Umwelttipp: Der Wildgemüse-Tipp zum Monat Juni: Holler
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Ab Ende Mai stehen die Sträucher des Holunder (=Holler) wieder in voller Blüte und verströmen ihren süßlichen Duft. Wir ernten von den gelblich-weiß erscheinenden Dolden (botanisch: Trugdolden) die mit dem meisten Gelb (= Blütenstaub) in der Mitte ihrer Blüten. Sie sind erst frisch aufgeblüht und bieten das intensivste Aroma. Für Hollerkücherl erntet man die Dolden mit langem Stiel (=der spätere Griff), für Blütenwasser schneidet man bei der Ernte kurzstielig ab. Rezept für Hollerkücherl: Material: 1-2 Hollerdolden mit Stiel=Griff pro Person, Pfanne oder Topf mit heißem, siedendem Frittieröl oder Bratöl, sehr dünnflüssiger Pfannkuchenteig, der mit ein WENIG Honig ganz leicht gesüßt wurde, saugfähiges Küchenpapier, ggf. Puderzucker, ggf. Hollerblütensirup Detailhinweise: Bratöl (ideal: „Bratöl, hoch erhitzbar“, weil Sonnenblumenöl der Sorte high oleic, verträgt auch sporadisches Überhitzen ohne Bildung gesundheitsschädlicher Transfettsäuren, erhältlich in jedem Naturkostladen, verschiedene Hersteller, 0,4 Liter für 30 Hollerkücherl), vorbereiteter Frittierteig für 30 Kücherl: 200 g Dinkelmehl z.B. Type 1050, 1 Ei, 0,3 Liter Milch, 2 Prisen Salz, 1 bis 2 Esslöffel Honig (z.B. Akazienhonig=ziemlich flüssig, milder Eigengeschmack), Man greift eine Hollerdolde am Stiel, tunken sie in den Frittierteig, bis alle Blüten unter getaucht sind, zieht sie heraus und lässt den Teig gründlich 10 bis 20 Sekunden lang über dem Teigvorrat abtropfen, gibt die Dolde ins siedende Fett und drücken sie ggf. leicht hinein, damit möglichst wenig vom Teigmantel oben aus dem Fett heraus schaut. Wenn der Teig an den Außenrändern des Bratstücks nach 10 oder 20 oder 30 Sekunden knusprig braun erscheint, ist auch die Unterseite meist entsprechend fertig. Man hebt die Dolde am Griff aus dem Fett heraus, lässt das heiße Fett gründlich etwa 10 Sekunden lang in die Pfanne zurück tropfen und legt das Bratstück dann noch auf einem Küchenpapier ab, welches weiteres überschüssiges Fett aufsaugt. Von der Hand in den Mund schmeckt es hervorragend, die kleinsten Blütenstielchen isst man einfach mit. Zusätzliche Verfeinerungen bieten Puderzucker oder ein Eintunken in Holunderblütensirup. Überschüssiges Frittieröl entsorgt man schließlich korrekt in kleinen Mengen über die Restmülltonne. Rezept für Holler-Blütenwasser: In Glasbehältern setzt man dekorativ ca. 10 Hollerdolden und 4 Zitronenscheiben pro Liter an, deckt sie mit einem Tuch ab und lässt sie für ein paar Stunden ziehen. Absiebend gießt man sie dann in Trinkgefäße, ggf. vorher abkühlen. Ein ganz feines Holleraroma ist entstanden, sehr erfrischend. Wohl bekomms ! Wer unbedingt Zucker oder andere Süßungsmittel hinzugeben möchte, sollte dieses wunderbare Getränk trotzdem vorher auch mal ungesüßt probieren ! |