Presseinfo: Rettung für die Blume des Jahres 2010 in München 26. Mai 2010
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Der Landesbund für Vogelschutz arbeitet erfolgreich am Erhalt der Sibirischen Schwertlilie in München Blume des Jahres 2010 ist die Sibirische Schwertlilie, deren Bestände bayernweit gefährdet sind. Die Kreisgruppe München des LBV ist für den Schutz mehrerer Vorkommen in München und Umgebung zuständig. In den letzten Jahren wurden sichtliche Erfolge erzielt. „Wir pflegen viele Flächen in und um München, auf denen sich bedrohte Pflanzen- und Tierarten befinden. Auf sieben Flächen im Westen und Nordwesten Münchens wachsen auch Restbestände der Sibirischen Schwertlilie, die sich dank unserer Arbeit seit einigen Jahren erholen“, so Christine Harzer, Projektleiterin für Biotoppflege in der Kreisgruppe München. „Um die richtigen Pflegemaßnahmen durchführen zu können, müssen wir natürlich die Bedürfnisse unserer Schützlinge kennen.“ Die Sibirische Schwertlilie ist zum Beispiel eine stark lichtbedürftige Pflanze. Um ihr das Wachstum zu erleichtern, werden durch regelmäßiges Zurückschneiden von Gehölzen Lichtungen vergrößert. „Nach der Erweiterung einer Streuwiese am Gröbenbach hat sich der Bestand um das Dreifache erhöht. Heute wachsen dort etwa 25 Horste mit 130 Blütentrieben“, so Christian Köbele, Einsatzleiter der Biotoppflege. Christine Harzer und ihre Kollegen müssen auch bei der Mahd ihrer Pflegeflächen die Präsenz der Sibirischen Schwertlilie berücksichtigen. „Eine zu frühe Mahd im Frühling verhindert das Aussamen und damit die Fortpflanzung der Blumen. Diese Wiesen sollten also möglichst erst im Spätsommer oder Herbst gemäht werden.“ Es gibt allerdings auch Faktoren, die die Mitarbeiter des LBV nicht beeinflussen können. So werden zum Beispiel die Knollen häufig von Rehen abgebissen. Außerdem ist das Wachstum der Sibirischen Schwertlilie von der Niederschlagsmenge abhängig. Die Pflanze bevorzugt sehr feuchte Böden und profitiert daher von regenreichen Zeiten, auf die die Biotoppfleger keinen Einfluss haben. Insgesamt konnten sich die Bestände infolge der Pflegemaßnahmen der letzten Jahre erholen. In diesem Jahr kommen die blauen Blütenköpfe aufgrund der kühlen Witterung erst ab Anfang Juni zum Vorschein. Die Sibirische Schwertlilie ist nicht nur in Deutschland heimisch. Sie ist in weiten Teilen Eurasiens, bis in die westlichen Regionen Sibiriens zu finden. In Bayern ist sie jedoch nur noch selten anzutreffen. Die Sibirische Schwertlilie ist im gesamten bayerischen Raum als „gefährdet“ eingestuft, in manchen Regionen auch „stark gefährdet“. Im Ostbayerischen Grenzgebirge ist sie sogar vom Aussterben bedroht. Der Rückgang der Sibirischen Schwertlilie ist vor allem durch die häufige Trockenlegung von feuchtem Gelände bedingt. Lilien benötigen allgemein einen wasserreichen Boden, sie wachsen vor allem in Mooren, in Flutmulden oder an Teichufern. An bis zu 1m langen Stängeln ragen die bläulichen Blüten in die Höhe. Die Blüten sind 2-6 cm breit und damit schmaler als die der anderen Lilienarten. In Mai und Juni erblühen sie in einem kräftigen Blau-violett. Die Spitze der Blütenblätter ist oft heller, und sie sind mit dunklen Adern überzogen. Im Herbst verfärben sich die Blüten zu einem bronzenen Farbton. Trotz ihrer Gefährdung ist die Sibirische Schwertlilie nicht durch die sogenannte FFH-Richtlinie europaweit geschützt. Durch ihre Ernennung zur „Blume des Jahres“ soll daher auf ihre bedrohten Bestände aufmerksam gemacht werden. ViSdP und Ansprechpartner für Rückfragen: Christine Harzer, LBV, Klenzestr.37, 80469 München, Tel. 089 / 200 270 81 |
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Foto: Christine Harzer |
Foto: Ernst Ehret |