Umweltbildung: Umwelttipps

Schwarze Gesellen auf Besuch
Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) möchte auf die Saatkrähenschwärme im Landkreis aufmerksam machen

Große schwarze Vogelschwärme kreisen am grauen Winterhimmel und fallen bei beginnender Dunkelheit mit großem Gekrächze in ihre Schlafbäume ein. Es handelt sich nicht um Szenen aus einem Hitchkock-Film, sondern um das tägliche Ritual der Saatkrähen. Diese Vögel sind im November aus Rußland und Skandinavien gekommen, um bei uns den Winter zu verbringen. Bei uns finden sie auf Feldern, Bachufern, Weiden und Wiesen noch ausreichend Nahrung. Mit ihrem langen, schmalen Schnabel ziehen sie Engerlinge, Larven und Würmer aus dem Boden, ernähren sich aber auch von Pflanzenteilen und Abfällen.

Im Gegensatz zu den anderen Rabenvögeln ist die Saatkrähe ein ausgesprochener Schwarmvogel, der zur Brutzeit im Frühjahr in den Kronen alter Bäume große Kolonien bildet. Obwohl die Saatkrähe vollkommen unter Schutz steht, sind die Zeiten, in denen ihre Kolonien bis zu 2000 Tiere zählten, vorbei. Heutzutage sind Kolonienstärken mit 200 Tieren schon eine beachtliche Zahl. Die Gründe für ihre Bestandsabnahme sind vielfältig und insgesamt in den schlechteren Umweltbedingungen zu suchen.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) macht zudem darauf aufmerksam, daß sich zu den großen Saatkrähenschwärmen gerne Rabenkrähen und Dohlen gesellen, die dann mit diesen leicht verwechselt werden können. Die erwachsenen Saatkrähen sind aber von den anderen Rabenvögeln leicht durch den weißen und unbefiederten Schnabelgrund zu erkennen, der bei Rabenkrähen und Dohlen stets befiedert und schwarz ist.

Im Frühjahr ziehen die gefiederten Winterurlauber dann wieder in ihre Brutgebiete nach Rußland und Skandinavien. Dafür kommen 'unsere' Saatkrähen von ihren Winterquartieren in Spanien und Frankreich zurück. Da mit dem Winter auch die großen Krähenschwärme gehen, sollte man es nicht versäumen den ergreifenden Anblick am abendlichen Himmel jetzt zu genießen.


Wolfgang Kuhn