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Zeitlos in den Herbst, der LBV macht auf die Herbstzeitlose aufmerksam |
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In feuchten Wiesen und Auwäldern tauchen ab Ende August/Anfang September blaßlila Blüten aus dem Boden aus und der erste Eindruck ist: Krokusse im Herbst ? Nein, es handelt sich um die Herbstzeitlose, einer hochinteressanten Pflanze die der Landesbund für Vogelschutz (LBV) etwas näher vorstellen möchte. |
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Zur Blütezeit im Spätsommer/Herbst hat die Herbstzeitlose keine Blätter, es erscheinen nur die blaßvioletten Blüten. Die Blütenblätter sind in ihrem unteren Teil zu einer bis 20 cm-langen, bis in die Erde hinabreichenden Blütenröhre verwachsen. Aus dem ausgebreiteten oberen Teil der Blüten ragen die langen Griffel heraus. Die Herbstzeitlose besitzt damit eine der längsten Blüten im heimischen Pflanzenreich. Der Fruchtknoten selbst befindet sich in der Erde. Wird die Pflanze befruchtet, erscheint im nächsten Frühjahr die Frucht zusammen mit den Blättern. |
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Mit diesem ungewöhnlichen Entwicklungsrhythmus ist die Herbstzeitlose optimal an die ursprüngliche Wiesenbewirtschaftung angepaßt. Zur Blütezeit ist die Wiese meistens schon das letzte Mal gemäht, so daß keine Gefahr besteht, daß die Blüte vernichtet wird. Mit ihrer Zwiebel, einem unterirdischen Speicherorgan, überdauert sie den Winter. Im Frühjahr, noch vor der ersten Mahd, entwickeln sich die Blätter und kommt die Frucht zur Reife. Wird die Wiese dann das erste Mal gemäht, hat die Herbstzeitlose genug Reservestoffe gespeichert, um im Herbst zu blühen und im nächsten Frühjahr wieder neu auszutreiben. |
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Durch die heute weitverbreitete intensive Wiesennutzung ist auch die Herbstzeitlose in ihrem Bestand stark zurückgegangen. Düngung und häufiger Schnitt begünstigen vor allem die hochwachsenden Gräser, während die Kräuter in einer Wiese immer mehr zurückgehen. Aufgrund der intensiven Düngung wachsen Gräser und Kräuter einer Wiese sehr schnell. Der erste Mahdtermin erfolgt, noch bevor die Herbstzeitlose genügend Reservestoffe speichern und fruchten kann. |
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Die Herbstzeitlose, die zu den Liliengewächsen zählt, ist auch eine bekannte Gift- und Heilpflanze. Das giftige Colchicin ist in allen Pflanzenteilen enthalten. Viele Vergiftungen, teilweise sogar mit tödlichem Ausgang, sind bekannt und beschrieben. So kommt es immer wieder zu Vergiftungen aufgrund von Verwechslungen der Blätter der Herbstzeitlosen mit denen des Bärlauchs. Auch in der Medizin findet das Colchicin als bewährtes Gichtmittel Verwendung. |
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