Umweltbildung: Umwelttipps

Ein exzellenter Taucher
An den Bächen des Landkreises kann man zur Zeit die Wasseramsel sehen und hören

Die Wasseramsel ist der einzige heimische Singvogel, der nicht nur schwimmen, sondern auch exzellent tauchen kann. Zu dieser Jahreszeit kann man ihn an verschiedenen Bächen im Landkreis,nicht nur sehen, sondern vor allem auch hören. Bei dem Vogel mit dem auffälligen weißen Brustfleck wird die Balz in den nächsten Monaten beginnen, das Brutgeschäft geht dann oft schon im Februar los.

Hauptlebensraum der Wasseramsel in Bayern sind schnell fließende, klare Alpen- und Voralpenbäche. Der Vogel lebt vor allem von wasserlebenden Insektenlarven, Krebsen und Schnecken, die er von den Steinen am Bachbett abpickt. Die Tauchgänge der Wasseramsel dauern bis zu 15 Sekunden, wobei sie dabei unter Wasser mehrere Meter auf den Bachkieseln entlang läuft und Nahrung aufsammelt. Die Wasseramsel verlässt uns das ganze Jahr nicht, da bei uns die größeren Bäche in aller Regel nicht gänzlich zufrieren. Im Winter weicht sie aber vor den extremen Bedingungen der Alpen und ist vermehrt im Vorland, so auch im Englischen Garten von München zu sehen.

Wasseramseln brüten natürlicherweise in den Steilufern unserer Bäche, unter ausgespülten Wurzeln oder in anderen Nischen. Da die Ufer bei uns mittlerweile oft verbaut sind, hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) an vielen Stellen, so unter Brücken, an Wehranlagen und im Uferbereich spezielle Nistkästen für diesen, bayernweit im Rückgang begriffenen Vogel installiert. Diese Artenschutzmaßnahme zeigt auch positive Wirkung, da die Kästen in der Regel gut angenommen werden. Für den Naturhaushalt ist es aber eine nur sehr unbefriedigende Lösung, da damit nur einer Art gezielt geholfen werden kann. Eine Renaturierung der bayerischen Gewässer, insbesondere die Rückführung der Uferverbauungen würde dagegen der gesamten Lebensgemeinschaft helfen. Deshalb sind die Wasseramselkästen, wie letztendlich alle Vogelkästen, nur als Überbrückung zu verstehen bis die ökologischen Bedingungen sich so verbessert haben, dass die Wasseramsel wieder vermehrt natürliche Brutplätze findet.


Wolfgang Kuhn