den gesetzlichen Bestimmungen finden Sie im Infoblatt des Landratsamtes München

Wolfgang Kuhn