Umgang mit Wespen und Hornissen am Gebäude

Was ist zu tun, wenn Wespen oder Hornissen Mitbewohner werden?

Erstmal ist zu überlegen, ob Sie sich mit den Wespen oder Hornissen arrangieren können. Sollte das nicht der Fall sein, weil es eindeutig zu gefährlich ist, - beispielsweise weil Sie auf Stiche allergisch reagieren - sollten Sie sich einen Fachmann oder eine Fachfrau suchen. Kammerjäger übernehmen solche Aufgaben. Wenn es sich bei Ihren neuen Mitbewohnern um die Gemeine oder Deutsche Wespe handelt, ist das Entfernenlassen nicht verboten. Muss jedoch ein Hornissennest beseitigt werden, braucht der Fachmann, oder die Fachfrau eine Ausnahmegenehmigung. Diese ist bei der Naturschutzbehörde zu beantragen.

Falls Sie sich entscheiden, dieses Jahr mit den Wespen oder Insekten in enger Nachbarschaft leben zu können, sind vielleicht nachstehende Tipps sinnvoll:

  • Hornissen sind nachtaktiv. Dennoch zieht es sie zum Licht. Um nachts das Fenster geöffnet halten zu können, bringen Sie ein Fliegengitter an.
  • Wenn eine Wespe oder eine Hornisse in Ihr Zimmer geflogen ist, bringen Sie diese wieder nach draußen. Dazu stülpen Sie ein Glas über das Tier, schieben ein Papier drunter und tragen das abgedeckte Glas ins Freie. Dort stellen Sie das Glas ab und nehmen das Papier runter. Hornissen sind friedlich und ein Angriff ist nicht zu befürchten. Wespen reagieren schon aggressiver. Es ist also Vorsicht geboten.

Hornissen - Falken unter den Insekten Vorurteile und Unwissenheit gefährden eine faszinierende Tierart.

Wespe - M.Graf

Gefährlich sind Hornissen eigentlich nur für andere Insekten wie Fliegen, Bremsen und Mücken. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) appelliert daher zu mehr Toleranz gegenüber dieser bedrohten Tierart.

‘‘Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd‘‘ – so ist es im Volksglauben überliefert. Dieses Ammenmärchen konnte sich bis heute in unserer Gesellschaft halten und ist leider noch immer der Grund für Ängste oder Unbehagen gegenüber diesen faszinierenden Tieren. Der LBV bedauert, dass die Hornissen trotz ihres Schutzstatus nach wie vor verfolgt und ihre Nester verbrannt, ausgeräuchert oder vergiftet werden.

Dabei hätten sie wirklich etwas Besseres verdient. Denn im Gegensatz zur gemeinen Wespe, werden sie weder am Kaffeetisch noch an der Limonadenflasche lästig. Im Gegenteil - sie sind sehr ruhig und scheu und halten in der Regel einen großen Abstand vom Menschen. Ihr Nest verteidigen sie im Umkreis von 4m, stechen jedoch nur, wenn man dieses direkt berührt oder hineinbläst oder wenn man längere Zeit ihre Flugbahn versperrt. Bevor sie ihre letzte Verteidigungschance nutzen und wirklich zustechen, umkreisen sie jedoch ihren Angreifer und geben ihm die Möglichkeit zum Rückzug.

Wird man tatsächlich einmal gestochen, so ist die Wirkung wie bei einem Wespen- oder Bienenstich. Lindernde Mittel können dann Aussaugen, Kühlen oder Behandeln mit Seifenlauge, Zwiebel- der Zitronensaft sein. Im Übrigen stirbt man selbst nach drei Hornissenstichen nicht, dazu sind mehr als 1000 Stiche notwendig. Für den (seltenen) Fall, dass eine Insektenallergie besteht, kann allerdings ein einziger Stich einen gefährlichen Schock herbeiführen. Gefährlich sind die Hornissen aber nur für andere Insektenarten. So jagt sie im Flug, einem Falken ähnlich, Fliegen, Mücken, Wespen, Bremsen oder nacht- und dämmerungsaktive Schmetterlinge.

Im August wird es zunehmend aktiver in den Hornissennestern. Jungköniginnen und Männchen schlüpfen und sammeln sich dann an einem klaren Spätsommertag im September zum Hochzeitsflug. In dieser Zeit ist das Hornissenvolk am stärksten, und man wird ehesten auf die Tiere aufmerksam, die ungefähr doppelt so groß wie eine Wespe sind.

Mit den ersten Nachtfrösten im Oktober stirbt das Hornissenvolk. Nur die begatteten Jungköniginnen überleben den Winter in Erdverstecken oder morschem Holz und begründen dann im nächsten Jahr im Mai einen neuen Staat in einem neuen Hornissennest.

Mehr zum Umgang mit Hornissen, Hummeln und Wespen und zu den gesetzlichen Bestimmungen finden Sie im Infoblatt des Landratsamtes München

Beratung zu Wespen und Hornissen

Haben Sie allgemeine Fragen zum Umgang mit Wespen und Hornissen, beraten wir Sie gerne unter: 089 200 270 6

 

Bei weitergehenden Fragen, können Sie sich auch an die Beratungsstelle für Wespen und Hornissen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. der Kreisgruppe München wenden:

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