|
Hollerkücherl
Ab Ende Mai beginnt die große Zeit des
Holunders oder auch Holler, wie er in Bayern genannt wird. Und ein weithin
bekanntes Schmankerl zu dieser Zeit sind die Hollerkücherl.
Dazu
sammelt man in deutlichem Abstand von Straßen und Feldern vom Hollerstrauch
pro Person zwei bis drei frisch aufgeblühte weiße Dolden, die man an ihrem
intensiven Duft erkennt wie auch am vielen Blütenstaub, der die Blütendolden
möglichst gelblich aussehen lassen soll. Sie sollen noch einen etwa
fingerlangen Stiel haben und man schüttelt von ihnen vor dem Backen, wenn
nötig, kleine Insekten ab. Dann tunkt man die Blütenscheiben tief in einen
ziemlich flüssigen Pfannkuchenteig, der mit etwas Honig verfeinert wurde,
lässt vom Teig das meiste gründlich abtropfen und brät den mit
Teigflüssigkeit nur noch leicht überzogenen Blütenteller in heißem Fett
ungeachtet des Blütenstieles von beiden Seiten goldbraun. Anstatt in der
Pfanne zu braten ist es noch stilgerechter, ihn in heißem Fett schwimmend
auszubacken. Beim Essen kann der Doldenstiel in jedem Fall als Griff dienen,
man isst nur die feinsten Ästlein mit.
Auf dem Teller kann man schließlich noch Zimtzucker, Kompott oder
Vanillesoße hinzureichen, wovon das feine Holleraroma allerdings leicht
übertönt werden kann.
Zum Trinken bereitet man sich
klassischerweise eine Holunderlimonade:
In eine Glaskanne gibt man ungefähr einen Liter Wasser, löst darin 2 TL
Zucker auf, gibt 6 bis 7 frisch aufgeblühte Blütenteller vom Holunder sowie
2 ungespritzte Zitronenscheiben in das Wasser. Mit einem Tuch abgedeckt
lässt man das Ganze ein paar Stunden in der Sonne ziehen, kühlt es ab und
gießt es durch ein Sieb in Trinkgläser. Und es geht auch noch naturnäher:
einfach den Zucker weg lassen!
Will man sich Hollerlimonade für spätere Zeiten einfrieren, bereitet man ein
Konzentrat aus Zuckerwasser, Zitronenscheiben und Holunderblüten, welches
man dann im Eiswürfelbereiter einfriert und als Hollerlimonaden-Eiswürfel im
Wasserglas jederzeit wieder auflösen kann. |