Sommervögel: Kiebitz – der klagende Kunstflieger

Kiebitz  Foto: Henning Werth

Name

Kiebitz (Vanellus vanellus)

Gefährdung und Schutz

Gefährdung: Kiebitze sind in Bayern nur lückig verbreitet, stark gefährdet und im Alpenvorland sogar vom Aussterben bedroht! Gefahr besteht durch Trockenlegung von Feuchtgebieten sowie durch Veränderung in der Bewirtschaftung von Äckern.
Schutz:
kein Pestizideinsatz auf Äckern, Wiedervernässung von Grünland, Anlage von Feuchtstellen.

Bestand in Bayern

5.000 – 12.000 Brutpaare

Besondere Kennzeichen

Die etwa taubengroßen Vögel tragen eine kontrastreiche Federpracht: Die Oberseite glänzt metallisch-grün, die Unterseite ist weiß und zeigt ein scharf halbkreisförmiges, abgesetztes Brustschild. Besonders auffällig ist die abstehende Feder am Hinterkopf. Im Flug fallen die großen, schwarz-weiß gefärbten Flügel auf.

Besondere Eigenarten

Die Kiebitze zeigen einen auffälligen Kunstflug über ihrem Brutgebiet: Die Männchen markieren mit ihren Kunststückchen ihr Revier; dabei werden regelrechte Sturzflüge mit Rollen um die eigene Körperachse ausgeführt. Ihr Ziel: um die Gunst der Weibchen buhlen!

Nest und Junge

Die in einem Bodennest liegenden Eier sind aufgrund ihrer Tarnfarbe nur schwer zu entdecken; auch die Kücken sind durch ihr erdfarbenes Federkleid perfekt getarnt. Auf Warnrufe der Eltern versteckt sich der Nachwuchs; dabei werden Bodenunebenheiten geschickt ausgenutzt. Die Weibchen bleiben in der Regel näher beim Nachwuchs, während die Männchen in der näheren Umgebung Wache schieben! 

Heimat im Sommer

Flussniederungen und Gewässergebiete, Moorflächen, Feuchtwiesen und landwirtschaftliche Nutzflächen.

Heimat im Winter

Als Kurzstreckenzieher findet man Kiebitze im Winter auch in Norwegen, Dänemark und Polen; Zum Hauptüberwinterungsgebiet gehören England, Irland und Frankreich, aber auch Nordafrika.

Lieblingsplatz

Extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen oder Äcker mit niedrigem Bewuchs.

Freunde/Feinde

Freunde: „Wiesenkollegen“ wie Brachvogel, Rotschenkel und Uferschnepfe.
Feinde: Immer wieder der Mensch. Im 18. und 19. Jahrhundert galten Kiebitzeier als Delikatesse an herrschaftlichen Tafeln. Heute laufen Gelege Gefahr, von landwirtschaftlichen Maschinen einfach zerfahren zu werden. Auch Weidevieh passt oft nicht auf die getarnten Nester auf. Nesträuber wie Rabenkrähen, Greifvögel, Füchse oder streunende Hunde greifen die jungen Kiebitze an.

Vorlieben/Leibspeise

Vertilgt werden am liebsten kleine Bodentiere: Käfer, Regenwürmer, Insekten und deren Larven, Heuschrecken, Ameisen, Schmetterlingsraupen; ab und zu wird auch etwas pflanzliche Nahrung aufgenommen.

Bester Ort für Beobachtung

Gut beobachtbar sind Kiebitze auf Wiesen, Weiden und sonstigen etwas feuchteren Grünflächen.

Höchstalter

Die ältesten Ringvögel haben ein Alter von über 25 Jahren erreicht!

Typischer Gesang

Kiebitze haben einen charakteristischen, klagend-maunzenden Ruf „ki-witt“, der ein wenig traurig klingt. Hörprobe

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