Umweltbildung: Umwelttipps - Der Regenwurm - ein Leben im Dunkeln

Für manches Tier ein Leckerbissen, wir aber ekeln uns vielleicht vor ihm. Wozu gibt es den Regenwurm überhaupt?

Sein Steckbrief: Alter 200 Millionen Jahre, bei uns sind es 39 Arten, er kann nichts sehen und gilt als taub. Sein Lebensraum ist das Bodeninnere, Sonne muss er meiden. Er frisst sich buchstäblich  durch die Erde bis 2m tief. Meterlang, weitverzweigt legt er seine Röhren an. Steckbrief zweiter Teil, und das ist sensationell: er frisst abgestorbene, bakteriell vorzersetzte Stoffe, wie Laub, Stängel und Würzelchen. Er verwandelt diese im Darmtrakt zu Humus, den wohlriechenden Pflanzendünger. Diesen klatscht er an seinen Röhrenwände oder befördert ihn ans Tageslicht. Er - dieser Wurm – ist somit der größte Humuslieferant der Erde. Was für ein Tier! Doch durch sein Tun geschieht noch mehr:

  •       Beim Röhrengraben wird von ihm das Unterste zuoberst gekehrt. An der Oberfläche angelangt, kann dieses Material dann chemisch zerlegt und somit pflanzenzugänglich gemacht werden.

  •       Zum anderen sind diese „nährstofftapezierten“ Röhren ein gefundenes Fressen für Pflanzenwurzeln – ein Schlaraffenland.

  •       Des weiteren sind diese verzweigten Gänge offene Türen für Wasser und Sauerstoff. Diese können nun den Boden für Pflanzenwuchs vorteilhaft aufschlüsseln.

Noch zwei irrige Meinungen gilt es, auszuräumen: der Wurm frisst niemals lebende Wurzeln. Zum anderen kann er nicht ertrinken, weil er kein Lungensystem hat.

Regenwürmer sind somit hilfreiche Dienstboten für uns Menschen. Wer noch daran zweifelt, der werfe einen Blick ins Innere eines Komposthaufens: ein Heer von Würmern arbeitet dort emsig Hand in Hand mit Mikroorganismen, um aus unseren Küchenabfällen wertvollen Humus entstehen zu lassen. Eine nachdenkliche, vielleicht sogar eine einstellungsändernde Studie. Und ändern müssen wir unser Verhalten! Konkret am Beispiel Garten: Rücknahme aller chemischen Eintragungen oder gänzlicher Verzicht. Geben wir der Pflanzenvielfalt wieder eine Chance. Lassen wir das Laub unter den Sträuchern evtl. Bäumen liegen. Weg vom sterilen Denken überhaupt. Denn dann können Regenwürmer auch zukünftig ihrer Arbeit nachgehen, als wertvolle Humus- und Düngerfabrikanten.