Umweltbildung: Umwelttipps - Frühlingsspaziergang mit Kindern - oder auch ohne

Der April ist der Monat, in dem die Natur erwacht und in lauter kleinen farbigen und duftenden Explosionen sprießt und blüht und der grauen Winterlandschaft ein Ende setzt. Dazu singen die Vögel ihre Lieder so intensiv und konzertiert wie sonst nur noch im Mai. Allerdings kann man sie jetzt viel besser beobachten, denn die Bäume belauben sich erst zum Monatsende hin. Tipp: Vogelkundliche Wanderung des LBV (siehe Veranstaltungen)
 

In der zweiten Monatshälfte beginnt der Löwenzahn zu blühen: kraftstrotzendes Gelb eingebettet in sattes Grün, da denkt doch jeder, unsere Natur ist urgesund. Und das freut auch den Landwirt, der vor allem mit diesem vollgrünen Gras seinen Kühen gutes Futter bieten kann. Der kritische Blick des Naturschützers geht allerdings auch hinter die Kulissen und sieht, dass solche gelbgrüne Pracht nur in nährstoffreichen, weil zumeist stark gedüngten Flächen zu finden ist. Und das leider auf Kosten der Artenvielfalt. Auf solchen Fettwiesen sind viel weniger Gras-, Kräuter- und Wiesenblumenarten zu finden als auf ungedüngten oder wenig gedüngten Flächen. Aber: gerade die Artenvielfalt ist ein Indikator für ein intaktes und auch in sich stabiles Ökosystem. Doch: wir alle können auch direkt profitieren von diesem Löwenzahn-Überfluss: pflücken Sie zwei bis drei Hände voll Löwenzahn-Blütenknospen, die noch ganz geschlossen sind, entfernen Sie die abstehenden Kelchblätter und braten Sie Ihr Sammelgut gesalzen und gepfeffert in Öl. Ein nussiger Genuss, probieren Sie es doch einfach mal aus. Natürlich können Sie dieses Rezept noch nach Belieben verfeinern zum Beispiel durch Zugabe glasiert gebratener Zwiebelstückchen. Falls es Sie dann nach mehr gelüstet, Löwenzahn-Blattsalat mit Ehrenpreis oder Gänseblümchen garniert oder Löwenzahnblüten getunkt in Löwenzahn-Sirup oder ein Schluck kräftigen Löwenzahnwurzel-Kaffees, dann schauen Sie doch einfach vorbei beim löwenzahn-kulinarischen Spaziergang des LBV am Ostermontag.
 

Und: der April ist die hohe Zeit der Schnecken. Gartenschnirkelschnecken, Hainschnirkelschnecken und die bekannten Weinbergschnecken sind die schönsten. Mit solchen Gehäuseschnecken kann man auch ein Schneckenrennen veranstalten: mit einer Schnur installiert man in der Natur zwei konzentrische Kreise von ca. 20 cm und 80 cm Durchmesser. Jeder Mitspieler setzt nun "seine" Schnecke auf den Innenkreis und versucht, sie mit Hilfe eines Lockstoffes als erste zum Außenkreis hin zu lotsen. Die Schnecken lassen sich dabei von frischen Gräsern oder Blättern locken. Als Geheimtipp werden allerdings Bananenschalen-Innenseiten und auch stark duftende natürliche Substanzen wie Reste eines Meeresfrüchteessens als Lockstoffe gehandelt. Probieren Sie es aus und laden Sie dann Ihre Bekannten zur Teilnahme am Schneckenrennen ein. Wetten auf die vermutliche Siegerschnecke sind auch erlaubt!    
 

Zum Ende des Monats sind dann auch die Brennnesseln hoch genug gewachsen, um ihre Spitzen zu ernten und wie einen Spinat zu einem ganz vorzüglichen Brennnesselgemüse zu kochen. Der wirklich gute Geschmack dieses Wildgemüses wird Sie überraschen und Angst vor den berüchtigten Brennhaaren dieser Pflanze ist unbegründet: durch das Kochen erschlaffen sie und werden dadurch unschädlich gemacht. Wer das erst mal vorgeführt haben möchte: LBV-Führung (siehe Veranstaltungen)

Schmecken Sie rein ins neue Frühjahr! Guten Appetit wünscht Ihnen hierfür der Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Ulrich Dopheide