Stunde der Wintervögel 2011: Die Stunde der Wintervögel wird immer beliebter!
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Wir sind begeistert! Die Stunde der Wintervögel 2011 war wieder einmal ein Riesenerfolg. An der zum 6. Mal stattfindenden Aktion beteiligten sich dieses Jahr mehr als 85.000 Teilnehmer, die zwischen dem 6. und 9. Januar eine Stunde lang Vögel in ihrem Garten, am Balkon oder im Park beobachteten. Diese hohe Zahl ergibt sich auch daraus, dass heuer zum ersten Mal gemeinsam mit dem NABU deutschlandweit, sowie in ganz Österreich, veranstaltet von birdlife Österreich, gezählt wurde. Die Bayern lieben nach wie vor ihre Wintervögel - die Zahl der beteiligten Vogelliebhaber stieg im Vergleich zum Vorjahr um 20%: 21.352 Teilnehmer berichteten dem LBV ihre Ergebnisse. |
| Insgesamt wurden in Bayern 642.043 Vögel in 15.179 Meldungen erfasst. Auch in Stadt und Landkreis München schwächte das Interesse keinesfalls ab, wie uns die enorme Flut an Briefen, Fotos und Anfragen zeigte. Viele nutzten außerdem das Internet, um ihre Meldung online einzugeben oder Bilder einzustellen. Einige dieser tollen Aufnahmen können Sie hier auf der Seite sehen, weitere finden Sie unter www.stunde-der-wintervoegel.de. Obwohl die Zahl der Online-Meldungen im Vergleich zum Vorjahr stieg, mussten immer noch etliche Meldebögen von haupt- und ehrenamtlichen Helfern in einem Eingabemarathon per Hand eingegeben werden. Allen, die so fleißig Vögel gezählt, Daten eingegeben haben oder uns mit Rat und Tat zur Seite standen, möchten wir ein herzliches Dankeschön vom Team der Stunde der Wintervögel aussprechen! |
82 Teilnehmer durften sich über den Anblick des fliegenden Edelsteins – den Eisvogel – erfreuen. Dieses Foto sandte Nadine Wolf dem LBV. |
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Die Kohlmeise steht ganz oben auf dem Treppchen! Mit über 100.000 gemeldeten Exemplaren in ganz Bayern ging Platz 1 dieses Jahr an die Kohlmeise. Sie wurde in 94% aller Gärten entdeckt und kam auch in größeren Schwärmen vor als 2010. Das bestätigt den generell ansteigenden Trend der Meisen in den professionellen bundesweiten Brutvogel-Erfassungen. Sie verdrängte damit den letztjährigen Sieger, den Haussperling, auf den zweiten Platz der Vogelhitparade. Mit knapp 85.000 gesichteten Spatzen ist die Zahl nur etwas geringer als im Vorjahr, dennoch wird der stetige Rückgang dieser standorttreuen Vögel vor allem regional deutlich. |
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Den Feldsperling zieht es diesen Winter in die Siedlungen. Dieses Exemplar flog M. Kumke vor die Linse. |
Für eine Überraschung sorgte heuer der Feldsperling. Obwohl professionelle Zählungen seit Jahren einen deutlichen Rückgang des Feldsperlings erkennen lassen, landete er in der Stunde der Wintervögel mit 66.216 gezählten Exemplaren auf Platz 3. Damit kam er in 11% mehr Meldungen vor als im Vorjahr, wo er auf Platz 5 landete. Dass der normalerweise in Feldnähe beheimatete Vogel dieses Jahr so oft in Ortschaften entdeckt wurde, lässt darauf schließen, dass er auf den intensiv bewirtschafteten Feldfluren immer weniger Nahrung findet – der viele Schnee Anfang Dezember beeinträchtigte heuer die Nahrungssuche zusätzlich. Da kamen die Futterstellen in den Gärten gerade recht. Dieser Trend wurde auch durch die hohe Anzahl Meldungen anderer Feldvögel wie die Goldammer (40% mehr Meldungen) oder das Rebhuhn belegt. |
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Die Vogel-Hitparade:
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Nicht nur Feldbewohner, auch Waldbewohner wie Kleiber (+ 6 Plätze), Buntspecht (+ 9 Plätze) und Eichelhäher (+ 10 Plätze) zog es dieses Jahr aufgrund des harten Winters vermehrt in die Siedlungen. Warum viel Energie aufwenden, um unter den Schneemassen nach Nahrung zu suchen, wenn anderswo der Tisch schon reichlich gedeckt ist? Das dachten sich wohl dieses Jahr auch viele Greifvögel. Doppelt so oft wie in der letzten Zählung wurden Sperber, Turmfalke und Mäusebussard in Bayern an Futterhäuschen gesichtet. Sie waren ihrer Beute dorthin gefolgt. Nicht Körner, sondern der eine oder andere Singvogel oder die unter dem Futterhäuschen naschenden Mäuse standen auf ihrem Speiseplan. Die bayerische Gesamttabelle finden Sie in Tabelle 1. |
K. Joachimstaler gelang diese tolle Aufnahme von einem Turmfalken, der sich direkt vors Fenster platziert hatte. |
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V. Christoffl hatte weitgereisten Besuch im Garten |
Genau hinschauen lohnt sich! Dass sich die Bayern immer besser in der Vogelwelt auskennen, wurde auch durch den Rückgang undefinierbarer Meldungen über „Tauben“, „Krähen“ und „Meisen“ ersichtlich. Uns freut, dass die Melder immer genauer hinsehen und dabei feine Unterschiede entdecken. Dieses Jahr wurden viele weißköpfige Schwanzmeisen gemeldet: Dabei handelt es sich um die nordische Form dieser Vogelart – die hiesige Art hat einen braunen Überaugenstreif. Experten hatten bereits im November einen Einflug skandinavischer Schwanzmeisen festgestellt. Hier zeigt sich ein Effekt von „Citizen Science“-Projekten wie der Stunde der Wintervögel: Weil die Teilnehmer gezielter hinschauen, bemerken auch sie als Laien dieses Phänomen, das sonst nur Experten registrieren. Und davon profitieren nicht nur wir beim LBV und der Vogelschutz, sondern auch die Teilnehmer: Weil mehr Wissen einfach auch mehr Spaß macht. |
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Wo blieben die Wintergäste? Diese Frage bekamen wir in den letzen Wochen oft zu hören. Wo letztes Jahr große Scharen von Erlenzeisigen und Bergfinken beobachtet werden konnten, waren dieses Mal nur vereinzelte Individuen zu finden. Auch die beliebten, bunten Seidenschwänze bekam kaum einer zu Gesicht. Doch dafür gibt es einen Grund: Diese auch als „Invasionsvögel“ bezeichneten Arten kommen nicht jedes Jahr zu uns, sondern nur, wenn die Nahrungsvorräte in ihrer Heimatregion knapp werden. Dies war heuer ganz offensichtlich (noch) nicht der Fall. Trotz des strengen Winters konnte man beobachten, dass eine steigende Zahl von Kurzstreckenziehern dieses Jahr in der Heimat geblieben ist. Je milder die Winter, desto eher lohnt es sich für diese Arten, sich den strapaziösen Flug in die Winterquartiere zu sparen und Zuhause zu bleiben. Ob und wie viele Zugvögel dem Winter trotzen kann wichtige Erkenntnisse über die Klimaveränderungen mit sich bringen. So wurden mehr als doppelt so viele Hausrotschwänze als erwartet erfasst, auch kam es zu vermehrten Sichtungen von Mönchsgrasmücken, Heckenbraunellen und Staren; diese hielten sich vorwiegend in der wärmeren Mainregion auf. |
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Kriegt den Schnabel in den Städten nicht mehr richtig voll: Der Spatz. Foto: B. Flicker |
Und wer piepst in München? Auch in München steht die Kohlmeise an der Spitze. Amsel, Grünfink und Blaumeise sind ebenfalls ganz vorne mit dabei. Die Schwanzmeise hat in der Stadt 4 Plätze gut gemacht. Dies verdankt sie wohl den skandinavischen „Zuagroasten“. Ein trauriges Ergebnis: Im Landkreis München konnte der Haussperling nur den vierten Platz ergattern, in der Stadt München verlor er sogar im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze – von Platz 6 auf Platz 8! Der Grund für diesen Rückgang ist schon länger bekannt: Die modernen, stark versiegelten Innenstädte bieten den Spatzen weder ausreichend Brutplätze noch genügend Nahrung. Deshalb engagiert sich der LBV München mit einem ein Spatzenhilfsprojekt für den Erhalt der Brutplätze und hat im letzten Jahr auch die „Spatzenfibel“ mit wertvollen Infos zu Schutz und Unterstützung der Haussperlinge veröffentlicht. Weiter Informationen zur Broschüre und wie auch Sie dem Spatzen unter die Flügel greifen können finden Sie hier. |
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Auf Platz 5 rangiert heuer in München die Rabenkrähe – eine bei vielen Münchnern nicht gerade beliebte Art. Eine Zunahme lässt sich daraus alleine aber noch nicht ableiten. Vielmehr gerieten diese erfinderischen und normalerweise auf menschliche Zufütterung nicht angewiesenen Allesfresser durch die dicke und frühzeitige Schneedecke an die Grenzen der selbständigen Nahrungsversorgung und konzentrierten sich in größeren Schwärmen als im Vorjahr an den Futterstellen. Da Rabenkrähen zur Brut große Reviere beanspruchen, werden sich die meisten der schwarzen Gesellen im Frühjahr wohl wieder in ihre Heimatgebiete zurückbegeben müssen. Die gesonderte Auswertung für München finden Sie in Tabelle 2 (Schwarmgrößen), Tabelle 3 (durchschnittlich gemeldete Zahl) und Tabelle 4 (Arten enthalten in % der Meldebögen). Die gesamtbayerischen Ergebnisse, unterteilt nach Landkreisen finden Sie hier. Glückliche Gewinner Natürlich gab es für die Teilnehmer auch wieder etwas zu gewinnen: Ein hervorragendes Vogelbeobachtungs-Fernglas von Swarovski-Optik gewann Familie Grimm aus Schopfloch. Über eine Reise mit birding tours darf sich Familie Zielonka aus Weiden freuen. Die Digitalkamera von Foto-Video Sauter geht an Frau Juliana Braun aus München. Weitere Zähler gewannen Geschenkgutscheine der Hofpfisterei, die in ihren Bäckereien nur Getreide aus ökologischem Anbau verwendet. Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern, und herzlichen Dank auch unseren Sponsoren! Wir haben uns auch sehr über die zahlreichen freundlichen Zuschriften und liebevoll gestalteten Meldebögen gefreut! Es ist für uns eine Freude zu sehen, dass Ihnen die Stunde der Wintervögel so viel Spaß bereitet! |
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Übrigens: Wie wurde im letzten Winter gezählt? Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 können Sie hier nachlesen. |
Liebevoll
verzierter Meldebogen: Da freut sich |