Sommervögel: Zilpzalp – der Vogel, der seinen Namen nennt

Zilpzalp   Foto: Z. Tunka

Name

Zilpzalp (Phylloscopus collybita)

Gefährdung und Schutz

Gefährdung: In Mitteleuropa ein häufiger Brut- und Sommervogel; nicht gefährdet.

Schutz: Gebüsche erhalten, keine Auslichtungs- und Mäharbeiten von Randstreifen in der Brutzeit durchführen

Bestand in Bayern

250.000 – 750.000 Brutpaare

Besondere Kennzeichen

Verwaschen gelbe Farbe von Brust, Kehle und Flanken; grünbraune Farbe auf der Oberseite des Körpers; weißliches Gefieder am Bauch. Der Schnabel ist markant dünn und spitz. Charakteristisch ist auch der nur schwach ausgeprägte, weißliche Überaugenstreif. Mit der optischen Unterscheidung von Zilpzalp und seiner Zwillingsart, dem Fitis, sind allerdings auch Vogelkenner überfordert.

Besondere Eigenarten

Charakteristisch ist der „Rüttelflug“, mit dem im Baum und an der Gewässeroberfläche Insekten aufgescheucht und dann gefangen werden. Im Gegensatz zum Fitis versuchen Zilpzalpe manchmal bei uns zu überwintern – was ihnen höchstens in Gewässernähe gelingt, wo es ein wenig wärmer ist.

Nest und Junge

Die Weibchen bauen ein „Backofennest“, das aus Gräsern und Moosen in Brombeersträuchern, Dickicht oder Brennnesseln errichtet wird. Bis zu 1.500 Transportflüge sind notwendig, um alles notwendige Material heranzuschaffen. Die Nester befinden sich relativ weit unten, manchmal nur in Kniehöhe.

Heimat im Sommer

Lichte, unterholzreiche Laubwälder, Gärten und Grünanlagen; vereinzelt auch Nadelwälder.

Heimat im Winter

Mittelmeerraum; Oasen der Sahara und weitere Gebiete Afrikas

Lieblingsplatz

Im Unterholz und bodennahen Gebüsch – wenn keines da ist, nimmt er auch mit Buchsbaumhecken vor Bürogebäuden Vorlieb…

Freunde/Feinde

Freunde: Menschen, die viele Sträucher und Büsche im Garten haben.

Feinde: Greifvögel, freilaufende Hunde, die sein Nest aufstöbern und Gärtner, die Gebüsche auslichten

Vorlieben/Leibspeise

Am liebsten werden Insekten in verschiedenen Entwicklungsstadien vertilgt; im Kronenbereich von Bäumen scheucht er durch wildes Geflatter Fliegen, Mücken und kleine Käfer auf und fängt sie dann. Aber auch Beeren und Früchte sowie Pollen werden gerne genascht.

Bester Ort für Beobachtung

Gärten, Parks und Feldgehölze

Höchstalter

Für beringte Vögel wurde ein Alter von über acht Jahren nachgewiesen.

Typischer Gesang

Beim Gesang nennt die Nervensäge seinen Namen: Stundenlang und penetrant schallt es „zilp-zalp“ durchs Gehölz! Hörprobe