Sommervögel: Die Uferschwalbe – Tunnelbauer in der Kiesgrube

Uferschwalben   Foto: Marcel Fröhlich

Name

Uferschwalbe ( Riparia riparia)

Gefährdung und Schutz

Gefährdung: Die Uferschwalbe ist in Bayern eine spärlich und zerstreut brütende Art mit abnehmendem Bestand. In Bayern steht die Uferschwalbe auf der Vorwarnliste; in einzelnen Gebieten fällt sie in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“. Die Kurzlebigkeit und Zerstörung geeigneter Brutplätze machen ihr sehr zu schaffen.
Schutz: ungestörte Brutplätze erhalten; Schutz vorhandener Brutwände; Sandwände ansteilen oder abgraben und stabilisieren sowie vor Begehung oder Bearbeitung schützen; ggf. Schaffung künstlicher Brutgelegenheiten.

Bestand in Bayern

10.000 – 20.000

Besondere Kennzeichen

Die Uferschwalbe ist unsere kleinste europäische Schwalbe. Ihr Schwanz ist nur leicht gegabelt. Die Oberseite der Vögel ist braun; auf der Unterseite sind sie weiß gefiedert mit einem deutlich abgesetzten braunen Brustband.

Besondere Eigenarten

Bei der Nahrungssuche fliegen Uferschwalben sehr schnell  und wendig in einem „Zickzackkurs“ mit vielen Drehungen und abrupten Wendungen bevor die Beute gefangen wird. Fällt eine Uferschwalbe dabei ins Wasser, so macht das nichts; die Vögel können sehr gut schwimmen.
Bei der Brut bewachen die Männchen ihre Weibchen vor und nach der Eiablage. Trotzdem kopulieren sie noch mit weiteren Weibchen, um die sich die kleinen Machos danach allerdings nicht mehr kümmern.

Nest und Junge

Das Nest besteht aus einer Höhle im Steilhang mit bis zu 70 cm langer Zugangsröhre, die von den Männchen mit den Füßen gegraben wurde. Zuerst werden die oberen Höhlen besiedelt, später auch weiter unten liegende; jedoch wird insgesamt nur rund das obere Drittel einer Sandgrube besiedelt. Am Ende des Ganges befindet sich eine ausgebaute Kammer, die mit Haaren und Gras ausgepolstert ist.

Heimat im Sommer

Sand, Kies-, Lehm- und Lössgruben während und kurz nach dem Abbau, in der Nähe von Gewässern.

Heimat im Winter

Nördliche Sahelzone; tropischer Regenwald; Süd-Sudan bis Mozambique; Kapland

Lieblingsplatz

Steile Sandhäufen in Kiesgruben, die von der Bearbeitung ausgenommen sind.

Freunde/Feinde

Freunde: Als Koloniebrüter lieben sie die Gesellschaft anderer Uferschwalben; freundliche Sandgruben- und Kieswerkbesitzer, die ihnen Sandhäufen zur Brut überlassen.
Feinde:
sommerliche Regengüsse, die die Brutröhren verschütten; Fuchs, Marder, die die Brutröhren aufgraben; Baumfalken, die Uferschwalben im Flug jagen.

Vorlieben/Leibspeise

Gefressen werden am liebsten kleine Fluginsekten wie Mücken, Blattläuse, kleinere Fliegen und Käfer

Bester Ort für Beobachtung

Kies- und Lehmgruben; Prallufer von frei fließenden Flüssen; Sand- und Lehmwände in Gewässernähe.

Höchstalter

Die ältesten bekannten freilebenden Uferschwalben wurden etwas über 10 Jahre alt.

Typischer Gesang

Der Gesang klingt wie ein raues Tschirpen oder Schwätzen, gerade so, als würde man Sandpapier aneinander reiben. Hörprobe

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