LBV Nachbarkreisgruppen

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  Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern

  LBV Kreisgruppe Ebersberg

Vorstand der Kreisgruppe

Richard Straub Vorsitzender Tel. 08121 - 34 87
Markus Urbanek 1. Stv. Vorsitzender Tel. 08092 - 25 66 72
Dieter Bosse 2. Stv. Vorsitzender Tel. 08106 - 31 378
Andreas Zanoli-Moller Schriftführer Tel. 08092 - 99 13
 
  Neues vom Storch
Unter www.storchinbayern.de sind wir mit unserer Beobachtungskamera vertreten.

2008: Unsere Störche zogen 4 Junge groß. Leider verunglückten 2 der schon eifrig fliegenden Jungstörche. Während einer unauffindbar blieb, wurde der andere neben einer Halle tot aufgefunden. Erstmals zogen dieses Jahr die Altstörche vor den 2 verbliebenen Jungstörchen ab.

1. Storch Ankunft 26.3.2006. Die Altvögel zogen dann 3 Jungvögel erfolgreich auf
1. Storch Ankunft   4.4.2005 (Weibchen) legt von 18.4. - 24.4.  5 Eier (unbefruchtet).
2. Storch Ankunft 26.4.2005 (Männchen) wirft das Gelege aus dem Horst.
Nach den üblichen Paarungen legt die Störchin ab 28.04. fünf weitere Eier.
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In der Zeit vom 1.6. - 4.6.2005 sind 4 Störche geschlüpft. Bedingt durch die heftigen Regenfälle und Abkühlung hat nur einer die nasskalte Witterung Ende Mai überlebt und wurde zum wahren "Nesthäkchen" der ganzen Gemeinde. Von hoch oben blickte er ruhig auf das Fest "30 Jahre Kindergarten und 11 Jahre Storchenhorst" herab. Umgekehrt konnten die Menschen im neuen Monitor-Haus genau in den Horst schauen - und erstmals auch über das Internet.

Im vergangenen Jahr lagen 6 Eier im Horst. Es kamen 3 Jungstörche zum Ausfliegen.  
Vor 4 Jahren wurde unsere Störchin Opfer des Straßenverkehrs, was uns leider nicht gemeldet wurde und auch den 4 Jungen das Leben kostete.     Richard Straub


Vom Nestbau bis zur Videokamera: 
Zehn Jahre Weißstörche in Markt Schwaben
Storch4.jpg (30836 Byte) Sie waren schon mal da in Markt Schwaben, und zwar bis vor 50 Jahren: Vor 27 Jahren war der letzte Jungstorch im Landkreis Ebersberg in Grafing ausgeflogen. 1993 gab es in Oberbayern nur noch 4 Brutpaare in Geisenfeld, Langengeisling, Pörnbach, Rechtmering.

1989 versuchte ein Storchenpaar für ein paar Stunden auf jenem Kamin zu horsten, wo wir nun unser Glück versuchten. Jedoch blies damals ein Sturm die abgelegten Zweige weg. Durch diese Storchenpaar ermutigt, legten wir vom LBV, in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde und drei Landwirten ca. 20 Tümpel im Moos und der Schwabener Au an.
Wir bauen dem Storch ein Nest
Anfang März 1994 konnte man einen Storchenhorst mit 165 cm Durchmesser mit einem VW Polo unter sich beobachten, der sich dem Kindergarten "Vorschule e.V." näherte. Die Kindergartenkinder mit Eltern, Großeltern und Besuchern warteten schon mit Spannung auf die Aktion.
Storch3.jpg (44596 Byte)
Toni Richter hatte die Metallhorstvorlage geschweißt und verzinkt, ich hatte auf der Terrasse meinen ersten Horstaufbau versucht. Dazu verwendete ich junges Birkenholz mit weißer Rinde und polsterte den Innenbereich mit Stroh aus.
Nun durften alle Kinder den Horst auf Stabilität und Bequemlichkeit testen.
Inzwischen war die Feuerwehr und der Elektriker eingetroffen. Der Horst wurde auf Kindergartenkamin gehievt, befestigt und an die Blitzschutzanlage angeschlossen. Die Presse berichtete über das Ereignis und eigentlich fehlten nur noch die Störche.
Und nun hieß es hoffen und warten. Immer wieder fragten mich Kinder, wann wohl die Störche kommen würden. Aber auch die Großen hatten so manche Frage und gute Ratschläge. Vom präparierten Anlock-Storch bis zum fischbesetzten Pool auf dem nahen Flachdach der Hauptschule waren viele Ideen vorhanden.
Storch7.jpg (39237 Byte) Der erste Storch kommt
Mitte April 1994 zeigt uns ein Storch auf dem Dach, dass es auch so geht. Fleißig baut er seinen Horst auf, und alle - vor allem die Kindergartenkinder - waren erfreut. Am 10. Tag beobachtete ich mit einigen Leuten "unseren" Storch. Plötzlich machte sich mit lautem Getöse ein Militärhubschrauber bemerkbar. Der Storch begann eindrucksvoll zu klappern und zu drohen. Der Helikopter kam immer näher und flog in nur wenigen Meter Höhe direkt über den Storch. Vom Luftdruck der Rotorblätter wurde er brutal in den Horst gepresst. Der Storch zog daraufhin auf Nimmerwiedersehen ab.
Am 13.5.1995 rief mich früh morgens die Leiterin des Kindergartens an, ein Storch war eingetroffen. Der zweite kam 2 Tage später. Das Paar blieb bis zum 26.6., sie legten 3 Eier und hatten 2 Junge, die wenige Tage alt nach heftigen Regenfällen verendeten.
1996 kamen beide Altstörche am 20.4. an. Es folgte eine wochenlange Trockenzeit, so dass von den 3 Jungstörchen 2 verhungerten. Bei einem heftigen Wetterumschwung kam der dritte auch schon geschwächte Jungstorch im Hagelschauer um.
Im südlichen Landkreis vollzog sich der Wandel mit heftigen Regenfällen. Am nächsten Tag waren die 3 Jungstörche aus dem Emmeringer Horst nicht mehr zu sehen. Schon 2 Wochen älter als die Markt Schwabener Storchenkinder waren sie kräftig herangewachsen, da ihre Eltern wesentlich mehr Nahrung fanden.
Ein Blick aus dem Kirchturm bot uns den traurigen Anblick dreier lebloser Jungstörche mit ratlosen Altstörchen im wassergefüllten Horst. Was tun am Wochenende, wenn keine beratende Stelle besetzt ist. Bei leichtem Regen balancierte ich auf den Dachreitern zum Horst auf dem Kamin des Schulhauses. Die Altvögel flogen auf die nahe Mooswiese, mich genau im Auge behaltend. Erst als ich die Jungen aus der stinkenden Brühe hob, bemerkte ich, dass noch 2 lebten, da sie die Augen verdrehten. In jeder Hand ein Häufchen Elend, ging es zurück zur Dachluke in die Wohnung von Frau Bichler, der Horstbetreuerin in Emmering.
Im Bad wurden die Störchlein warm geduscht und vor allem Schnäbel und Schlund vom Dreck befreit. Erstaunlich, wie schnell sie sich erholten. Wolfram Strahl brachte von der Fischzucht einen Eimer mit Jungforellen und wir begannen zu füttern, da sie selber dazu nicht mehr in der Lage waren. Nach mehrmaligem Erbrechen behielten sie einen Teil der Fische und nach einer halben Stunde bediente sich der Größere der beiden schon selbst, und die Verdauung funktionierte bestens. Eine echte Härteprobe für Regina und ihr Bad.
Nun noch den Horst herrichten. Die Störche hatten dermaßen viel Plastikfolien eingetragen, dass durch die starken Regenfälle der Horst zum Pool, oder richtiger zur Odelgrube wurde. Der tote Jungstorch wurde entfernt und der kräftigere Überlebende wieder einquartiert. Der an er wurde nach Markt Schwaben mitgenommen und von W. Strahl versorgt. Am nächsten Tag berichtete Regina Bichler, dass die Altstörche im Horst stehen, ihre Jungen aber nicht füttern. Nun machte es keinen Sinn, den anderen Storch mit einer weiteren Störung auch noch einzusetzen.
Wir wagten einen Versuch mit dem Markt Schwabener Storchenpaar, welches immer noch das letzte tote Küken bewachte. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde der "Emmeringer" in den Horst gesetzt, und schon als die Leiter halb eingezogen war, kam ein Altstorch zurück und begrüßte ihn klappernd. Am 22.8.1996 flog endlich nach 27 Jahren der erste Jungstorch im Landkreis Ebersberg aus.
Die Altstörche zogen erst am 11.9.1996 ab.
Wie ging es weiter
Seit 1995 hatten wir bis jetzt jedes Jahr ein Storchenpaar. Insgesamt sind 20 Jungstörche ausgeflogen. Am 11.6.2001 wurde die Störchin, als sie im Moos tieffliegend die Straße überquerte, von einem Auto tödlich erfasst. Es wurde nicht bemerkt, dass auf dem Horst immer nur der gleiche Altvogel seine 4 Jungen bewachte. Leider hat sich der Autofahrer nicht gemeldet und wir erfuhren von dem Vorfall erst, als die Jungen schon eingegangen waren. Unser damals beringtes Storchenmännchen (aus Budweis in Tschechien) fand zwar Mitte August eine neue Partnerin, kam aber im Folgejahr nicht mehr aus dem Winterquartier zurück.
Im Jahr 2002 traf am 5.5. ein Storch und am 16.5. eine Störchin ein - zu spät zum Brüten. Dieses Männchen attackierte sein Spiegelbild in Fensterscheiben, die er von Flachdächern aus erreichen konnte. Vor verschiedenen Fensterscheiben im Ort hingen dann rotweiße Absperrbänder. Im Treppenhaus- und Büchereifenster der Hauptschule wurden schräg angelehnte Dachlatten mit den Bändern verbunden. Trotzdem überwand er diese Hindernis und sogar herumfuchtelnde Personen hinter den Fensterscheiben konnten ihn nicht vor Angriffen abhalten. Er picke so heftig gegen die Scheiben, dass er mit dem Schnabel nach unten abrutschte und sich den Kopf dermaßen anschlug, dass die Glasscheibe mit einer Blutspur versehen war. Offensichtlich fühlte er sich trotzdem als Sieger, da er den nächsten Kamin anflog, ausführlich klapperte und drohte und sich vor lauter Eindruck schinden nicht mehr beruhigen konnte. Selbst glänzende, raschelnde, sich bewegende Alustreifen auf den Absperrbändern konnten ihn nicht zurückhalten. Als nächsten Versuch hängten wir alte Gardinen vor die Außenseiten der Fenster und hatten endlich Erfolg.
Seit wir in Markt Schwaben Störche haben, tauchen auch immer wieder fremde Störche auf, und gelegentlich finden auch Horstkämpfe statt. Bisher verliefen diese glimpflich. Ein besonders hartnäckiger Rivale attackierte unser Horstpaar einmal 4 Stunden lang, bis er endlich abzog.
Dem Storch mit der Videokamera ins Nest geschaut
Wie schon erwähnt, wohnen unsere Störche auf dem Kindergarten, unserer ehemaligen Volksschule. Neben der angrenzenden Hauptschule sind Grund-, Realschule und Gymnasium in unmittelbarer Nachbarschaft. Da sollte man doch eigentlich mehr aus unserer Rarität machen. 1997 "verschenkte" ich Storchenbilder und Poster gegen freiwillige Spenden für eine Beobachtungskamera. Seit 1998 überträgt nun eine Kamera live in den Kindergarten. Der Monitor ist so platziert, dass das Treppenhaus zur Tribüne wird. Jedes Jahr malen die Kinder Storchenbilder oder basteln Storchenmobiles. Im Fenster der Hauptschule zeigte ein weiterer Monitor jedem vorbeikommenden Interessierten, was im Horst gerade los ist.

Storch6.jpg (38839 Byte)
Storch1.jpg (46082 Byte) Im Grundschulunterricht ist Familie Storch seit Jahren verankert. Abwechselnd notieren die Schüler ihre Beobachtungen vor dem Monitor oder Horst. Im Juni 2004 sind wir mit diesem Monitor umgezogen ins "Markt Schwabener Storchenhäusl". Es ist ein ehemaliges Gerätehaus des Hauptschul-Hausmeisters, welches uns großzügig zur Verfügung gestellt wurde. Außen wurde es von den Kindergartenkindern liebevoll bemalt, doch auch Erich Strarringer und ich konnten dem Pinsel nicht widerstehen. 
Viele Stunden Arbeit waren nötig, und ohne die Unterstützung von Bürgermeister Bernhard Winter und seinen tatkräftigen Bauhofarbeitern wäre es uns nicht so gut gelungen.
Unser Ziel für nächstes Jahr lautet Internet (MarktSchwabenerStorch o.ä.) und dass wir Sie als Gast in unserem Storchenhäusl begrüßen dürfen. Sie erreichen uns mit der S2 (Richtung Erding) oder über die A94 Ausfahrt Anzing.
Die Gemeinde Markt Schwaben hat für die Bundesgartenschau 2005 in München unsere Störche als "Sehenswürdigkeit" im Außenbereich gemeldet.

Richard Straub