Umweltbildung:
Umwelttipps
Wer hat Angst vorm Fuchsbandwurm?
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Die Furcht vor den Eiern des Fuchsbandwurms geht um. Immer mehr Sammler von Wildgemüse und -beeren befürchten, ihr Erntegut sei damit verunreinigt. Das Gute vorweg: Die Gefahr sich mit den Eiern des Fuchsbandwurms zu infizieren, ist verschwindend gering. Wer Wildobst und Gemüse aus Natur und Garten vor dem Verzehr wäscht und bestimmte Sammelstellen meidet, verringert das Infektions-Risiko noch weiter. Außerdem wird ein gesundes Immunsystem in der Regel mit den Erregern der so genannten Echinokokkose fertig. Doch nun der Reihe nach: Der Kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein stecknadelkopfgroßer Winzling, der oft zu Tausenden im Dünndarm vieler Füchse lebt. Seine Eier werden mit dem Fuchskot ausgeschieden. Durch den menschlichen Mund kommend, verwandeln sich die Eier in unserem Darm zu winzigen Larven, auch Finnen genannt. Diese durchbohren die Darmzotten und wandern in die Blutbahn. In der Leber angelangt, verursachen sie dort in den nächsten 8 bis 10 Jahren schwammige, tumorartige bis kindskopfgroße Wucherungen. Erkrankte spüren diese erst spät, da die Leber hierfür schmerzunempfindlich ist. Meist macht sich das Gebilde als Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar. Früher starben die betroffenen Menschen qualvoll, heutzutage rettet die Chemotherapie bis zu 90 Prozent der Kranken auch im Spätstadium.
Der
Fuchsbandwurm kommt vor allem in Süddeutschland vor: über 30 Prozent der
Füchse sind mit diesem Bandwurm infiziert. Unsere heimischen Füchse scheiden
täglich Milliarden neuer Fuchsbandwurmeier aus, die unter feuchtwarmen
Bedingungen viele Wochen überleben. Als Hochburg des Fuchsbandwurms gilt die Schwäbische Alb. Dort, in der Ortschaft Römerstein, fand mit über 2500 Bewohnern die bislang größte wissenschaftliche Reihenuntersuchung zum Fuchsbandwurm statt. Dabei stellte sich heraus:
Wie der gängige Übertragungsweg verläuft, ist aber immer noch in mancherlei Hinsicht ungeklärt und wird derzeit intensiv erforscht. Wer jetzt trotzdem, wie in manchen Medien einseitig dargestellt, auf das Sammeln von Beeren und Kräutern aus dem Wald verzichtet, sollte bedenken: Die Gefahr, sich mit den Eiern zu infizieren, gibt es natürlich bei allen pflanzlichen Lebensmitteln, die im Freien gedeihen: Ob Gemüse vom Acker oder aus dem eigenen Garten – wer kann garantieren, dass der Fuchs nicht zu Gast war? Und wer hat bei seinem letzten Restaurantbesuch und Salatkauf jemals nachgefragt, ob das knackige Grünzeug auf garantiert fuchsbandwurmsicher abgezäuntem Gebiet gewachsen war? An dieser Stelle enden zumeist die Warnrufe derer, die vom Sammeln der Wildkräuter abraten. Weitere Vorsichtsmaßnahmen:
Medizinische Informationen bieten Unter www.rki.de/nn_225576/DE/Content/InfAZ/E/Echinokokkose/echinokokkose.html veröffentlicht das staatliche Robert Koch Institut in Berlin in seinem monatlich erscheinenden Epidemologischen Bulletin unter anderem die Neuerkrankungen mit „Echinokokkose“, allerdings nur unregelmäßig zusammenfassend.
Ulrich
Dopheide, |