Rückblick auf das Jahr 2012


Auftakt war die Jahrestagung der südbayerischen Fledermausschützer am 17. 3. in Martinsried. Wie in den letzten Jahren organisierte der AK mit vielen Helfern die Verpflegung der über 120 Teilnehmer, die sich darüber jedes Jahr sehr freuen.

Unser Fledermausfest im 25. August war wegen Umbauarbeiten im Rumfordschlössl abgesagt, nur die abendliche Führung sollte stattfinden. Trotz ungünstiger Wetterprognose waren aber 220 unverdrossene Erwachsene und 34 Kinder doch gekommen. Die Kleinen hatten Spaß bei ihrer Kinder-Fledermaus-Führung und auch die erwachsenen Teilnehmer harrten aus, bis Referenten und Teilnehmer völlig durchnässt waren! Die Stimmung war aber trotz des Regens gut!

Insgesamt boten wir fast 40 Führungen, Vorträge, Schul- und Kindergartenbesuche an. Viele Baum- und Quartierkontrollen nahmen unsere Zeit in Anspruch.

Schlecht:

 

  • Am 5.Januar zerbrach bei dem Orkantief Andrea im Englischen Garten ein Quartierbaum und ca. 40 Abendsegler waren mit einem Schlage obdachlos. Dank aufmerksamer Passanten konnten 27 Tiere in unsere Obhut gebracht werden, 3 Tiere starben leider. Die Übrigen konnten wegen des starken Sturmes nicht gerettet werden und mussten in der Baumruine verbleiben. Wir hoffen, dass sie es trotz Kälte und Sturm geschafft haben, ein neues Quartier zu finden und dass sie überlebt haben.
  • Die tiefen Frosttemperaturen (-20°) zu Anfang des Jahres verursachten sicher für mehr  Fledermäuse als gewöhnlich den Tod während des Winterschlafes. Vor allem Fledermäuse, die kein optimales Winterquartier gefunden hatten, waren betroffen.
  • Unser Vorzeigepflegling, ein Abendseglermännchen - „ der Dicke“- ist heuer im Frühjahr nach 11 Jahren in Pflege an Altersschwäche gestorben.
  • Anruf von einem Hotelpförtner um 3:00 Uhr nachts, weil in der Lobby eine Fledermaus umher flog. Der Mann wurde von uns beraten, was er tun könne. Um 4:00 erneut ein Anruf, bei dem er sich für die gute Beratung bedankte – die Fledermaus war hinaus geflogen und wir zum zweiten Mal in dieser Nacht um unseren Schlaf gebracht!

Gut:

 

  • Anrufe aus ganz Europa – der nördlichste kam aus Norwegen.
  • Juvenile Fundtiere wurden in 3 Fällen ihren Müttern wieder zum Abholen angeboten und von diesen auch wieder abgeholt.
  • Als wahre Tierfreundin erwies sich eine Dame aus Ottobrunn, die eine kleine Fledermaus gefunden hatte. Sie hatte kein Auto und uns war es durch besondere Umstände nicht möglich, das Tier zu holen. So entschloss sie sich zu einer Fahrt mit dem Taxi (hin und zurück 30 km!) um für das Tier eine schnelle Versorgung zu gewährleisten.
  • Die freiwillige Feuerwehr in Pullach stellte uns eine Drehleiter zur Verfügung, um ein kleines Zwergfledermausbaby wieder in sein Quartier zurück krabbeln zu lassen.
  • Zwei Abendsegler kamen nach über einem Jahr Pflege wieder frei.
  • In einem Werkraum der Firma BMW wurde eine versehentlich eingeflogene Fledermaus entdeckt, die sich als Kleinabendsegler heraus stellte, der bei uns sehr selten ist. Er konnte wieder frei gelassen werden.
  • Drei nicht flugfähige Abendseglerweibchen brachten in der Pflegestation 5 Junge zur Welt, die sie selbst großzogen und die dann alle im Englischen Garten ausgewildert werden konnten. Auch die Zwillinge einer Rauhautfledermaus konnten gleichzeitig in Freiheit entlassen werden.
  • Eine Zwergfledermaus wurde mit einem tiefen Riss der Flughaut bis zum Unterarm und fehlendem Endglied des V. Fingers in Garmisch-Partenkirchen gefunden. Es war zweifelhaft, ob sie die Verletzung überstehen würde. Das sehr energische Tier lernte sofort, selbst zu fressen, nach 14 Tagen war der Riss fast verheilt, nach weiteren 2 Wochen konnte sie gut flugfähig entlassen werden.
  • Für Spenden sind wir natürlich immer sehr dankbar! Ende des Jahres erreichte uns eine Einzelspende von 2000€ von Frau Rosner! Diese werden wir für den Kauf von Mehlwürmern, Fledermauskästen und Verbesserungen an unserer Volière einsetzen.

 Herzlichen Dank!


Fledermäuse in Zahlen

Insgesamt betreuten wir 249 Pfleglinge.

  • Davon kamen 154 wieder frei, 70 Tiere starben, 25 Pfleglinge sind noch im Winterquartier.
  • Von den Pfleglingen waren mindestens 32 Katzenopfer und es wurden heuer ungewöhnlich viele, d.h. 44, Jungtiere gepäppelt!
  • Der Ak fuhr leider ca. 3800 km mit dem Auto, um Aktionen zu erledigen und kam auf ca. 380 Arbeitsstunden - ohne die Versorgung der Pfleglinge und die vielen, vielen Stunden am PC.
  • Unsere Pfleglinge fraßen u.a. etwa 16 kg Mehlwürmer im Wert von 200,--€.


Die einzelnen Arten waren:

33 Zweifarbfledermäuse
60 Rauhautfledermäuse
26 Abendsegler
27 AS im Englischen Garten
1 Kleinabendsegler
3 Nordfledermäuse
52 Zwergfledermäuse
19 Bartfledermäuse
20 Weißrandfledermäuse
4 Langohrfledermäuse
4 Wasserfledermäuse


Der AK bedankt sich für Ihr Interesse und hofft auf weitere Unterstützung.

Margarete Kistler 20.1.2013