Zwischenstand zur Stunde der Wintervögel 2017

An der laufenden „Stunde der Wintervögel“ haben sich deutschlandweit bereits mehr als 90.000 Vogelfreunde beteiligt (Stand 10.1.). Das sieht nach einer Rekordbeteiligung aus. Nicht ganz so eifrig wie in den Vorjahren waren zwar die Müncherinnen und Münchner bei der Sache, doch auch hier liegen uns Beobachtungen aus 1300 Gärten vor. Wir hoffen natürlich, dass bis zum Meldeschluss am 16.1. noch viele Meldungen eintrudeln.
Die bisherigen Daten zeigen, dass die Zahl der je Garten beobachteten Vögel mit 20 im Stadtgebiet und 25 im Landkreis deutlich niedriger ist als in anderen Jahren. Betroffen sind besonders Grünfink, Kleiber und sämtliche Meisenarten, und dies deckt sich mit den Trends im Rest Bayerns und ganz Deutschlands. Wie diese Rückgänge zu erklären sind, ist nicht ganz klar. Vermutlich spielt ein wenig ausgeprägtes Zuggeschehen im vergangenen Herbst eine Rolle dabei, wie auch das gute Nahrungsangebot in den Wäldern. Die Karte für die Kohlmeise zeigt, dass Rückgänge zwar in ganz Deutschland zu beobachten sind, am deutlichsten aber im Westen und Süden der Republik ausfallen. Im Osten dagegen sind die Zahlen nur wenig niedriger als im Vorjahr. Ein ähnliches Muster zeigt sich übrigens auch für andere Vogelarten wie zum Beispiel die Schwanzmeise, den Seidenschwanz oder den Bergfink , und das deutet darauf hin, dass tatsächlich das Zuggeschehen, bzw. die räumliche Verteilung der Wintergäste eine Rolle spielt.
Zulegen konnte dagegen die Amsel, die vermutlich vom feuchten Frühjahr zumindest insofern profitieren konnte, als Regenwürmer in großer Zahl verfügbar waren. Insektenfresser oder Arten, die ihre Jungen mit Raupen oder Fluginsekten aufziehen, hatten dagegen mehr Schwierigkeiten, genug Nahrung zu finden.
Wir sind gespannt, was wir noch alles durch die Zählung erfahren werden. Vielen Dank allen Vogelfreunden, die zum Gelingen dieser Stunde der Wintervögel beigetragen haben.

 

Die Ergebnisse für Bayern sind hier zusammengefasst.
Die deutschlandweiten Daten gibt es hier.