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Neben dem Fehlen von
Quartieren wirkt sich Nahrungsmangel als dezimierender Faktor bei
Gebäudebrütern und Fledermäusen aus. Deshalb ist neben ausreichendem
Quartierangebot der Erhalt geeigneter Nahrungsbiotope zu sichern. Doch vor
allem in der Stadt ist dies oft nicht der Fall.
Der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden in Gärten, Grünanlagen und in
der Landwirtschaft vergiftet Insekten und ihre Jäger - Vögel und
Fledermäuse. Intensive Grünflächenpflege in öffentlichen und privaten
Anlagen führt zum Rückgang von Insekten und damit zu schwindendem Nahrungsangebot für alle
Insekten fressenden Tierarten. Viele Vögel und Insekten sind an heimische
Pflanzen als Nahrung gebunden - exotische Gehölz- und Staudenpflanzungen und
nicht fruchtende Pflanzenzüchtungen bieten ihnen kaum oder keine Nahrung.
Eine englische Studie zeigt
auf, dass Haussperlinge auch bei ausreichendem Angebot von geeigneten
Brutplätzen eine zu geringe Reproduktionsrate aufweisen, weil die nötigen
Insekten zur Jungenaufzucht fehlen – zwei von drei Jahresbruten verhungern,
die Bestände sinken. Und in der Tat mangelt es Haussperlingen in den
heutigen Städten nicht nur eklatant an Brutplätzen, sondern auch an Insekten
als Nestlingsnahrung, Samen tragenden Wildstauden und –gräsern als Nahrung
für die Altvögel und an Sand- und Wasserflächen zur Gefiederpflege. Der
Rückgang des einstigen Allerweltsvogels kann als Indikator für die
Bestandsentwicklung anderer Stadt bewohnender Tierarten dienen.
Artenschutz muss also bei
allen bestandsbestimmenden Faktoren ansetzen. Der Erhalt von Stadtbrachen
mit Ruderalvegetation, Langgrasfluren und altem Baumbestand und die
naturnahe Bewirtschaftung geeigneter Grünflächen sind genauso wichtig wie
der Erhalt von Brutplätzen und Quartieren an Gebäuden. Deshalb engagiert
sich der Landesbund für Vogelschutz auch für den Erhalt wichtiger
Biotope in
Stadt und Landkreis.
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