Gemeinsam Boden gewinnen

I. Hinze Garcia

In kritischen Situationen haben wir Menschen manchmal den Eindruck, dass wir den Boden unter den Füßen verlieren. Flüchtlingen, die in unsere Stadt gekommen sind, ging es wohl nicht anders.

Mit dem Projekt „Gemeinsam Boden gewinnen“ hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) junge Menschen die hier zu Hause sind und junge Menschen die hierher geflohen sind, vernetzt. Viele unterschieldichen Aktionen konnten dazu beitragen, gemeinsam Boden zu gewinnen - im wörtlichen und im übertragenen Sinne.

Warum dieses Projekt?

Das Leben der Menschen hängt von den Böden ab. Der Boden ist keine robuste Substanz, sondern eine sehr dünne Haut voller Leben, deren Fruchtbarkeit unsere Existenz sichert. Doch der Wert dieser Lebensgrundlage wird kaum erkannt. Wie könnte es sonst möglich sein, dass die Fruchtbarkeit der Böden durch unangepasste Landwirtschaft zerstört wird, die Flächen in rasantem Tempo versiegelt werden und ein rigoroser Abbau von Bodenschätzen stattfindet?

Diese Liste könnte lange fortgeführt werden. Doch einer der schwerwiegendsten Gründe, die zur Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit beitragen, sollte an dieser Stelle genannt werden: der Klimawandel. Überschwemmungen und Dürreperioden, deren Ursache im Klimawandel liegen, zerstören die Anbauflächen. Das ist ein Grund für Klimaflucht. Die Menschen fliehen, weil ihre Äcker keine Bewirtschaftung mehr erlauben und Alternativen fehlen, den Lebensunterhalt zu sichern. Der Bodenkann uns nur dann gut ernähren, wenn die Klimabedingungen für ein nachhaltiges Wachstum von Rohstoffen und Nahrungsmitteln gegeben sind. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, liegt in der Hand der Menschen.

Wildfrüchte verarbeiten (A. Bilang)

Hier findet ihr ein Interview zum Projekt, das MUC-Queerbeet mit uns durchgeführt hat: http://www.muenchen-querbeet.de/gemeinsam-boden-gewinnen-mit-jungen-fluchtlingen/

 

Unser Lebensstil und die Flucht – gibt es da Zusammenhänge?
Hier in Deutschland geht es uns gut. Das ist auch schön so. Schöner wäre es, wenn es allen Menschen gut ginge – weltweit. Wie können wir Einfluss darauf nehmen, dass Menschen in ihrer Heimat bleiben können und dort ein gutes Leben haben?

 

 

Kräuter sammeln und zubereiten - was hat das mit einem nachhaltigen Lebensstil zu tun? (A. Bilang)

 

 

Monatstipps

 

Hier sind Monatstipps zum Ausprobieren aufgelistet, die zu einem zukunftsfähigen Lebensstil beitragen können:

 

FEBRUAR: Fasten für die Bodenfruchtbarkeit

Wer noch kein Vegetarier ist, kann jetzt auf Fleisch verzichten. Die Produktion von Fleisch setzt viele Treibhausgase frei, die zur Klimaerwärmung beitragen. Die Klimaerwärmung hat enorme Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Böden (Dürre & Überschwemmungen). Die Böden, die keinen Ertrag mehr liefern, führen zu Hunger und Armut.

Wer bereits das Jahr über auf Fleisch verzichtet, kann sich überlegen, ob während der Fastenzeit die Reduktion tierischer Produkte nicht auch mal ein Versuch wert sein kann. Schließlich tragen auch die Herstellung von tierischen Produkten wie Käse und Butter zum Klimawandel bei. Doch achtet darauf, dass ihr nicht auf Ersatzprodukte ausweicht, die mit dem Flugzeug zu uns geliefert wurden.

Nette vegane Rezepte, auch jahreszeitlich abgestimmt und sojafrei findet ihr hier: http://www.onegreenplanet.org/tag/vegan-winter-recipes/

Alles immer richtig machen geht nicht - klar können wir saisonal und regional, bio sowieso kochen - aber wir wollen ja auch durchhalten, drum seid nicht zu streng mit Euch.

 

Bärlauchernte mit dem Rad (A. Baumgarten)

MÄRZ: Der Frühling kommt & das Fahrrad wird mein treuer Freund 

Darum geht es ja immer wieder:  Der Klimawandel, der mit unserem Ressourcenverbrauch eng zusammenhängt, führt zu Überschwemmung, Dürre, Erosion und somit zum  Verlust von Ackerflächen und so zu Hunger, Leid  und Klimaflucht.

 

So altmodisch es klingt – eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um den Klimawandel zu begrenzen ist noch immer der Verzicht auf das Auto, denn pro Liter verbranntem Kraftstoff setzen wir 2 Kilo CO2 in die Luft. Jährlich produzieren wir Deutschen mit unseren privaten Fahrten 100 Millionen Tonnen CO2.  

Und das, obwohl schon einige Car-Sharing und öffentliche Verkehrsmittel nutzen und unsere Autos so „sparsam“ wurden.

 

Dem Klima und den Böden dieser Welt wird schon geholfen, wenn wir häufiger Fahrgemeinschaften bilden und die kurzen Strecken doch mit dem Rad oder zu Fuß überwinden.

Das bringt doch nichts? Auf diese Frage kann ich nur noch antworten mit  „Kleinvieh macht auch Mist“. Es macht keinen Sinn, immer auf die „Großen“ zu zeigen die „nichts tun“. Jeder von uns trägt einen CO2-Luftballon mit sich herum, der viel zu schwer ist.

 2,5 t CO2 pro Person und Jahr – das ist das Ziel, das wir zu erreichen haben, um den nachfolgenden Generationen Chancen auf ein friedliches, gesundes Leben nicht zu verbauen.

 

Anbei ein link zu dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes: http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/. Damit kann jeder seine persönliche CO2-Bilanz errechnen.

Und jeder kann sich die Frage stellen: Woher nehmen wir uns die Freiheit so zu leben, wie wir leben…

Wiesenblumesnstrauß (LBV)

APRIL: Blumenwiesen sorgen für Vielfalt

Endlich geht der Frühling los und die Natur beginnt aufzublühen. Für viele bedeutet das auch, dass der – oft motorisierte - Rasenmäher wieder Saison hat. Doch dieser macht meistens erheblichen Lärm und stößt dabei auch noch eine Menge Luftschadstoffe aus. Besser ist es da, man greift auf hand- oder solarbetriebene Rasenmäher zurück. Den größten Gefallen kann man der Natur jedoch machen, indem man statt eines kurzen Rasens in seinem Garten eine Wildblumenwiese wachsen lässt. Das spart nicht nur nerviges Mähen und sieht schön aus, es ist auch gut für den Boden (kein Dünger notwendig, gut bei Trockenperioden) und sorgt dafür, dass kleine Tiere darin ein Zuhause finden.

 

Tipps, wie die Wiese in eurem Garten gleichzeitig umweltfreundlich sein und euren Ansprüchen entsprechen kann, findet ihr hier: https://www.lbv-muenchen.de/ratgeber/haus-und-garten/haus-und-garten-einzelansicht/bunte-blumenwiesen/abc23b5f1cb39dcf92b6db9ae9c70fb1.html

 

wahre Bodenschätze (E. Winkelhofer)

MAI: Das Gold in unseren Handys

Unser Boden ist eine wahre Schatzkammer, er verbirgt wertvolle Stoffe wie Gold, Silber und Coltan. Fast jeder von uns trägt diese kleinen Schätze täglich mit sich herum – in unseren Smartphones, Tablets und Laptops.

Doch wie kommen diese besonderen Metalle von dem Boden in unsere Handys? Wie hoch der Preis dafür wirklich ist, wissen leider nur die wenigsten. Denn wo Reichtum lockt ist auch die Gier nicht weit. Große Umweltschäden und unwürdige Arbeitsbedingungen in den Abbaugebieten sind die Folgen, die in Kauf genommen werden. In der DR Kongo ist das große Coltanvorkommen Grund für einen seit Jahrzehnten andauernden grausamen Krieg.

Doch wie betrifft das mich? Was kann ich dagegen tun?

 

Vor allem kann ich versuchen, diese wertvollen Metalle nicht zu verschwenden.

Wie das geht erfährst du hier:

https://utopia.de/0/ratgeber/einkaufsratgeber/darauf-sollten-sie-achten-einkaufsratgeber-fuer-handy-smartphone-und-co-iphone

 

https://www.lbv-muenchen.de/ratgeber/handy-recycling.html

 

Wenn du dich noch weiter zu diesem Thema informieren möchtest, gibt es hier noch einen interessanten Text: https://reset.org/knowledge/umweltproblem-mobiltelefon

 

JUNI: Ich grill heut im Rhabarberblatt!

Die Sonne geht gerade unter, es ist noch schön warm, man sitzt mit Familie und Freunden zusammen, in der Hand ein kühles Getränk und auf dem Grill zischt und brutzelt es. So sieht für viele ein perfekter Sommerabend in der Natur aus. Doch ist wirklich alles perfekt? Wie sieht’s zum Beispiel mit der Alufolie aus, die Fleisch und Gemüse schützen soll?

Aluminium ist ein wertvoller Bodenschatz, seine Gewinnung kostet enorm viel Energie, führt zu Abholzung von Regenwald und setzt giftige Chemikalien frei. Zwar würde sich Aluminium mit wenig Aufwand recyceln lassen, jedoch nicht, wenn es durchs Grillen stark verschmutzt wurde.

Es wäre also am besten, es gar nicht erst zu benutzen… Doch welche Alternativen hab ich?

 

Wie wäre es zum Beispiel damit, Fisch und Fleisch mal in Rhabarber- oder Kohlblätter einzuwickeln, anstatt in Alufolie. Klingt witzig, sieht gut aus und schont nebenbei auch noch die Umwelt.

 

Weitere kreative Ideen für einen rundum perfekten – weil auch noch nachhaltigen – Grillabend gibt’s hier: https://utopia.de/grillen-tipps-nachhaltig-vegetarisch-1350/

 

Außerdem hier noch ein paar Infos zur Aluminium- Gewinnung:

https://www.regenwald.org/themen/aluminium/fragen-und-antworten

 

 

JULI: Der Dreck von dem wir leben

Erde – das ist für uns oft Dreck, der an unseren Schuhen hängen bleibt, unter den Fingernägeln, auf unserer Kleidung. Doch Erde ist so viel mehr als einfach nur Dreck. Fruchtbare Böden sind lebensnotwendig, sie ernähren uns.

Ist uns bewusst, wie kostbar sie sind?

 

In Europa und auf der ganzen Welt wird vor allem auf ertragreiche und günstige Intensivlandwirtschaft gesetzt. Das bedeutet: Monokulturfelder, große Mengen synthetisch-chemische Dünger und ständige Bodenbearbeitung durch Maschinen. Doch das schadet den Böden, stört ihr Nährstoffgleichgewicht, tötet wichtige Mikroorganismen, fördert Bodenerosion und führt irgendwann zur Unfruchtbarkeit ganzer Gebiete.

Dabei sind fruchtbare Böden sowieso nur begrenzt vorhanden und erholen sich sehr langsam. „Boden lässt sich nicht in für den Menschen relevanten Zeitabschnitten ersetzen“ schreibt D.R. Montgomery in seinem Buch Dreck (2007). Er erinnert daran, wie wichtig gesunder Boden ist. In der ökologischen Landwirtschaft wird das bereits beachtet, man versucht den Böden möglichst wenig zu schaden. Wir finden, das ist unterstützenswert.

Lasst uns damit aufhören, unsere Lebensgrundlage wie den letzten Dreck zu behandeln!

 

Hier wird noch genauer beschrieben, wie und in welchem Ausmaß fruchtbarer Boden durch die Landwirtschaft zerstört wird:

http://www.oekosystem-erde.de/html/bodengefaehrdung.html

 

Außerdem hier noch ein paar Infos, was der ökologische Landbau anders macht:

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/landwirtschaft-und-naturschutz/oekolandbau.html

 

Sand – ein kostbares Gut (A. Waider)

AUGUST: Sand - der Boden in unserem Urlaub

Wenn wir vom Sommer träumen, dann häufig vom Meer mit weiten, weißen Sandstränden. Und wenn wir dann das Glück haben, tatsächlich am Strand zu sein, dann ist es immer wieder ein tolles Gefühl den Sand zwischen den Zehen zu spüren und ihn durch die Finger rieseln zu lassen.

Doch habt ihr gewusst, dass 75 - 90% der weltweiten Sandstrände gefährdet sind?

Der Anstieg des Meeresspiegels, bedingt durch den Klimawandel, führt zu einem Rückgang der Strände. Verstärkt wird das Problem häufig durch eine starke Bebauung in Küstennähe. So können Küsten nicht ins Landesinnere ausweichen und folglich werden große Mengen an Sand vom Meer weggespült. Damit weiterhin Strände für den Tourismus garantiert sind, saugen Schwimmbagger den Sand vom Meeresboden an, welcher daraufhin mit hohem Druck an die Küsten gespritzt wird. Strände und Meeresböden sind allerdings wichtige Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten. Durch den Raubbau am Meeresgrund gehen beispielsweise Mikroorganismen und Sedimente verloren, die eine Nahrungsquelle für viele Fische darstellen.

Doch was kann man im Einzelnen dagegen tun?

Es klingt paradox, aber um die Strände zu schützen, müssten wir aufs Fliegen als einer der größten Klimakiller überhaupt verzichten. Wie wäre es ab und zu mit einem Urlaub in der Region?

 

Ziele für nachhaltigeres Reisen findet ihr hier: https://utopia.de/tag/urlaub/

Heimische Pflanzen für den Balkon - in tollen Upcyclinggefäßen (A.Waider)

SEPTEMBER: Boden als Schattenspender

Erinnert ihr euch an heiße Sommertage in der Stadt, wenn der Asphalt vor Hitze nur so flimmerte? Sicherlich habt ihr euch dann ins Grüne gewünscht, dort wo Bäume Schatten spenden und die heißen Temperaturen erträglich sind. Leider werden diese Grünflächen immer weniger. In Deutschland gehen pro Tag rund 75ha Boden verloren; das entspricht einer Fläche von mehr als 100 Fußballfeldern (Die Welt, 2011).

Der Grund dafür liegt in der hohen Flächenver-siegelung durch Wohnungsbau, Industriegebiete und Straßen. Besonders im Sommer wird die starke Bebauung bemerkbar: die wegfallende Kühlung der wasserverdunstenden Pflanzen sowie deren ausbleibende Filterfunktion wirkt sich negativ auf das Mikroklima aus. Aufgeheizte Flächen und eine erhöhte Schadstoffbelastung sind im Sommer keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass versiegelte Flächen wenig Wasser und Luft in den Boden eindringen lassen und somit die Bodenfruchtbarkeit aufgrund schlechter Lebensbedingungen für Bodentiere beeinträchtigt wird. Durch die zunehmende Reduzierung von Grün- und Waldflächen sind daher viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Wie wäre es dem entgegen zu wirken? Indem man seinen Balkon oder seinen Garten mit heimischen Pflanzen und Wildblumen verschönert, wird neuer Lebensraum geboten. Damit tragt ihr nicht nur zu mehr Artenvielfalt bei, sondern schafft euch gleichzeitig einen tollen Rückzugsort nach einem anstrengenden Tag.

 

Tipps für einen artenreicheren Balkon oder Garten:    

https://www.lbv-muenchen.de/ratgeber/haus-und-garten.html

(Foto: A. Waider)

OKTOBER:  Ich bleibe auf dem „Wanderboden“!

Jedes Jahr im Herbst werden sie wieder ausgepackt - die Wanderstiefel. Hoch den Berg hinauf oder einmal durch Wiesen und Wald - Wandern ist so beliebt wie noch nie. Doch ob unser „Wanderboden“ mit seiner Flora und Fauna ebenso begeistert von uns ist, wie wir von ihm?

Wir Wanderer schätzen die Ruhe und Schönheit der Natur. Jedoch bleiben wir nicht immer auf den gekennzeichneten Wegen, sondern laufen auch mal gerne querfeldein. Folgen davon sind häufig eine kaputt getretene Grasnarbe sowie die Zerstörung vieler Pflanzenarten. Zudem können Tiere an ihrem Rückzugsort gestört werden und im schlimmsten Fall diesen Lebensraum dauerhaft meiden. Oft kommt es zu diesen „Entdeckungstouren“, wenn die vorgeschriebenen Wanderwege wenig Interessantes bieten. Ein spannendes Erlebnis könnt ihr dagegen mit Naturguides erleben. Diese sind mit dem Gebiet bestens vertraut und geben viel Wissenswertes zur heimischen Flora und Fauna weiter. Außerdem wissen sie genau, welche Plätze ungestört bleiben sollten.

Gefällt es euch den Boden zu schützen und gleichzeitig viel Neues in Erfahrung zu bringen? Dann informiert euch doch vor dem nächsten Wandertag in eurer Lieblingsregion, ob Naturführungen angeboten werden.

 

Weitere Informationen zum naturfreundlicherem Wandern gibt es vom deutschen Alpenverein: http://www.alpenverein.de/natur-umwelt/naturvertraeglicher-bergsport/bergsteigen-wandern-natur_aid_10289.html

Gerstenfeld (A.Waider)

NOVEMBER: Weniger Bodenerosion durch Ökoprodukte

Draußen regnet es in Strömen, es ist kalt und ungemütlich. Der November hat Einzug genommen. Vor der Nässe geschützt sitzen wir im Warmen, sind froh nicht draußen sein zu müssen. Dagegen sind unsere Ackerböden den Regenschauern schutzlos ausgesetzt. Langanhaltende oder plötzlich stark auftretende Niederschlagsereignisse führen nicht selten zu einer Erosion der oberflächennahen Schichten. Durch den Abtrag gehen in Deutschland pro Jahr und Hektar durchschnittlich zehn Tonnen fruchtbarer Boden verloren, während nur ein bis zwei Tonnen neugebildet werden (BMBF, 2011).

Besonders Anbauflächen mit konventioneller Bearbeitung sind davon betroffen. Durch das Pflügen der Felder werden Erntereste in den Boden eingemischt, wodurch die schützende Bodendecke verloren geht. Regenwasser trifft nun mit einer erhöhten Aufprallenergie auf die Äcker und kann aufgrund wegfallender senkrechter Poren nicht mehr versickern. Auch windschützende Hecken und Feldraine werden immer weiter verdrängt. Die Folgen sind eine zunehmende Bodeninstabilität, die im schlimmsten Fall zum Abtrag des nährstoffreichen Oberbodens führt.

Habt ihr Lust etwas dagegen zu unternehmen? Dann probiert doch mal Produkte aus ökologischer Landwirtschaft. Die bodenfreundlichere Anbauweise erhöht aufgrund einer besseren Durchporung die Infiltrationskapazität und Stabilität der Felder.

 

Mehr zum Thema Erosion und ökologischer Landwirtschaft gibt es auf folgenden Seiten:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/bodenbelastungen/erosion http://ec.europa.eu/agriculture/organic/organic-farming/what-is-organic-farming/producing-organic/index_de.htm

wertvoller Waldboden (A.Waider)

DEZEMBER: Die Braunkohle gehört dem Boden

Morgens im Dunklen zur Arbeit, abends im Dunklen zurück. Zurzeit gibt es nur wenige helle Stunden am Tag und häufig ist es ziemlich kalt. Aus diesem Grund machen wir es uns Zuhause umso heller und wärmer. Kein Wunder also, dass der Bedarf an Strom und Heizenergie im Dezember sehr hoch ist.

Doch was hat das mit unserem Boden zu tun? In Deutschland stammt der Strom zum Großteil aus fossilen Energiequellen, 40% gehen dabei auf den Braun- und Steinkohleabbau zurück. Diese Tagebauwerke bergen jedoch ein hohes Gefährdungspotenzial für den Boden und die Umwelt. Um beispielweise den Abbau von Braunkohle zu bewerkstelligen, wird das Grundwasser bis kurz unter der Kohle abgepumpt. Die Auswirkungen der Wasserabsenkung sind oft noch kilometerweit in den umliegenden Ökosystemen erkennbar.

Besonders stark davon betroffen sind Feuchtgebiete, die demzufolge zunehmend austrocknen. Nach Beendigung der Braunkohleförderung steigt der Grundwasserspiegel zwar wieder an, jedoch führt dies zu einer Versauerung der Böden. In den zurückbleibenden, riesigen Grubenflächen befinden sich für Jahrzehnte keine für die Vegetation so wichtige, fruchtbare Erde mehr.

Möchtet ihr euch für den Schutz des Bodens in den bisher verschont gebliebenen Gebieten einsetzen? Einen wertvollen Beitrag könnt ihr bereits leisten, indem ihr Strom aus erneuerbaren Energien bezieht (Ökostrom) und die Lichter ausschaltet, wenn ihr für längere Zeit den Raum verlasst.

 

Näheres dazu sowie mehr Informationen zu Ökostromanbieter:

https://www.lbv-muenchen.de/ratgeber/energie-und-mobilitaet.html