Pressemitteilung: Metromarkt bedroht Naturoase im Pasinger Gleisdreieck 4.3.2008
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Pasinger Bürger werden getäuscht. Obwohl genügend Flächen im Gewerbe-gebiet Freiham zur Verfügung stehen, wollen Metro und Praktiker die Naturoase im Pasinger Gleisdreieck überbauen Das Pasinger Gleisdreieck ist eine etwa 28 Hektar große Freifläche im Westen Pasings. Sie liegt zwischen den S-Bahnstrecken nach Herrsching und Tutzing. Die durch kleine Gebüsche und Baumgruppen geprägte Wiesenlandschaft wird im Arten- und Biotopschutzprogramm der Landeshauptstadt München als überregional bedeutsam für den Naturschutz eingestuft. In einem vom Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) beauftragten aktuellen Gutachten zur Pflanzen- und Tierwelt des Pasinger Gleisdreiecks wurde eine außergewöhnliche Artenvielfalt festgestellt. Es kommen insgesamt 244 Pflanzenarten vor. Insgesamt stehen 64 der im Gleisdreieck festgestellten Pflanzenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen in Bayern. Ähnlich artenreich ist auch die Tierwelt. Besonders hervorzuheben sind Vorkommen von Grünspecht, Gartenrotschwanz, Zauneidechse und Idas-Bläuling. Die beiden letztgenannten genießen sogar europaweiten Schutz. Fast die Hälfte dieser Naturoase, insgesamt 89.000 m2, soll – entsprechend dem derzeit ausliegenden Bebauungsplan - nun mit einem Metro und einem Praktiker-Baumarkt überbaut werden. Begründet wird das damit, dass die beiden Märkte zum einem von ihrem derzeitigen Standort an der Peter-Anders-Straße in Pasing wegverlagert werden müssen und zum zweiten, dass kein anderer Ersatzstandort als das Gleisdreieck zur Verfügung stehen würde. Beide Argumente sind nach Ansicht des LBV falsch und täuschen die Pasinger Bürger, die zu Recht die derzeit störenden Märkte aus Wohngebietsnähe wegverlagert haben wollen. · Beide Märkte werden nicht nur verlagert, sondern sie verdoppeln ihren Flächenverbrauch von derzeit etwa 3,7 ha auf mehr als 8 ha. · Die Stadt München bietet derzeit eine 6 ha große Gewerbegebietsfläche im voll erschlossenen Gewerbegebiet Freiham Süd im Internet zum Kauf an http://www.standort-muenchen.info/pdf/g_08.pdf. Diese Verkaufsfläche wäre ein idealer, ökologisch verträglicher Ersatzstandort für die Märkte. Dort würde aufgrund des vorhandenen Autobahnanschlusses auch keine Verkehrslawine auf die Pasinger zurollen. Um die außergewöhnlichen Qualitäten des Gleisdreiecks für die Münchner Bevölkerung langfristig zu erhalten, hatten die Naturschutzverbände Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) Bürgermeister Monatzeder am 1. Februar 2007 einen Antrag auf Ausweisung dieses Gebietes als geschützten Landschaftsbestandteil nach Bayerischem Naturschutzgesetz überreicht. Über die Ausweisung gesetzlich geschützter Landschaftsbestandteile könnte der Münchner Stadtrat alleine entscheiden. Die Hoffnung im LBV war deshalb groß, dass die im Schutzgebietsantrag enthaltenen Argumente ausreichen, um die Fläche zu schützen. Als nun der Bebauungsplan veröffentlicht wurde, war die Bestürzung im LBV deshalb groß. „Kein einziges Argument des Antrags ist aufgegriffen worden. Was aber noch schlimmer ist, nicht einmal die Angaben zu den bedrohten Tier- und Pflanzenarten wurden in den Umweltbericht zum Bebauungsplan eingearbeitet. Wahrscheinlich ist der Antrag gleich nach der Abgabe beim Bürgermeister in einer Schublade verschwunden“, klagt Heinz Sedlmeier (Leiter der Geschäftsstelle München des LBV). Besonders erschüttert ist der LBV über den Umgang mit Grund und Boden in München, der am dichtesten bebauten Stadt Deutschlands. „Es wird gebaut, als ob München endlos Flächen zur Verfügung hätte. Parkhaus – Fehlanzeige. Tiefgaragen – Fehlanzeige. Mehrstöckige Bauweise – Fehlanzeige. So darf mit den letzten Münchner Freiflächen doch nicht umgegangen werden. Wir müssen unserer Verantwortung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen und gegenüber den nächsten Generationen Münchner Bürger, die auch noch etwas Natur in ihrer Stadt haben wollen, gerecht werden“, fordert Dr. Irene Frey-Mann (1. Vorsitzende des LBV München). Der Landesbund für Vogelschutz fordert die Projektentwickler auf, die Planungen im Gleisdreieck zurückzuziehen und stattdessen Flächen sparend im Gewerbegebiet Freiham Süd zu bauen. München, den 4.03.2008 |
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