Aktuelles: Herbstspaziergang - Wildfrüchte-Tee und Eichelkaffee unter Eichen
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Auch heuer veranstaltete der Landesbund für Vogelschutz (LBV) an einem der letzten sonnigen Tage mit seinem ungewöhnlichen Herbstspaziergang ein interessantes Doppel: die reifen Wildfrüchte dieser Jahreszeit werden an einer abwechslungsreichen Hecke gefunden, namentlich bestimmt, in bekömmlich bzw. in giftig oder schlecht schmeckend unterschieden und dem entsprechend gesammelt: aufgefundene Früchte von Holunder, Kornelkirsche, Weißdorn, Heckenkirsche und Schlehe werden gesammelt und dann gewaschen und gequetscht. Bei der Sammlung werden immer mindestens die Hälfte der Früchte als Nahrung für die Tierwelt, insbesondere für die Vögel, hängen gelassen. Manche Früchte des Herbstes werden von Menschen und Tieren gleichermaßen geschätzt, andere sind – wie zum Beispiel das Pfaffenhütchen – für Menschen hochgiftig und werden von der Vogelwelt als Futterquelle gleichzeitig hoch geschätzt. Das von uns sortierte Erntegut wird nach der Bearbeitung mit dem Kartoffelstampfer samt einigen Blättern der Pflanzen am Wildniskocher aufgekocht und dann ohne Süßungsmittel als Früchte-Tee ausgeschenkt. Das schmeckt sogar den mit diversen Aromen verwöhnten Kinderzungen!
Anschließend wird aus klein gemahlenen und gerösteten Eicheln ein Eichelkaffee gebraut, der dann vor allem die älteren Teilnehmer an Kriegszeiten erinnert, wo dieser Bohnenkaffee-Ersatz wenigstens geschmacklich ein Kaffee ähnliches Aroma erzeugen sollte – wenn auch ohne jegliches Koffein. Für unsere steinzeitlichen Vorfahren galt dieses Getränk und auch der Kaffeesatz – ein Eichelbrei! – als wesentlicher Nahrungsbestandteil. Heutige Zeitgenossen akzeptieren den Eichelkaffee meist erst nach Milch- und Zuckerzugabe einigermaßen wohlwollend. Wird der Eichelkaffee jedoch mit Zucker, Alkohol und Sahne zu einem Eichellikör veredelt, zeigen sich auch wählerische Gourmets begeistert, wie der steinzeitliche Eichelgeschmack auch unsere neuzeitlich verwöhnten Gaumen genüsslich aufblitzen lässt.
Kulturgeschichtliche Nutzungen der Eiche als Bauholz sowie als einer der wichtigsten Futterlieferanten für die mittelalterliche Waldweide für Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen werden im Kapuzinerhölzl in Obermenzing vegetationsgeschichtlich und anschaulich an rudimentären Resten sichtbar gemacht. Parallel hierzu wurde vor Ort aus Eichenrínde Lohe hergestellt, die zum heftig stinkenden Gerben von Tierfellen verwendet wurde. Auch dies wird ausführlich – allerdings nur mit Worten – auf der LBV-Führung ausführlich beschrieben. Ulrich Dopheide |
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