Presseinformation 26. September 2007

Biotop am Ackermannbogen gerettet

- Landesbund für Vogelschutz bedankt sich beim Münchner Stadtrat -

Ein wertvolles Biotop am Ackermannbogen mit Vorkommen des Fransenenzians und vielen weiteren bedrohten Tier- und Pflanzenarten sollte nach einem Bebauungsplanentwurf vom 26.10.2005 in Teilen bebaut werden. Nun wurde diese Entscheidung endgültig revidiert. Die Vollversammlung des Münchner Stadtrates änderte den Bebauungsplanentwurf am 18. Juli ab und inzwischen scheint es sicher, dass dieser Entwurf nicht mehr geändert wird. Der Sprecher des Referates für Stadtplanung und Bauordnung, Michael Hardi teilte dem LBV gestern mit. „Das Biotop bleibt auf jeden Fall erhalten. Auch die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung sprechen eindeutig für den Schutz des Biotops.“
Der LBV bedankt sich deshalb beim Münchner Stadtrat, der seiner Verantwortung für den Erhalt der lokalen Biodiversität damit vorbildlich gerecht geworden ist. 

Schwabing. Seit 2004 pflegt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ein kleines Naturidyll inmitten des neu entstehenden Stadtquartiers am Ackermannbogen. Die Fläche ist wohl ein Rest der ehemals riesigen Heidelandschaft des Münchner Oberwiesenfeldes. Dennoch war es auch für die Spezialisten des LBV verblüffend, dass nur 5 Kilometer vom Marienplatz entfernt Enziane blühten und der Idas-Bläuling, eine in Bayern stark gefährdete Schmetterlingsart geradezu häufig war. Doch schon wenige Jahre später, musste sich der LBV ernste Sorgen um den Erhalt des Biotops machen. Der Bebauungsplan 1905 e sah die Bebauung des wertvollsten Teils des Biotops vor, was das sichere Aus für die seltenen Tier- und Pflanzenarten bedeutet hätte.

Der LBV gab deshalb alle Erkenntnisse über die Lebewelt des Biotops schnellstmöglich an die Fachleute der Münchner Verwaltung weiter und startete parallel dazu eine Unterschriftenaktion gegen die Zerstörung des Biotops und konnte dabei auf die Unterstützung der Bewohner des Ackermannbogens bauen. Außerdem wurde das Biotop ungeachtet der drohenden Überbauung weiter gepflegt.

Nun haben sich die Anstrengungen gelohnt. „Ich bin sehr froh, dass diese Naturoase erhalten werden kann. Damit wird nicht nur die Artenvielfalt geschützt, sondern die Anwohner des Ackermannbogens – vor allem die Kinder – haben nun die Möglichkeit Schmetterlinge, Bienen und Grünspechte direkt vor der Haustür kennen lernen zu können“, sagt Dr. Irene Frey-Mann (1. Vorsitzende des LBV München). „In Zeiten wo das weltweite Artensterben immer wieder Schlagzeilen macht, hat der Münchner Stadtrat damit ein kleines aber wichtiges und wirksames Zeichen für den Erhalt der Biodiversität gesetzt“, meint sie weiter.

Auch Christine Harzer (Projektleiterin Biotoppflege des LBV), die mit zahlreichen, meist ehrenamtlichen Helfern für die Pflege von 25 Münchner Biotopen verantwortlich ist, ist glücklich. „Der Erhalt des Biotops ist ein Ansporn für unsere Arbeit. Wir wollen das Biotop auch in den nächsten Jahren so pflegen, dass die Artenvielfalt dort erhalten bleibt.“

ViSdP und Ansprechpartner für Rückfragen:
Dr. Heinz Sedlmeier, LBV, Klenzestr.37, 80469 München
Tel. 089 / 200 270 71
E-Mail: h-sedlmeier@lbv.de 
 


Darf bleiben – der Idas-Bläuling, Foto: LBV