Kiebitz-Beobachtungen

 

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Kiebitze sind seltene bedrohte Watvögel, sie brauchen unseren Schutz
Als typischer Offenlandbewohner profitierte der Kiebitz zunächst bei uns von der Umwandlung von Wäldern in Wiesen- und Ackerlandschaften. In Mitteleuropa Bewohner von Niederungsgebieten ist er vor  allem in der norddeutsch – polnischen  Tiefebene ein weit verbreiteter Charaktervogel. Viele seiner Eigenschaften prädestinieren ihn zu einem „Anpasser“ an gewandelte Lebensräume infolge von Nutzungsänderungen. (mehr)

Kiebitz, Bild von Rita Mühlbauer

Kiebitz-Beobachtungen in den Jahren 2007 - 2008 im Münchener Nordosten
(Gebiet rund um den Abfanggraben - im Moosgrund
)
Während das Jahr 2007 zunächst noch recht vielversprechend begann, musste ich im weiteren Jahresverlauf feststellen, dass die Vögel praktisch verschwunden waren. Auch im Jahr 2008 konnte ich nur noch ganz vereinzelt wenige Exemplare zählen. Momentan sieht es so aus, als sollte sich der Kiebitz als Brutvogel auch aus diesem, früher durchaus viel belegten Gebiet, verabschieden. Hier meine Aufzeichnungen der letzten beiden Jahre:
    6.3.2008:   2 Kiebitze westlich des Grabens
    4.4.2008:   2 Kiebitze westlich des Grabens
    5.5.2008:   1 Kiebitz östlich des Grabens, in der Nähe des Autokinos Aschheim.
   25.2.2007: 25 Kiebitze westlich des Abfanggrabens
   16.3.2007: 18 Kiebitze westlich und östlich des Grabens
   10.4.2007: 15 Kiebitze rund um den Graben, davon 8 Kiebitze in der Nähe der LBV-Hecken
                    später im Jahr keine Kiebitze mehr gesehen.

 

Kiebitz-Beobachtungen im Jahr 2006 im Münchener Nordosten

 1. Die Vögel trafen deutlich später ein als in den vergangenen Jahren. Erst in der ersten Maihälfte sah ich
     sie (meist über Maisfeldern) beim Balzflug. Vermutlicher Grund: Langer und strenger Winter 2005/06
 2. Die Anzahl ging wohl nochmals leicht zurück. Mehr als 10 Vögel gleichzeitig konnte ich im Gebiet
     nicht feststellen.
 3. Über erfolgreiche Bruten kann ich leider nicht berichten. Ich habe keine Küken oder Jungvögel gesehen.
 4. Den letzten Kiebitz im Gebiet sah ich am 24. August in der Nähe des autokinos Aschheim

Kiebitz im Jahr 2005

Pünktlich zum Frühlingsanfang, jedoch deutlich später als in den Vorjahren, sind die Kiebitze in den Münchner Nordosten zurückgekehrt. Nach dem langen schneereichen Winter konnte ich die ersten 3 Exemplare am 22. März 2005 nördlich und südlich des Abfanggrabens feststellen.

Leider konnte ich bei meinen intensiven Beobach-tungen im Frühjahr und Sommer 2005 nur noch maximal gleichzeitig 12 Exemplare des schönen Bodenbrüters Vanellus vanellus feststellen. Damit bestätigt sich die Vermutung, dass es mit dem Vogel

 

  Kiebitz, Foto W. A. Bajohr

des Jahres 1996 in München derzeit weiter bergab geht. Ich hoffe, dass sich der Bestand jetzt wenigstens auf niedrigem Niveau stabilisiert und der Kiebitz im Münchener Nordosten nicht ganz verschwindet.

Seit vielen Jahren mache ich Naturbeobachtungen in diesem Gebiet, welches überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird, dessen Eintönigkeit jedoch durch einige charakteristische Strukturformen unterbrochen wird. Dazu zählt der Hüllgraben mit dem sich anschließenden Abfanggraben, die alte aufgelassene Bahndammtrasse, drei vom LBV vor mehreren Jahren gepflanzte Heckenstreifen, eine aufgelassene renaturierte Kiesgrube und einige Siedlerhäuser mit naturnahen Gärten.
So sind in dieser Landschaft neben zahlreichen Feldrehen und Hasen auch noch recht viele Vogelarten zu beobachten. Als Charakterarten möchte ich insbesondere Goldammer und Feldlerche nennen. Aber auch die selten gewordenen Kiebitze haben hier eines ihrer letzten Verbreitungsgebiete auf Münchner Boden.

 Allerdings sind auch hier nach meinen Feststellungen leider die Bestände in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Habe ich an einem April-Vormittag des Jahres 2003 z.B. noch 23 Exemplare gezählt, so stellte ich im Frühjahr 2004 nur noch maximal 18 Stück fest. Und so wie es jetzt aussieht, werden es heuer (2005) wohl wieder weniger werden (siehe oben).
 
Werner Kaufmann