Arbeitskreis Fledermäuse

Drei Große Abendsegler in guten Händen – T. Kistler

Die meisten einheimischen Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht. An geeigneten Stellen finden sie – auch innerhalb der Stadt – Unterschlupf. Doch diese Quartiere sind häufig bedroht. Deshalb setzen wir uns im Raum München für Fledermäuse ein. 

Sie wollen mitmachen? Dann melden Sie sich bitte bei:

Dr. Irene Frey-Mann
089 / 15970590

Margarete Kistler
0177 / 6422756

Fledermaus gefunden - was tun?

Zweifarbfledermaus, verfangen im Taubennetz – T. Kistler

Fledermäuse sind nachtaktiv, tagsüber leben sie in Verstecken. Es ist deshalb ungewöhnlich, eine Fledermaus bei Tag außerhalb ihres Quartiers zu finden. Ist es doch der Fall, dann tauchen viele Fragen auf: Ist sie lebendig oder tot, gesund oder krank, bei Kräften oder erschöpft, jung oder alt, verirrt? Wie soll ich mich verhalten?

Wichtige Hinweise und unseren Fledermaus-Notruf finden Sie im Ratgeber

Was tut der AK Fledermäuse?

Der Arbeitskreis auf Exkursion in Freising

Wir nehmen Meldungen über Fledermäuse und Fledermaus-Quartiere entgegen. Bei Notrufen aus der Bevölkerung nehmen wir verletzte oder geschwächte Fledermäuse auf zur Pflege, zur Überwinterung und zum Auswildern. 

Wir suchen und betreuen Fledermausquartiere in München und nehmen jährliche Bestandskontrollen vor. 

Wir nehmen Kontakt mit Hausbesitzern auf, um Quartiere zu sichern. 

Wir beraten die Hausbesitzer bei ev. notwendig werdenden Renovierungen und versuchen, Quartiere zu erhalten oder Ersatz-Quartiere zu schaffen. 

Wir beraten Anrufer, die etwas für Fledermäuse tun wollen.

Wir bauen Sommer- und Winterkästen für Fledermäuse und hängen sie auf, wo es notwendig ist.

Wir sprechen mit Verantwortlichen, um Fledermausbäume zu schützen. 

Wir machen „Reklame“ für Münchens Fledermäuse und informieren über diese faszinierenden Tiere mit Vorträgen und Führungen. Dafür besuchen wir auch Schulklassen und Kindergruppen.

Möchten Sie Fledermäuse erleben?

Auf den Spuren der nächtlichen Jäger: Fledermaus-Führung bei der Batnight.

Zur Fledermaus-Saison, das heißt jeweils Ende April, Ende August und Mitte September, bieten wir Fledermaus-Führungen im Englischen Garten an. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungsprogramm. Bei ausreichender Teilnehmerzahl bieten wir Ihnen auch zusätzliche Führungen, Vorträge und Besuche in Schulklassen oder bei Kindergruppen an.

Jedes Jahr Ende August feiern wir die „Batnight“, ein großes Fest im Rahmen der „Europäischen Nacht der Fledermäuse“. Wir machen auch mit bei der „Nacht der Umwelt", die das Referat für Umwelt und Gesundheit jedes Jahr veranstaltet.

Rettungsaktion: Abendsegler aus dem Winterschlaf geschreckt.

Hier wird ein Fledermaus-Winterquartier vorsichtig abgeseilt – T. Kistler

Oft erkennt man Quartiere leider erst wenn sie vernichtet werden. Bei einer Baumfällung im Februar 2011 beim Siegestor wurde versehentlich ein großes Winterquartier zerstört. 

Die Männer einer Baumfäll-Firma hatten uns um Unterstützung gebeten, da sie aus vorherigen Kontakten wussten, dass die Spechthöhlen in der Esche, die sie fällen sollten, verdächtig auf ein Fledermausquartier waren. Toni Kistler wurde deshalb mit einem Hubsteiger zu der Höhle hinaufgefahren und konnte mit dem Endoskop einige Abendsegler in der Baumhöhle erkennen. Die obere Naturschutzbehörde erteilte die Ausnahmegenehmigung zur Fällung unter der Voraussetzung, dass der AK vor Ort mit dabei war. So wurde der verdächtige Teil des Stammes vorsichtig abgesägt und abgeseilt, um die Fledermäuse nicht zu verletzen.

Am Boden ergab sich bei genauerer Inspektion, dass nach Bergung von fünf Fledermäusen immer noch einige Tiere in der Tiefe zu sehen waren. Nach mehrmaligem weiteren Kürzen das Stammteiles waren schließlich 10 weitere Tiere aus dem Stamm in Sicherheit gebracht. Da wir vermuteten, dass sich noch mehr Abendsegler hier zum Winterschlaf versteckt hatten, nahm Familie Kistler den Stamm mit und brachte ihn in ihre Voliere. In den nächsten Tagen wachten die Abendsegler sukzessive auf und am Ende kamen insgesamt 109 Tiere hervor! Dann galt es, die teilweise gering gewichtigen Tiere etwas aufzupäppeln, um ihnen mit einem guten Startgewicht reelle Chancen in Freiheit zu geben.

Leider ist so wieder ein großes Abendsegler-Winterquartier unwiederbringlich zerstört! Aber wenigstens konnte eine große Anzahl der Tiere gerettet werden!

Margarete Kistler 2011

Welche Fledermausarten gibt es in München?

Braunes Langohr - A. Zahn

Acht verschiedene Arten von Fledermäusen kann man in München regelmäßig antreffen. Wer mehr über das Aussehen und die Lebensweise dieser Tiere wissen will, kann in unseren Artensteckbriefen stöbern. 

Wie leben Fledermäuse?

Im Sommer leben viele Fledermäuse mit uns Menschen unter einem Dach: In engen Spalten, in Speichern, hinter Holzverkleidungen an Hausmauern, hinter Fensterläden, in Rollokästen, in Spalten unter Flachdächern. Andere verbringen den Tag in alten, hohlen Bäumen, in Spechthöhlen, hinter abgelöster Rinde oder in Vogel- oder Fledermauskästen.

Oft fällt bei Quartieren nur der unten liegende Kot auf. Fledermauskot sieht ähnlich aus wie Mäusekot, ist aber glänzender und nicht so kompakt, er lässt sich leicht zerbröseln. Er ergibt aufgeschwemmt einen vorzüglichen Blumendünger.

Den Winter verbringen Fledermäuse in kühlen, feuchten frost- und zugfreien, konstant temperierten und störungsfreien Verstecken. Das können sein: Hohle, dicke Bäume, Keller, Stollen, natürliche Höhlen oder Felsspalten oder auch Brennholzstapel.

Warum sind Fledermäuse gefährdet? Was können wir für sie tun?

Man kann nur schützen, was man kennt: Plakette an einem bekannten Fledermausbaum.

Fledermäuse haben nur wenige natürliche Feinde (Eulen, Greifvögel, Steinmarder und Waldmäuse). Oft kommt es durch Hauskatzen zu tödlichen Verletzungen. In manchen Jahren führen ungünstige klimatische Faktoren wie länger anhaltendes nasskaltes  Wetter zu einer erhöhten Sterblichkeit - vor allem unter den Jungtieren. Die größte Gefahr geht jedoch von uns Menschen aus.  Hier sind die fünf wichtigsten Gefährdungen:

1. Fledermäuse finden nicht genug Insekten-Nahrung, da in der Landwirtschaft und auch in Privatgärten oft Pestizide ausgebracht werden.

Deshalb hilft es, vermehrt ökologische Lebensmittel zu kaufen, kein Gift in Haus und Garten auszubringen, auch heimische Pflanzen als Insektennahrung auf Balkon oder Garten anzupflanzen.

2. Sie finden keine Unterkünfte.
Deshalb hilft es, Bäume alt werden zu lassen und alte Bäume stehen zu lassen. Bei Aus- und Umbau ihres Hauses sollten Sie Einschlupf-Öffnungen und Quartiere erhalten oder neu schaffen. 

Sie können den Fledermäusen auch helfen, wenn Sie im Garten einen Fledermauskasten anbieten. Fledermaus-Flachkästen können Sie in unserem Laden in der Klenzestraße 37 kaufen oder auch einfach selbst bauen PDF "Bauanleitung für Fledermaus-Flachkästen“.

Ein Fledermaus-Flachkasten am Baum.

3. Sie werden in ihren Quartieren gestört.

Deshalb hilft es, Umbauarbeiten nicht während ihrer Anwesenheit durchzuführen und Höhlen und Stollen im Winter nicht zu begehen und dort kein Feuer zu machen.

4. Sie fallen Gift durch Hautkontakt zum Opfer.

Deshalb hilft es, umweltverträgliche Holzschutzmittel zu verwenden und Holzwurmbefall in Dachstühlen mit der Heißluftmethode zu bekämpfen.

5. Sie sterben bei Unfällen.

Deshalb hilft es, Gefäße, die als Fallen wirken, abzudecken, z.B. Regentonnen, Eimer, Vasen.

Weiterführende Links:

www.noctalis.de - Fledermaus-Erlebnis-Ausstellung in Bad Segeberg.