Stunde der Wintervögel 2010 mit Rekordbeteiligung
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Im fünften Jahr ihrer Durchführung schlug die Beteiligung bei der Stunde der Wintervögel alle Rekorde. Es beteiligten sich 17.679 Bayern, die in ihrem Garten, am Futterhaus oder in einem Park am 6.1.2010 jeweils eine Stunde lang die Vogelwelt beobachteten. Insgesamt wurden 514.836 Vögel in 12.341 Meldungen gezählt. Damit ist die diesjährige Stunde der Wintervögel die mit Abstand größte Vogelzählung, die jemals in einem deutschen Bundesland stattgefunden hat. Für jeden Landkreis in Bayern liegen jetzt aussagekräftige Ergebnisse vor. Außerhalb Bayerns hat sich die Stadt Wien beteiligt (hier rief der LBV-Partnerverband birdlife Österreich zur Zählung auf). Wir haben uns besonders gefreut, dass sich auch in München Stadt und Landkreis die Teilnehmerzahl noch einmal deutlich erhöht hat. Viele Teilnehmer haben uns auch heuer wieder schöne Fotos geschickt: Vom Treiben an ihren Futterhäusern und von ihren vogelgerechten Gärten. Eine kleine Auswahl sehen Sie auf dieser Seite. Weitere Fotos auf www.lbv.de. Über die Hälfte der Melder nutzte die Online-Eingabemöglichkeit – und zwangen am Tag der Zählung damit den Server des LBV mehrmals in die Knie! Dennoch mussten die anderen Meldungen von haupt- und ehrenamtlichen Helfern wieder in einem Eingabemarathon per Hand eingegeben werden. Allen, die so fleißig Vögel gezählt, eingegeben oder uns sonst mit Rat und Tat unterstützt haben, sagen wir:
Shootingstar 2010: Der Erlenzeisig
Comeback des Haussperlings?
Die Vogel-Hitparade:
Auf Platz 3 vorgerückt ist der Grünfink, der nun vor der Amsel liegt. Der Feldsperling konnte Platz 5 behaupten. Bei den ersten fünf Plätzen zeigt sich ein klares Stadt-Land-Gefälle. Amsel und Kohlmeise lagen in den gesondert ausgezählten Stadtgebieten von München, Ingolstadt und Nürnberg weiter vorn als auf dem Land. Der Feldsperling und der Grünfink belegten dafür im ländlichen Raum Spitzenplätze. Offensichtlich profitieren Amsel, Kohl- und Blaumeise von den vielen alten Bäumen im städtischen Bereich. Die bayerische Gesamttabelle finden Sie in Tabelle 1. Bayern: Der warme Süden? Trotz des zweiten kalten Winters in Folge ist der Trend, dass ehemals reine Zugvögel in Bayern überwintern, ungebrochen. Der Star, früher ein typischer Zugvogel, wurde in den Weinbaulagen Unterfrankens in großer Zahl als Überwinterer festgestellt. Der Hausrotschwanz, dem man früher kaum zutraute, den kalten bayerischen Winter überleben zu können, wurde 338 Mal festgestellt. Tendenz seit 2006: steigend. Auch Wintergäste wie der Bergfink und die Wacholderdrosseln besuchten uns heuer wieder. Im Landkreis Miesbach schaffte es der Bergfink auf Rang 1; der Münchner Altbaumbestand in den Grünanlagen lockte auch in diesem Winter große Mengen Wacholderdrosseln an (Platz 10 in München / 22 in Gesamtbayern), die sich an Vogel- und Mistelbeeren satt fressen konnten. München: attraktiv als Lebensraum?
Neue Erkenntnisse zur winterlichen Vogelfütterung: Sehr viele Teilnehmer der Stunde der Wintervögel zählten am Futterhaus im Garten oder am Balkon. Das erlaubt eine ganz neue Bewertung der winterlichen Vogelfütterung. Insgesamt wurden 57 verschiedene Vogelarten an Futterstellen festgestellt, im Durchschnitt 9,1 Arten. Ohne Futterstelle waren es nur sechs Arten. An Futterstellen werden auch knapp 50 % mehr Vögel gezählt als in Gärten ohne Futterstelle. Besonders stark nutzen Stieglitz, Feldsperling und Buchfink das menschliche Angebot. Rabenkrähe, Saatkrähe und Elster kommen weniger häufig ans Futterhaus, weil sie in den Siedlungen genug andere Nahrungsquellen finden. Am Futterhaus finden sich auch ehemals reine Zugvögel, die sich im Zuge der Klimaerwärmung auf eine Überwinterung in Bayern umstellen könnten: Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Star, Heckenbraunelle und Hausrotschwanz. Aus England ist bereits bekannt, dass die Kombination aus milder werdenden Wintern und Vogelfütterung sogar zur Entstehung neuer Arten führen kann. Die in England überwinternde Mönchsgrasmücke ist gerade auf dem Weg dorthin. Glückliche Gewinner Den 1. Preis, ein hervorragendes Vogelbeobachtungs-Fernglas von Swarovski-Optik gewann Ulrich Burgarth aus Obing im Landkreis Traunstein. Über den 2. Preis, eine Digitalkamera von Foto-Video Sauter darf sich Herr Wittmann aus Forstinning im Landkreis Ebersberg freuen. Weitere Zähler aus München Stadt und Landkreis gewannen Geschenkgutscheine der Hofpfisterei, die in ihren Bäckereien nur Getreide aus ökologischem Anbau verwendet. Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern, und herzlichen Dank auch unseren Sponsoren! |
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Und wir freuen uns über die vielen netten Zuschriften, die uns zeigen, dass Sie Spaß bei der Vogelzählung hatten!
Übrigens: Wie wurde im letzten Winter gezählt? Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2006, 2007, 2008 und 2009 können Sie hier nachlesen. |
Liebevoll verziertes Briefkouvert: Da freut sich das LBV-Team! Danke, Sebastian Exinger! |