Arbeitskreis Fledermäuse

Die meisten einheimischen Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht.
An geeigneten Stellen finden sie – auch innerhalb der Stadt – Unterschlupf. Doch diese Quartiere sind häufig bedroht. Deshalb setzen wir uns im Raum München
für Fledermäuse ein.

Was tut der AK Fledermäuse ?
Fledermaus gefunden - was tun? Fledermaus-Notruf
Münchner Fledermausarten - Kurzportraits
Ein Fledermausjahr
Quartiere (und Bauanleitung Fledermaus-Flachkasten)
Gefährdung und Schutzmaßnahmen
Info und Führungen für Kinder und Erwachsene
Aktivitäten im Jahr 2004, 2005, 2006, 2007, 2008
und 2009

 

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 Abendsegler und Langohr 
 Foto: Hortig

Was tut der AK Fledermäuse?

  • Wir nehmen Meldungen über Fledermäuse und Fledermaus-Quartiere entgegen
    Bei Notrufen aus der Bevölkerung nehmen wir verletzte oder geschwächte Fledermäuse auf zur Pflege,
    zur Überwinterung und zum Auswildern

  • Wir suchen und betreuen Fledermausquartiere in München und nehmen jährliche Bestandskontrollen vor.

  • Wir nehmen Kontakt mit Hausbesitzern auf, um Quartiere zu sichern

  • Wir beraten die Hausbesitzer bei ev. notwendig werdenden Renovierungen und versuchen, Quartiere zu erhalten oder Ersatz-Quartiere zu schaffen

  • Wir beraten Anrufer, die etwas für Fledermäuse tun wollen

  • Wir bauen Sommer- und Winterkästen für Fledermäuse und hängen sie auf, wo es notwendig ist

  • Wir sprechen mit Verantwortlichen, um Fledermausbäume zu schützen

  • Wir machen „Reklame“ für Münchens Fledermäuse:
    - Führungen jeweils Ende April, Ende August und Mitte September im Englischen Garten
      und bei der "Langen Nacht der Umwelt" (siehe Veranstaltungen)

    - und wir feiern ein großes Fest im Rahmen der „Europäischen Nacht der Fledermäuse“
      jedes Jahr Ende August
    - Besuch von Schulklassen und Kindergruppen (siehe Umweltbildung: Vögel - Fledermäuse)
    - Diavorträge

Fledermaus gefunden - was tun? Fledermaus-Notruf

Fledermäuse sind nachtaktiv, tagsüber leben sie in Verstecken. Es ist deshalb ungewöhnlich, eine Fledermaus bei Tag außerhalb ihres Quartiers zu finden. Ist es doch der Fall, dann tauchen viele Fragen auf: Ist sie lebendig oder tot, gesund oder krank, bei Kräften oder erschöpft, jung oder alt, verirrt?......Wie soll ich mich verhalten?
Achtung: Fassen Sie eine Fledermaus immer nur mit Handschuhen oder einem sonstigen Schutz gegen Bisse an!
Setzen sie das Tierchen in ein Behältnis (Schachtel, Kiste usw.) und legen sie ein Tuch hinein. Verschließen Sie die Schachtel sehr gut, z. B. mit Klebe- oder Gummiband. Ein Zentimeter genügt den kleinen Arten zum Entkommen! Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie dem Tier Wasser (Pipette, Teelöffel) anbieten. Benachrichtigen Sie eine Fledermaus-Fachfrau: 
Für Stadt und Landkreis
München
    Margarete Kistler     Tel. 089 / 6422756, Handy  0177 / 6422756
   
Dr. Irene Frey-Mann Tel: 089 / 15970590
Adressen außerhalb Münchens: http://www.agf-bw.de
Falls sich das Tier im Frühjahr, Sommer oder Herbst in ein Zimmer verflogen
hat, öffnen Sie gegen Abend weit das Fenster. Ein gesundes Tier fliegt nachts aus. Ist das Tier am nächsten Morgen noch da, dann verständigen Sie eine Fledermaus-Fachfrau. Tel. s.o.
Rettungsaktion: Abendsegler aus dem Winterschlaf gerissen (mehr)

 

Münchner Fledermausarten – Kurzportraits  

In München kann man ca. sieben Fledermausarten beobachten, besonders im Bereich der Isar, in Parks und in Friedhöfen, aber auch in Wohngebieten.

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Großer Abendsegler
Foto: Zahn

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Zwergfledermaus
Foto: Hortig

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Zweifarbfledermaus
Foto: Hortig


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Wasserfledermaus
Foto: Zahn

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Rauhautfledermaus
Foto: Zahn

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Bartfledermaus
Foto: Dr. Gebhard

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Braunes Langohr
Foto: Zahn

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Mausohrfledermaus
Foto: Zahn

 

Ein Fledermausjahr

Im Verlauf des Jahres haben Fledermäuse unterschiedliche Ansprüche an Quartiere. Im Winterquartier verschläft die Fledermaus die frostige Jahreszeit. Sie muss Energie sparen, da sie in dieser Zeit nichts zu fressen findet. Deshalb senkt sie ihre Körpertemperatur mitunter bis auf 5 - 3° C ab. Aufgrund dieser niedrigen Körpertemperatur reicht die Energie ihrer Fettreserven bis zum Frühjahr aus.
Wenn im Frühjahr die ersten Insekten fliegen, wachen die Fledermäuse auf und beginnen wieder mit der Nahrungsaufnahme. Bis Ende Mai haben sie sich dann in ihren Sommerquartieren eingefunden. Die trächtigen Weibchen suchen gemeinsam warme Quartiere auf und gründen sogenannte Wochenstuben. Dort gebären sie ihre Jungen. Ein Fledermausweibchen bekommt 1-2 Junge pro Jahr, die ca. 5-6 Wochen lang gesäugt werden. Dann können sie auch schon fliegen und selbständig Insekten jagen. Gegen Ende des Sommers beginnt die Paarungszeit. Im Herbst suchen Männchen und Weibchen gemeinsam die Winterquartiere auf, die mehr oder weniger weit (bis 1500 km!) von den Sommerquartieren entfernt liegen. Mitunter sind es mehrere Tausend Fledermäuse, die sich ein Winterquartier teilen.
 

Quartiere

Im Sommer leben viele Fledermäuse mit uns Menschen unter einem Dach: in engen Spalten, in Speichern, hinter Holzverkleidungen an Hausmauern, hinter Fensterläden, in Rollokästen, in Spalten unter Flachdächern.

Andere verbringen den Tag in alten hohlen Bäumen, in Spechthöhlen, hinter abgelöster Rinde oder in Vogel- oder Fledermauskästen.

Oft fällt bei Quartieren nur der unten liegende Kot auf. Fledermauskot sieht ähnlich aus wie Mäusekot, ist aber glänzender und nicht so kompakt, sondern läßt sich leicht zerbröseln. Er ergibt aufgeschwemmt einen vorzüglichen Blumendünger.

Den Winter verbringen sie in kühlen, feuchten frost- und zugfreien, konstanttemperierten und störungsfreien Verstecken. Das können sein: hohle, dicke Bäume, Keller, Stollen, natürliche Höhlen oder Felsspalten  oder  Brennholzstapel.

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Fledermausbaum

Überlebensnotwendig für unsere Fledermäuse ist der Schutz dieser Quartiere. Bei Renovierungsarbeiten an Gebäuden sollen deshalb Einflug-Öffnungen oder Spaltenquartiere erhalten oder neu geschaffen werde. Alte Bäume sollen nicht gefällt werden, es sollte ein Bestand an älteren Bäumen nachwachsen dürfen.

Höhlen und Stollen sollen im Winter nicht betreten werden, es soll kein Feuer gemacht werden, nicht mit Fackeln hantiert werden. Sonst werden die winterschlafenden Tiere geweckt, zehren ihre Energiereserven zu rasch auf und können den Winter nicht überleben.

Sie können den Fledermäusen auch helfen, wenn Sie ein Ersatzquartier anbieten
(siehe Bauanleitung Fledermaus-Flachkästen). 

 

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Fledermäuse haben nur wenige natürliche Feinde (Eulen, Greifvögel, Steinmarder und Waldmäuse). Oft  kommt es durch Hauskatzen zu tödlichen Verletzungen. In manchen Jahren führen ungünstige klimatische Faktoren wie länger anhaltendes nasskaltes  Wetter zu einer erhöhten Sterblichkeit - vor allem unter den Jungtieren. Die größte Gefahr geht jedoch von uns Menschen aus.

Schädlich für Fledermäuse:

Was können wir dagegen tun?: 

1. Zu wenig oder vergiftete Nahrung
   
In einer „ausgeräumten“ Landschaft
    mit vielen Monokulturen und regel-
    mäßigen Gifteinsätzen wird das An-
    gebot an Insekten kleiner und  halb 
   
vergiftete Insekten werden zur leich-   
    ten Beute - mit schlimmen Folgen.


- Einkauf ökologischer Lebensmittel
- kein Gifteinsatz im eigenen Garten
- heimische Pflanzen als Insekten-Nahrung
  im Garten anbieten. 
- naturnahe Lebensräume erhalten
  (Mischwald, Hecken, Teiche, usw.)

2. Ständige Verknappung des Wohnraum-
    angebotes:

   
Baumfällungen, Sanierungen, Dach-
   
ausbau, Wärmeschutzmaßnahmen, 
   
Moderne fugendichte Neubauten.     
   
(Problematisch ist dabei auch, dass
    Fledermäuse relativ ortstreu sind und
    Ersatzquartiere nicht so einfach ange-
    nommen werden.)


- alte Bäume mit Spechthöhlen und Spalten 
  sichern und erhalten - ganz oder zumindest 
  teilweise
 - bei Neubau, Umbau oder Sanierung
   Fledermausquartiere ermöglichen bzw.
   erhalten

- Schaffung und Erhaltung von
   Ersatzquartieren

3. Holzgifte
     Hautkontakt mit unverträglichen
    
Holzschutzmitteln am Hangplatz führt 
     zu Vergiftungen und Todesfällen.


- umweltverträgliche Holzschutzmittel verwenden
- Holzwurmbefall mit der Heißluft-Methode
  bekämpfen

4. Unfalltod, Verkehrsopfer

- Gefäße, die als Falle wirken können,
  abdecken (z.B. Regentonnen, Eimer, Vasen)

5. Starke Beunruhigung

- Renovierungen in der Zeit der Wochen-
  stuben (Mai-Juli)  vermeiden! Nicht alle
  Fledermausarten  hängen für uns sichtbar! 
- Störungen in den Winterquartieren vermeiden!
  Höhlentourismus: jedes Aufwachen kostet
  sehr viel Energie
 

 Info und Führungen für Kinder und Erwachsene

Jeweils Ende April, am letzten Samstag im August und Mitte September können Sie an einer Fledermausführung im Englischen Garten teilnehmen.
Die Daten entnehmen Sie bitte dem aktuellen
Veranstaltungsprogramm des LBV.

Bei ausreichender Teilnehmerzahl bieten wir Ihnen zusätzliche Führungen, Diavorträge und Besuche in Schulklassen oder bei Kindergruppen an.
 

 Weiterführender Link:

Information zu Fledermausarten, Biologie, Gefährdung, Schutz, Beobachtung, Forschung
http://www.fledermausschutz.de/

BUND Naturschutzzentrum Westlicher Hegau
http://www.all-about-bats.net/

Fledermaus-Erlebnis-Ausstellung in Bad Segeberg. Alles Wissenswerte über die Welt der Fledermäuse.
http://www.noctalis.de