Protest-Demonstration gegen Naturzerstörung  im Gleislager-Biotop München-Neuaubing

Über 100 empörte Bürger protestierten am vergangenen Samstag (19.2.2011) gegen die Rodungen im bayernweit bedeutsamen Gleislagerbiotop. Sie folgten damit einem kurzfristigen Aufruf der Aubinger Grünen, des LBV und des Bund Naturschutz.

Für den LBV machte Dr. Sedlmeier noch einmal die zwei wichtigsten Protestgründe deutlich.

1.   Obwohl das Biotop in die höchste Wertkategorie fällt (überregionale Bedeutung für den Naturschutz) wurden hunderte Bäume gerodet und die Vegetationsdecke zerstört. Nun sollen dort Parkplätze, ein Vereinsheim, Tennisplätze und eine Erschließungsstraße entstehen.

2.   Der schwere Eingriff in die Natur wurde mit dem § 35 des BauGB genehmigt. Diese Paragraph sieht keinerlei Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Dieses Vorgehen legt lt. Sedlmeier nahe, dass hier die Absichten der beteiligten Immobilienfirma und der Genehmigungsbehörden bewusst verheimlicht worden sind, um ohne Proteste vollendete Tatsachen schaffen zu können.

Nach dem Protest zogen die Bürger vom S-Bahnhof Neuaubing weiter zum Biotop. Angesichts der trostlosen Rodungsfläche schlug dort die Empörung in Trauer um. Die meisten Protestierer traten danach still den Heimweg an.

Der LBV wird ab kommenden Freitag die wenigen noch sichtbaren bedrohten Pflanzenarten (lt. Roter Liste Bayern) in vom LBV gepflegte Biotope verbringen. Das Gelände wurde mit schwerem Gerät so umgepflügt, dass nur noch sehr wenig zu retten ist.

Der LBV wird den Vorfall zum Anlass nehmen, beim Münchner Stadtrat den Schutz der verbliebenen Münchner Biotope eindringlich einzufordern. Die angewendete Genehmigungspraxis soll durch einen LBV-Anwalt überprüft werden.

Dr. Heinz Sedlmeier

Landesbund für Vogelschutz

Leiter der Geschäftsstelle München

E-Mail: h-sedlmeier@lbv.de, Tel.: 089 / 200 270 71, Fax: 089 / 200 270 88