Umwelttipp: Der Wildgemüse-Tipp zum Monat Mai "Brennnessel und Giersch"
|
Die Brennnessel ist ein sehr gesundheitsförderliches Wildgemüse: neben viele Vitaminen und Mineralstoffen enthält sie vor allem viel Eisen. Neben Löwenzahn und Bärlauch zählt sie zu den großen Blutreinigern des Frühjahres. Bei Berührung ihrer Brennhaare können diese ihre Brennflüssigkeit unter die menschliche Haut injizieren und juckendes Brennen verursachen. Im menschlichen Verdauungstrakt ist die Brennflüssigkeit völlig ungefährlich. Brennnesselfasern werden neuerdings von der Textilindustrie wieder zu echtem Nesselstoff verarbeitet. Die Raupen etlicher heimischer Schmetterlingsarten sind auf Brennnesselhorste als Futterplatz angewiesen. Die Ernte des oberen Stängelabschnittes verkraftet die Pflanze relativ gut: aus den nächst tiefer gelegenen Blattachseln schiebt sie einfach einen neuen Sprosstrieb nach, manchmal sogar zwei.
Rezept für Brennnessel-Spinat Zur Ernte schneidet man das obere Drittel (ab Mitte Mai: das obere Viertel) der Brennnesselpflanze am besten mit einer Schere (ggf. unter Zuhilfenahme eines Handschuhs) einfach ab, so dass man die Blätter und den Stängel weiter verwendet. Beim Kochen wird die Erntemasse um mehr als die Hälfte zusammen fallen. Von der Menge her stimmt es, wenn man pro Person gut zwei Hände voll geernteten Pflanzenmaterials (also etwa 10 Sprossspitzen) wäscht, klein schneidet und sie dann so zubereitet, wie man sonst Spinat zubereitet, also zum Beispiel als Rahmspinat. Und sie in viel Butter andünstet, mit Wasser ablöscht, ein drittel bis ein viertel Gemüsebrühwürfel pro Person hinzu gibt, etwa drei Minuten kocht und nach dem Kochen durch Zugabe von crème fraîche verfeinert. Salz und Pfeffer zum Nachwürzen bereit stellen.
Rezept für Giersch-Gemüse mit Orange für zwei Personen Vier Hände voll gewaschener und zerkleinerter Giersch (möglichst junge Pflanzen ernten!) werden einige Minuten lang in Butter gedünstet. Dann wird Wasser hinzu gegeben, bis etwa zur halben Höhe der inzwischen zusammengefallenen Pflanzen. Mit einem zerdrückten Gemüsebrühwürfel aufkochen und von der Flamme nehmen. Zwei Esslöffel crème fraîche einrühren und eine Mandarine oder klein geschnittene Apfelsine hinzugeben oder als Dekoration oben auflegen. Der Giersch ist ein bei Gärtnern oft gefürchtetes Wildkraut, dem wegen seiner unterirdischen Ausläufer nur schwer beizukommen ist. Dabei gelten vor allem seine jungen Triebe als wohl schmeckendes Wildgemüse, das man einfach wie Spinat zubereiten kann. Oder wie oben beschrieben. Gärtner, die den Gierschgeschmack schätzen lernen, sensen oft die eine Hälfte ihrer Gierschflächen ab, ernten junge Pflanzen aus der anderen Hälfte und wechseln nach etwa drei Wochen mit dieser Methode auf die jeweils andere Hälfte. So wächst monatelang immer wieder frischer Giersch nach.
Brennnessel und Giersch kann man auch mischen und in den hier beschriebenen Weisen zubereiten. Ulrich Dopheide |
|
Brennessel |
Giersch |
Gierschbrot |