Arten- und Biotopschutzgruppe Würmtal

Wir sind ein Zusammenschluss von circa 20 Personen, denen die Natur des Würmtals besonders am Herzen liegt. Unsere Aktivitäten konzentrieren sich seit der Gründung unserer Gruppe im Jahr 1999 vor allem auf die Pflege der Schneidergrube bei Gräfelfing und der Biotopfläche am Lichtweg bei Planegg.

Treffen:
Wann? Jeden 2. Donnerstag im Monat, 18:30 Uhr
Wo? Kraillinger Brauerei, Margaretenstr. 59, 82152 Krailling

Kontakt:
Dietlind Freyer-Zacherl
Tel. 089 8573491

Die Schneidergrube in Gräfelfing

Eine seit langem mit allerlei Abfall verfüllte ehemalige Kiesgrube in der Würmtalgemeinde Gräfelfing wird seit vielen Jahren von der LBV-Würmtalgruppe betreut. Zunächst und immer wieder galt und gilt es, die Verbuschung zurückzudrängen, offene Flächen im insgesamt etwa 6 ha umfassenden Areal zu schaffen und zu erhalten. Auf Teilflächen wurden durch die Entfernung der Erdüberdeckung nährstoffarme Kiesflächen geschaffen. Teilweise wurde das Gelände modelliert und in einer größeren Mulde eine natürliche Feuchtfläche geschaffen.

Verdichtung des Bodens mit schwerem Baugerät
Grube 5 in Arbeit. Aus einer Baugrube wird…
… ein Laichgewässer für Amphibien.

Durch Setzungen des Untergrundes entstanden aber über die Jahre immer wieder Undichtigkeiten. Seit 2002 wurde dann mit schwerem Baugerät der Boden verdichtet und schließlich 2005 eine weitere Lage Schluff aufgebracht. Seither ist der Wasserstand stabil, mit etwa 200 – 400 m2 Wasserfläche. Zusätzlich wurden fünf weitere Gewässer von 2 – 50 m2 Wasserfläche mit Kunststoff-Foliendichtung angelegt. Lesesteinhaufen, Benjeshecken, Nistkästen und ein großer mehrjähriger Stapel für das Mähgut bieten Unterschlupf und Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren. Mit diesen Maßnahmen und Angeboten haben wir eine erfreuliche Entwicklung angestoßen:

Die Grasflächen werden artenreicher, auf den Kiesflächen wachsen viele anspruchslose Spezialisten. Zahlreiche Vogelarten sind während der Brutperiode oder durchziehend zu beobachten. Schmetterlinge und andere Insekten nehmen an Arten zu, durch Nisthilfe-Bretter gefördert. Außerdem sind Zauneidechse und Blindschleiche, Erdkröte, Grasfrosch, Berg- und Teichmolch vertreten. Laub- und Wasserfrosch wurden schon gesehen. In der Nähe kommen auch noch Wechselkröten vor.

Erstaunlich ist auch der Bau einer Fuchsfamilie und das immer wiederkehrende Auftreten von Rehen. Das Areal verlangt laufende Pflege zum Zurückdrängen von Riesenbärenklau, Großknöterich und Goldrute, sowie Mähen und Schlegeln von Teilflächen mit Stapeln des Mähguts.

Eine schwere Gefährdung der weiteren Entwicklung stellt die Planung einer neuen Staatsstraße dar, die eine nicht unerhebliche Teilfläche des Areals in Anspruch nehmen würde.

Grünzug am Lichtweg, Planegg

Skizze des Grünzugs am Lichtweg mit Weiher, Wiesen und Hecken

Die Erhaltung größerer zusammenhängender Flächen innerhalb von Gemeinden ist heute von unschätzbarem Wert. Sie verbessern das Kleinklima, dienen der Naherholung. Sie sind auch Rückzugsgebiete für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Ausgehend von der Anlage des Lichtwegweihers versucht die Gemeinde Planegg seit über 20 Jahren entlang des Lichtweges naturnahe Strukturen zu schaffen und zu erhalten.

zu 1. Der Lichtwegweiher 
Der Weiher ist Laichgewässer für Amphibien: Erdkröte, Gras- und Laubfrosch und Molche finden hier Fortpflanzungsmöglichkeiten, ebenso wie einige Libellenarten, z.B. Plattbauch, Königslibelle, Mosaikjungfer und Heidelibelle.

Der Lichtwegweiher wird regelmäßig gepflegt, sonst würden die Wiesen verbuschen, der Weiher verkrauten und verlanden. 

Der Lichtwegweiher ist auch Anschauungsobjekt für viele Führungen und für Biologieunterricht im Freien.

zu 2. Schmetterlingswiese
Um gute Wachstumsbedingungen für Wildkräuter, die auf nährstoffarme "magere" Böden angewiesen sind, zu schaffen, wurde teilweise der nährstoffreiche Oberboden entfernt. Trotzdem empfiehlt es sich, jedes Jahr im Herbst größere Mengen des gewachsenen Pflanzenmaterials zu entfernen, um den Boden weiterhin auszumagern. Die Wildkräuter, wie Wilde Karde, Färberkamille, Gelbe Nachtkerze und viele mehr, dienen vielen Schmetterlingen als Nahrungspflanzen. Landkärtchen, Zitronenfalter, Admiral, Distelfalter und Blutströpfchen lassen sich hier an den Blüten beobachten.

zu 6. Herlhecke
Die Herlhecke ist eine alte gewachsene Baum- und Strauchhecke, hauptsächlich bestehend aus Esche, Feldahorn, Bergahorn, Vogelkirsche und Stieleiche, sowie Pfaffenhütchen, Schlehe, Liguster und Wolligem Schneeball. Sie ist amtlich kartiertes Biotop und wird von einer Vielzahl von Vögeln genutzt: Goldammer, Kohlmeise, Blaumeise, Zilpzalp, Garten- und Mönchsgrasmücke, Buchfink, Buntspecht, Ringeltaube und Kuckuck (selten). Nach Norden hin wurden heimische Bäume und Sträucher als "Verlängerung" der Hecke gepflanzt.

zu 9. Streuobstwiese
In lichtem Abstand gepflanzte Obstbäume unterschiedlicher alter Sorten: keine Verwendung von Dünger oder Agrochemikalien. Streuobstbestände haben seit Jahrhunderten zu unserer Kulturlandschaft gehört und sind heute zunehmend gefährdet. Sie zeichnen sich durch einen besonders hohen Reichtum an Arten und Individuen vor allem der Tierwelt aus.

zu 10. Stemmerwiese
Durch zweimalige Mahd im Juni und September und Entfernen des Mähguts werden dem Boden Nährstoffe entzogen, dadurch können sich Wildblumen, die auf gedüngten Wirtschaftswiesen nicht konkurrenzfähig sind, im Laufe der Zeit sich wieder ansiedeln, die Artenvielfalt nimmt zu.

Verschiedene Teilflächen werden 2 x jährlich, 1 x jährlich oder gar nicht gemäht. Dadurch entstehen eng nebeneinander unterschiedlich strukturierte Lebensräume, was den Artenreichtum bei den Pflanzen und damit auch bei den Tieren erhöht. Heuschrecken: Großes Heupferd, Roesels Beißschrecke und Schmetterlinge: Großer und Kleiner Kohlweißling, Weißrandiger Mohrenfalter, Braundickkopf.

20 Jahre Lichtwegweiher
Wilde Malve
Steinsamen
Lichtwegweiher
Erkundung des Weihers
Dauerlein