LBV Nachbarkreisgruppen
Bad Tölz-Wolfratshausen Dachau Erding Freising Fürstenfeldbruck Miesbach Starnberg
Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern
| LBV Kreisgruppe Ebersberg |
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Vorstand der Kreisgruppe |
| Richard Straub | Vorsitzender | Tel. 08121 - 34 87 |
| Markus Urbanek | 1. Stv. Vorsitzender | Tel. 08092 - 25 66 72 |
| Dieter Bosse | 2. Stv. Vorsitzender | Tel. 08106 - 31 378 |
| Andreas Zanoli-Moller | Schriftführer | Tel. 08092 - 99 13 |
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Vom Nestbau bis zur Videokamera: Zehn Jahre Weißstörche in Markt Schwaben |
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Toni Richter hatte die Metallhorstvorlage geschweißt und verzinkt, ich
hatte auf der Terrasse meinen ersten Horstaufbau versucht. Dazu verwendete
ich junges Birkenholz mit weißer Rinde und polsterte den Innenbereich mit
Stroh aus. Nun durften alle Kinder den Horst auf Stabilität und Bequemlichkeit testen. Inzwischen war die Feuerwehr und der Elektriker eingetroffen. Der Horst wurde auf Kindergartenkamin gehievt, befestigt und an die Blitzschutzanlage angeschlossen. Die Presse berichtete über das Ereignis und eigentlich fehlten nur noch die Störche. |
| Und nun hieß es hoffen und warten. Immer wieder fragten mich Kinder, wann wohl die Störche kommen würden. Aber auch die Großen hatten so manche Frage und gute Ratschläge. Vom präparierten Anlock-Storch bis zum fischbesetzten Pool auf dem nahen Flachdach der Hauptschule waren viele Ideen vorhanden. |
| Am 13.5.1995 rief mich früh morgens die Leiterin des Kindergartens an, ein Storch war eingetroffen. Der zweite kam 2 Tage später. Das Paar blieb bis zum 26.6., sie legten 3 Eier und hatten 2 Junge, die wenige Tage alt nach heftigen Regenfällen verendeten. |
| 1996 kamen beide Altstörche am
20.4. an. Es folgte eine wochenlange Trockenzeit, so dass von den 3
Jungstörchen 2 verhungerten. Bei einem heftigen Wetterumschwung kam der
dritte auch schon geschwächte Jungstorch im Hagelschauer um. Im südlichen Landkreis vollzog sich der Wandel mit heftigen Regenfällen. Am nächsten Tag waren die 3 Jungstörche aus dem Emmeringer Horst nicht mehr zu sehen. Schon 2 Wochen älter als die Markt Schwabener Storchenkinder waren sie kräftig herangewachsen, da ihre Eltern wesentlich mehr Nahrung fanden. Ein Blick aus dem Kirchturm bot uns den traurigen Anblick dreier lebloser Jungstörche mit ratlosen Altstörchen im wassergefüllten Horst. Was tun am Wochenende, wenn keine beratende Stelle besetzt ist. Bei leichtem Regen balancierte ich auf den Dachreitern zum Horst auf dem Kamin des Schulhauses. Die Altvögel flogen auf die nahe Mooswiese, mich genau im Auge behaltend. Erst als ich die Jungen aus der stinkenden Brühe hob, bemerkte ich, dass noch 2 lebten, da sie die Augen verdrehten. In jeder Hand ein Häufchen Elend, ging es zurück zur Dachluke in die Wohnung von Frau Bichler, der Horstbetreuerin in Emmering. |
| Im Bad wurden die Störchlein
warm geduscht und vor allem Schnäbel und Schlund vom Dreck befreit.
Erstaunlich, wie schnell sie sich erholten. Wolfram Strahl brachte von der
Fischzucht einen Eimer mit Jungforellen und wir begannen zu füttern, da
sie selber dazu nicht mehr in der Lage waren. Nach mehrmaligem Erbrechen
behielten sie einen Teil der Fische und nach einer halben Stunde bediente
sich der Größere der beiden schon selbst, und die Verdauung
funktionierte bestens. Eine echte Härteprobe für Regina und ihr Bad. Nun noch den Horst herrichten. Die Störche hatten dermaßen viel Plastikfolien eingetragen, dass durch die starken Regenfälle der Horst zum Pool, oder richtiger zur Odelgrube wurde. Der tote Jungstorch wurde entfernt und der kräftigere Überlebende wieder einquartiert. Der an er wurde nach Markt Schwaben mitgenommen und von W. Strahl versorgt. Am nächsten Tag berichtete Regina Bichler, dass die Altstörche im Horst stehen, ihre Jungen aber nicht füttern. Nun machte es keinen Sinn, den anderen Storch mit einer weiteren Störung auch noch einzusetzen. Wir wagten einen Versuch mit dem Markt Schwabener Storchenpaar, welches immer noch das letzte tote Küken bewachte. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde der "Emmeringer" in den Horst gesetzt, und schon als die Leiter halb eingezogen war, kam ein Altstorch zurück und begrüßte ihn klappernd. Am 22.8.1996 flog endlich nach 27 Jahren der erste Jungstorch im Landkreis Ebersberg aus. Die Altstörche zogen erst am 11.9.1996 ab. |
| Wie ging es weiter Seit 1995 hatten wir bis jetzt jedes Jahr ein Storchenpaar. Insgesamt sind 20 Jungstörche ausgeflogen. Am 11.6.2001 wurde die Störchin, als sie im Moos tieffliegend die Straße überquerte, von einem Auto tödlich erfasst. Es wurde nicht bemerkt, dass auf dem Horst immer nur der gleiche Altvogel seine 4 Jungen bewachte. Leider hat sich der Autofahrer nicht gemeldet und wir erfuhren von dem Vorfall erst, als die Jungen schon eingegangen waren. Unser damals beringtes Storchenmännchen (aus Budweis in Tschechien) fand zwar Mitte August eine neue Partnerin, kam aber im Folgejahr nicht mehr aus dem Winterquartier zurück. |
| Im Jahr 2002 traf am 5.5. ein Storch und am 16.5. eine Störchin ein - zu spät zum Brüten. Dieses Männchen attackierte sein Spiegelbild in Fensterscheiben, die er von Flachdächern aus erreichen konnte. Vor verschiedenen Fensterscheiben im Ort hingen dann rotweiße Absperrbänder. Im Treppenhaus- und Büchereifenster der Hauptschule wurden schräg angelehnte Dachlatten mit den Bändern verbunden. Trotzdem überwand er diese Hindernis und sogar herumfuchtelnde Personen hinter den Fensterscheiben konnten ihn nicht vor Angriffen abhalten. Er picke so heftig gegen die Scheiben, dass er mit dem Schnabel nach unten abrutschte und sich den Kopf dermaßen anschlug, dass die Glasscheibe mit einer Blutspur versehen war. Offensichtlich fühlte er sich trotzdem als Sieger, da er den nächsten Kamin anflog, ausführlich klapperte und drohte und sich vor lauter Eindruck schinden nicht mehr beruhigen konnte. Selbst glänzende, raschelnde, sich bewegende Alustreifen auf den Absperrbändern konnten ihn nicht zurückhalten. Als nächsten Versuch hängten wir alte Gardinen vor die Außenseiten der Fenster und hatten endlich Erfolg. |
| Seit wir in Markt Schwaben Störche haben, tauchen auch immer wieder fremde Störche auf, und gelegentlich finden auch Horstkämpfe statt. Bisher verliefen diese glimpflich. Ein besonders hartnäckiger Rivale attackierte unser Horstpaar einmal 4 Stunden lang, bis er endlich abzog. |
| Viele Stunden Arbeit waren nötig,
und ohne die Unterstützung von Bürgermeister Bernhard Winter und seinen
tatkräftigen Bauhofarbeitern wäre es uns nicht so gut gelungen. Unser Ziel für nächstes Jahr lautet Internet (MarktSchwabenerStorch o.ä.) und dass wir Sie als Gast in unserem Storchenhäusl begrüßen dürfen. Sie erreichen uns mit der S2 (Richtung Erding) oder über die A94 Ausfahrt Anzing. Die Gemeinde Markt Schwaben hat für die Bundesgartenschau 2005 in München unsere Störche als "Sehenswürdigkeit" im Außenbereich gemeldet. Richard Straub |