Umweltbildung: Umwelttipps - Blindschleichen sind nicht blind

Der deutsche Name ist irreführend. Bei genauerem Hinsehen weisen Blindschleichen zwei wohlentwickelte Augen auf. Wie Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitteilt, sind die glänzenden glattschuppigen Tiere auch keineswegs Schlangen oder Würmer, sondern Verwandte unserer Eidechsen. Von Schlangen, mit denen sie häufig verwechselt werden, lassen sie sich am besten durch die verschließbaren Augenlider und den langen vom Körper jedoch kaum abgesetzten Schwanz unterscheiden, der bei Gefahr leicht abgeworfen werden kann.
 

Blindschleichen leben in feuchter deckungsreicher Vegetation. Sie meiden direkte Sonnenbestrahlung und halten sich tagsüber meist unter Steinen, Brettern oder in Erdlöchern auf. Helmut Beran weist darauf hin, dass die Blindschleiche im Bayreuther Raum noch relativ häufig vorkommt. Selbst in Gärten in der Stadt kann man sie antreffen. Am ehesten lassen sie sich am Abend oder nach einem warmen Regen beobachten, da kleine Nacktschnecken und Regenwürmer, die ihre Hauptnahrung darstellen, dann besonders aktiv sind. Zusätzlich werden auch Heuschrecken, Asseln oder Spinnen erbeutet.
 

Die Paarung der Blindschleichen findet im Mai statt, ist jedoch selten zu beobachten. Im August werden vom Weibchen zwischen 5 und 25 Jungtiere in Eihäuten abgesetzt, die aber sehr schnell zerreißen und die gold- und silberfarbigen etwa sieben Zentimeter großen Nachkommen entlassen.

Von Oktober bis Ende März verkriechen sich die Tiere in frostfreie Winterquartiere wie z.B. tiefe Erdlöcher oder Ritzen. Nach Auskunft von Helmut Beran werden aus Unwissenheit leider noch immer sehr viele Blindschleichen erschlagen, weil sie mit der im Fichtelgebirge relativ häufig vorkommenden Kreuzotter verwechselt werden.
 

Der Diplom-Biologe empfiehlt im Garten Unterschlupfmöglichkeiten für die äußerst nützlichen Tiere anzubieten und vor dem Rasenmähen das Gelände kurz nach Blindschleichen abzusuchen, um Verluste dieser interessanten Echsenart zu vermeiden. Informationen über die Anlage eines naturnahen Gartens und die Schaffung von Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere wie die Blindschleiche enthält eine Broschüre die sie gegen Einsendung von 1,50 Euro in Briefmarken in der Bezirksgeschäftsstelle des Landesbundes für Vogelschutz, Jean-Paul-Str. 12, 95444 Bayreuth erhalten.