Pressemitteilung: Hilfe für den Himmelsvogel     6.4.2010

Ökolandwirte legen 600 Lerchenfenster an

Kaum eine Vogelart hat in den letzten Jahrzehnten in Bayern solche Bestandseinbußen erlitten wie die Feldlerche. Von 1975 bis heute ist die Zahl der Brutpaare auf etwa die Hälfte zurückgegangen. Zu leiden hat die wegen ihres in luftiger Höhe vorgetragenen Gesangs auch Himmelsvogel genannte Vogelart vor allem unter Pestizideinsatz und häufigen maschinellen Arbeitsgängen beim Getreideanbau. Jetzt haben Bayerns Ökolandwirte, die ohnehin auf Pestizide und Kunstdünger verzichten, eine Initiative zum Schutz der gefährdeten Tierart gestartet und über 600 Lerchenfenster angelegt.

Was ist ein Lerchenfenster?

Die Methode des Lerchenfensters wurde in Großbritannien entwickelt. Der Landwirt stellt dafür bei der Getreideaussaat seine Sämaschine einige Meter lang ab. Dadurch entsteht inmitten des Getreideackers eine etwa zwanzig Quadratmeter große Stelle ohne Aussaat. Dort wachsen für eine Saison nur Wildkräuter wie Klatschmohn oder Acker-Rittersporn auf. „ Das war es schon. Mehr ist nicht zu tun, um der Feldlerche entscheidend zu helfen. Die Vögel legen dann ihr Bodennest im Fenster an. Auf den Ertrag der Lerchenfenster muss der Landwirt allerdings zugunsten der Vögel verzichten“, erläutert Dr. Heinz Sedlmeier vom Landesbund für Vogelschutz.

Kooperation von Bauern, Bäckerei und Naturschutz

Der Ertragsverzicht für den Vogelschutz hat aber die Vertragslandwirte von Hofpfisterei und Naturland nicht abschrecken können. Insgesamt 65 Ökohöfe haben über 600 Lerchenfenster angelegt. Da alle Felder ökologisch bewirtschaftet sind, müssen die Vögel dort auch keine Giftdusche fürchten. Ein erster Schritt, die Feldlerche wieder von der Roten Liste gefährdeter Tierarten zu holen, ist getan. Margaretha Stocker, Firmenchefin der Hofpfisterei, ist zufrieden. „ Wir haben uns konsequent der ökologischen Brotproduktion verschrieben. Ich bin froh, dass die ökologische Landwirtschaft im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt, einer so schönen Vogelart wie der Feldlerche wirksam helfen kann.“

Über die gelungene Kooperation zwischen Bauern, Öko-Bäckerei und Vogelschutz freut sich Dr. Peter Manusch von Naturland. „Wir haben nur ein Gespräch gebraucht und sofort haben alle begeistert mitgemacht.  Das hat mich wirklich beeindruckt.“

Hofpfisterei, Naturland und LBV wollen jedenfalls das so erfolgreich gestartete Projekt in den nächsten Jahren fortführen.

München, den 6.04.2010

V.i.S.d.P. und Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen: Dr. Heinz Sedlmeier, Klenzestr. 37, 80469 München, Tel.: 089/200270-71 Fax: 089/200270-88, Email: h-sedlmeier@lbv.de

Lerchenfenster Foto: Hein

Feldlerche Foto: Josef Schröpfer