Konsum mit Herz und Hirn

So klappt der Eigenanbau auf dem Fensterbrett: in torffreier Erde und im Upcycling-Blumentopf (Foto: E. Winkelhofer)

Du willst ein schönes Leben. Du willst genug, aber nicht zu viel, denn Du bist der Meinung, dass die Menschen auch in Zukunft und weltweit ein schönes Leben haben sollen. Du legst Wert auf gutes Essen, bist gern in der Natur unterwegs oder hast Freude beim Gärtnern am Fensterbrett. Es regt Dich auf, wenn Neuanschaffungen günstiger sind, als Reparaturen.

Du würdest gerne öfter dem Motto „gut leben statt viel haben“ folgen und mehr Minimalist sein, doch das klappt noch nicht immer.

Es gibt viele Ursachen, warum es hier nicht einfach ist, nachhaltig zu leben. Aber vielleicht hast Du Lust, die Zukunftswerkstatt zu besuchen. Dort triffst Du Menschen mit ähnlichen Gedanken und gemeinsam finden sich immer leichter kreative Lösungen.

Selbst gemachte Ringelblumensalbe: ohne Tierversuche, ohne Chemie, ohne Palmfett. (Foto: A. Bilang)

Die Zukunftswerkstatt

 

In der Zukunftswerkstatt erarbeitet Ihr Ideen für die Workshopreihe und entscheidet, welche Worskhops letztendlich umgesetzt werden.

In den Workshops kannst Du ausprobieren welche Möglichkeiten es gibt, mit „Herz & Hirn“ zu konsumieren und welche sich für Dich gut anfühlen.

Der Termin für die Zukunftswerkstatt steht momentan noch nicht fest. Bitte schau einfach in einer Woche nochmal hier vorbei.

 

 

Hübsche, wohlriechende Seifen, die sanft reinigen und selbst hergestellt, weder Tier, noch Mensch, noch Pflanze schaden. (Foto: A. Bilang)

Workshops und Treffen

 

Nach der Zukunftswerkstatt sind folgende Treffen geplant:

·         Workshop 1 bis 6: Themen und Zeitpunkt bestimmst Du mit den anderen TeilnehmerInnen in der Zukunftswerkstatt.

Dauer: je ca. 3 Std. .

Wann: je 1 bis 2 x pro Monat, von Mai bis November

·         Abschlussfest, bei dem wir alle Workshop-Ergebnisse vor- und ausstellen.

Dauer: ca. 3 Std.

Wann: November

 

Niemand verpflichtet sich durch die Teilnahme an der Zukunftswerkstatt, alle folgenden Workshops zu besuchen!

Plastikfrei und Spaß dabei – wer weiß, wie es geht, kann gut ohne Plastik shoppen. (Foto: A. Ruetz)

Wer macht mit?

Junge Menschen und / oder Familien.

 

Konsum mit Herz & Hirn  ̶  digital

 Zusätzlich können wir uns online darüber austauschen,

·         welche Alternativen zu Amazon und Zalando wir aufgetan haben

·         und welcher Schuster uns geholfen hat, unsere Lieblingsschuhe zu erhalten,

·         1000 andere hilfreiche Infos weitergeben

und uns gegenseitig zeigen,

·         was wir aus den Dingen machen, die es vom „Himmel regnet“ (z.B. das Wildblumen-Pausenbrot)

 

Diese Infos finden sich dann u.a. auf Facebook (Konsum Herz Hirn) und z.B. einem von den TeilnehmerInnen erstellten youtube-Kanal oder einer anderen Social-Media-Plattform unter dem Namen: Konsum mit Herz & Hirn. (Doch bitte habt Geduld, denn der Projektstart ist im April.)

Eine bunte Samenmischung leckerer Blütenpflanzen. (Foto: A. Baumgarten)

Warum Konsum mit Herz & Hirn?

 

Ein Blick auf die Blacksmith-Liste der am meisten verschmutzten Orte der Welt reicht, um zu sehen, dass unser derzeitiges Konsumverhalten nicht mehr tragbar ist. Denn Boden-, Wasser- und Luftverschmutzung resultieren vor allem daraus, dass wir in unserem Alltag nur wenig über die Konsequenzen unseres Konsumverhaltens nachdenken oder es uns oft einfach zu umständlich, zu teuer oder zu wenig trendy ist, zukunftsgerecht zu handeln.

Und dann im Frühling ging das Projekt los

Warum kaufen/konsumieren wir manche Sachen nicht? (Foto: A.Baumgarten)

Aus der Zukunftswerkstatt in die Workshopgruppe

Auf der einen Seite verpackungsfreier bio-Kuchen, auf der anderen "normaler" (Foto: A. Baumgarten)

36 SchülerInnen haben an der Zukunftswerkstatt teilgenommen.

Nachdem sie sich überlegt haben, was ihnen beim Konsumieren so gar nicht gefällt, haben sie darüber nachgedacht, wie sie das ändern könnten. Und da ist ihnen vieles eingefallen! Für sechs Themen haben sie sich dann entschieden:

1. Plastikfreie, auch microplastikfreie Kosmetik, vegan und ohne Gift

2. Verpackungsfrei einen Kuchen backen

3. Chips und Dips wünschen sich die SchülerInnen regional, palmölfrei und bio

4. ein kostenfreier Sportevent

5. "FAIR"hüten - aus was bestehen Kondome, wie werden sie hergestellt und gibt es die auch in fair, vegan und gesund?

6. Gesunder, nachhaltiger Drink für Sportler

Erstmal trafen sich die Jungen und Mädchen in ihren Teams , um sich in die einzelnen Themen zu vertiefen. Ein paar Wochen später hat jede Gruppe eine Aktion vorbereitet, um ihr Wissen und ihre Erkenntnisse auch mit anderen Menschen zu teilen. Zwischenzeitlich erarbeiteten sie die Aktion und nutzten eine Generalprobe, um sich sicher zu fühlen oder noch Schwierigkeiten zu finden, die zu beheben sind. Insgesamt setzten die Teams sechs Workshops um. Entweder wurden Personen eingeladen, um mitzumachen, oder sie sind auf die Straße gegangen, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen.

So sah das dann aus:

Ein Team stellte Naturkosmetik her und bot einen Workshop für Erwachsene dazu an. Die Kosmetik ist bio, ohne künstliche Zusätze, vegan, ohne Mikroplasitk, riecht gut - rundum gelungen!

Ein anderes Team hat zwei Kuchen gebacken: einen nachhaltig (müllfrei, bio, saisonal, weitestgehend regional, mit Bio-Bruder-Ei :-P), einen normal. Mit Probehäppchen sind sie auf die Straße gegangen, um Passanten probieren zu lassen und, um mit ihnen in ein Gespräch über ihr Konsumverhalten zu kommen.

Die Jungs und Mädels aus dem Workshop "FAIRhüten" baute einen Stand an der Uni auf, um Studenten über die Herstellung von Kondome zu informieren und nachhaltigere Herstellungsverfahren aufzuzeigen. Aber vorher haben sie selbst mal ausprobiert, wie sich Kondome herstellen lassen. Dass das nicht wirklich praktikabel ist, konnten wir nebenher auch noch lernen.

Eine weitere Gruppe hat Smoothies gemixt, die aus saisonalen, (regionalen), Bio-Früchten produziert wurden. Passanten vor der Schule hatten die Möglichkeit, diese zu kosten und durften ihr Konsumverhalten im Interview reflektieren.

Mit der 1. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule war ein Projektteam im Englischen Garten. Sie hatten sich für die jüngeren SchülerInnen einen Sportparcours ausgedacht, den sie in Stationen betreuten. Da Sport oft überteuert angeboten wird, wollte das Team den jüngsten Schulkindern dieses Angebot ermöglichen.

Die sechste Gruppe produzierte aus regionalen bio-Kartoffeln Chips, fertigte Dips dazu und informierte ebenfalls die Passanten bei einer Kostprobe über ihre Beweggründe.

Für uns BildungsreferentInnen war es ein beeindruckendes Erlebnis im Chaos der pubertierenden Jungs und Mädchen dabei zu sein. Wir entdeckten deren Engagement und stellten fest, dass nur die Jugend im Fluss des eigenen Tuns "Berge versetzen kann". Wirklich störend und den Workflow der Teams bremsend, wirkten Erwachsene, die nicht vorher alles geklärt und geregelt haben,  sondern sich in die Handlungsabläufe der Teams einmischten. Respekt diesen SchülerInnen! Und wir BildungsreferentInnen haben in dem Projekt auch einiges gelernt. Danke auch an mein Team :)!

 

 

Und auf facebook unter dem Namen "Konsum Hirn" kann der Projektverlauf auch noch weiter verfolgt werden - mit Tipps, Berichten uvm.

 

 

 

Warum sind nicht alle Kondome vegan? Wie werden die denn hergestellt? (Foto: A. Baumgarten)
Bei der Probezubereitung sah die Küche noch wüst aus. (Foto: A. Baumgarten)
Die Passanten die Smoothies probiert haben, durfte auch ihre Meinung dazu abgeben. (Foto: V. Westermeier)
Die Flyer für den FAIR-hüten-Stand hat ein Mädchen der Projektgruppe selbst zuhause gestaltet. DANKE (Foto: A. Baumgarten)
Die 13- und 14-jährigen schenken den Schülern einer 1. Klasse einen Sport-Event im Englischen Garten (Foto: M. Meidiger)
Der verpackungsfreie Einkauf (bis auf die Schokolade, die war mit Verpackung) kam uns in bio-Qualität nicht teurer, wie verpackte bio-Qualität. Wir hatten nur von den unverpackten Waren keine Reste übrig (die Butter war etwas groß). (Foto: A. Baumgarten)