Sommervögel:  Singdrossel – Die Sängerin der Abendstunde

Singdrossel   Foto: Z. Tunka

 

Name

Singdrossel (Turdus philomelos)

Gefährdung und Schutz

Gefährdung: Die Singdrossel ist ein relativ häufiger Sing- und Brutvogel, der nicht gefährdet ist.

Bestand in Bayern

200.000 – 300.000 Brutpaare

Besondere Kennzeichen

Oberseits sind die Vögel olivbraun gefärbt; auf der Unterseite sind sie weißlich mit schwarzen Flecken auf der Brust. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Markant ist auch ihr ausgedehnter Gesang.

Besondere Eigenarten

Angriffe in der Nähe des Nestes werden mit „Kotspritzen“ abgewehrt, aber Singdrosseln können auch rabiat werden und erfolgreich gegen ausgewachsene Rabenkrähen vorgehen. Singdrosseln sind echte Handwerker: Sie packen Gehäuseschnecken am Rand, schlagen sie gegen stabile Unterlagen (beispielsweise Steine) und verschaffen sich so Zugriff auf die Leckerei im Inneren („Drosselschmiede“). 

Nest und Junge

Charakteristischerweise werden die Nester gerne in Bäumen, meistens in Stammnähe angelegt. Das gut versteckte napfförmige Nest besteht aus den Zweigen, Holzmulm und Lehm. Die Eier weisen eine intensiv hellblaue Farbe mit ein paar wenigen, runden und dunklen Tupfen auf.

Heimat im Sommer

Große Lichtungen in Wäldern oder in Junggehölzen, oder am Rand von Wäldern

Heimat im Winter

Mittelmeerraum, Iberische Halbinsel, teilweise in der Sahelzone Afrikas nachgewiesen, sowie in Großbritannien und Irland.

Lieblingsplatz

Singend auf einer Baumspitze

Freunde/Feinde

Freunde: Besitzer nicht zu stark gepflegter Gärten in wenig verbauten Gebieten.

Feinde: Katzen, Füchse, Marder, Greifvögel

Vorlieben/Leibspeise

Im Sommer werden am liebsten Regenwürmer sowie alle Stadien von Käfern gefressen; als Leckerbissen werden Nackt- und Gehäuseschnecken betrachtet. Im Herbst und Winter werden auch Beeren und Früchte genascht.

Bester Ort für Beobachtung

Gut beobachtbar sind Singdrosseln in Gärten und Parks, aber auch an kleinen Feldgehölzen und Hecken.

Höchstalter

Der älteste beringte Vogel wurde 13 Jahre und 9 Monate alt.

Typischer Gesang

Singdrosseln setzen sich für ihren meist sehr lauten, aber klangvollen und mehrsilbigen Gesang gerne auf eine hohe Warte. Oft wiederholen sie ein Motiv zwei- bis dreimal, bevor sie zu etwas Neuem übergehen. Ein insbesondere für ungeübte Ohren leicht zu überhörendes „Zipp“ wird hingegen gerne im Flug ausgestoßen. Weil die Singdrossel auch abends singt, wird sie oft mit der Nachtigall verwechselt.  Hörprobe