Sommervögel: Neuntöter – Insekten vom Spieß

Neuntöter  Foto: Josef Schröpfer

Name

Neuntöter ( Lanius collurio)

Gefährdung und Schutz

Gefährdung: Der Neuntöter brütet spärlich aber fast flächendeckend in Bayern, sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Mittel- und Unterfranken. Er ist in Bayern nicht gefährdet, jedoch drohen ihm auf seinen Langstreckenzügen verschiedene Gefahren, die eine Beobachtung der Bestandsdichte sinnvoll machen.
Schutz: Habitate und Brutgebiete wie z. B. die Fröttmaninger Heide erhalten

Bestand in Bayern

12.000 – 15.000

Besondere Kennzeichen

Typische Erkennungsmerkmale der Männchen sind der graue Oberkopf und die „Zorro-Augenmaske“. Die Oberflügeldecken und der Rücken sind bei beiden Geschlechtern rotbraun gefärbt. Die Unterseite der Weibchen ist gebändert.

Besondere Eigenarten

Neuntöter betreiben eine besondere Art der Vorratshaltung: sie spießen ihre Beute auf Stacheln oder Dornen, um so einen Vorrat anzulegen - für Notzeiten, für die ewig hungrigen Jungen oder als Vorrat für Regentage und die frühen Morgenstunden, wenn noch keine Insekten fliegen. So mancher Neuntöter hat beim Aufspießen schon die Vorzüge von Stacheldrähten erkannt…
Ihre Jagdmethoden sind vielfältig: Sie sausen in der Luft hinter ihrer Beute her, lassen sich (bei Regen) von ihrem Ansitz aus auf Bodeninsekten herunterfallen und können sogar wie der Turmfalke im Rüttelflug nach Nahrung spähen.

Nest und Junge

Die Neuntöterkinder müssen zuerst einmal in die Schule gehen: Dort lernen sie den sachgemäßen Umgang mit dem Werkzeug „Dornen“. In der ersten Zeit gibt es hiermit noch Probleme: Immer wieder stechen sie sich versehentlich in die Mundhöhle, weil sie die Dornen zu tief in den Mund aufnehmen. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Nachwuchs relativ lange von den Eltern betreut wird.

Heimat im Sommer

Halboffene Landschaften mit Hecken und Sträuchern; Waldränder; auch Waldlichtungen, Weinberge, Streuobstwiesen und Sandgruben

Heimat im Winter

Ost- und Südafrika (u. a. Uganda, Südkenia; Kapprovinz)

Lieblingsplatz

Trockene und sonnige Heckenlandschaften mit vielen Dornensträuchern und einer Jagdwarte.

Freunde/Feinde

Freunde: Menschen, die ihm dornige Sträucher erhalten oder Habitate wie Streuobstwiesen belassen.
Feinde: Vogelfänger während des Zuges; Turmfalke, Marder, Fuchs, Hermelin, Bussarde, Elstern

Vorlieben/Leibspeise

Der Feinschmecker steckt sich am liebsten Insekten, Käfer, Heuschrecken und Reptilien, aber auch Kleinsäuger wie z.B. Mäuse zu einem Schaschlik auf.

Bester Ort für Beobachtung

In der Nähe des Nestes, wenn die Jungvögel noch nicht flügge sind und nach Nahrung betteln. Da Neuntöter nicht scheu sind, kann man sie auch in Hecken in der Nähe stärker begangener Wege begegnen.

Höchstalter

Die ältesten Ringvögel starben mit einem Alter von 7 Jahren.

Typischer Gesang

Neuntöter erzählen ihre Botschaften nur leise weiter, imitieren dabei aber gerne auch andere Arten. Hörprobe
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