Naturschutztipp Dezember: Bitte anklopfen – Tipps zur Nistkastenreinigung

schneider.6675.jpg (68157 Byte)

schneider.6656.jpg (68838 Byte)

schneider.6649.jpg (42181 Byte)

schneider.6686.jpg (57334 Byte)

schneider.pub.6658.jpg (88623 Byte)

schneider.6666.jpg (90920 Byte)

schneider.6670.jpg (48583 Byte)

Dr. Eva Schneider bei der Arbeit (Fotos Sindlinger)

Allmählich wird es richtig kalt in München, unsere Zugvögel sind lange in Afrika oder mindestens Südfrankreich und den verbliebenen Meisen und Amseln steht der Sinn bei den eisigen Außentemperaturen nicht nach Balz und Nestbau. Deshalb ist jetzt der ideale Zeitpunkt für die Kontrolle und Reinigung der Nistkästen gekommen.

Die Säuberung der Nistkästen ist notwendig, damit keine Parasiten in den alten Nestern überwintern können, die den Jungvögeln im nächsten Jahr das Leben schwer machen. Zudem bietet sie Gelegenheit in das Innenleben eines Nistkasten zu schauen und da kommen so mache Überraschungen zu Tage. Neben kunstvoll ausgepolsterten Meisennestern oder mit Lehm zugemauerten Kleibernestern kann es auch durchaus vorkommen, dass ein graues mausähnliches Tier schlafend angetroffen wird.

Meist handelt es sich dabei um einen Siebenschläfer, er gehört zu den Bilchen und ist der häufigste Vertreter der Familie, die man auch als Schlafmäuse bezeichnet, obwohl sie mit den Mäusen nicht im geringsten verwandt sind. Im Gegensatz zu diesen, besitzen Bilche nämlich einen deutlich behaarten Schwanz und können ausgezeichnet klettern und springen. Beobachten kann man sie sehr selten, da sie ausschließlich nachts unterwegs sind und sich tagsüber in Baumhöhlen und teilweise bei Wohnungsmangel auch in Hohlräumen von Gebäuden, die in der Nähe von Waldrändern liegen, einquartieren. Hier treten sie, ähnlich dem Steinmarder, manchmal als Poltergeist in Erscheinung. Der ganze Spuk hört aber spätestens ab November auf, da die Siebenschläfer dann einen bis zum nächsten Frühjahr andauernden Winterschlaf halten.

Normalerweise kommt der Siebenschläfer aber nur selten in Konflikt mit dem Menschen. Und auch das Verhältnis zu den gefiederten Hausbesitzern ist in der Regel unproblematisch, da der Siebenschläfer die Vogelbehausungen in der Regel erst in den Sommermonaten aufsucht, also zu einem Zeitpunkt wo die Erst- und auch die Zweitbrut der meisten Vögel ausgeflogen ist.

Im August bis September werfen die Siebenschläfer-Weibchen ihre Jungen zum Teil eben auch im Schutz der Nistkästen. Man sollte daher darauf Rücksicht nehmen und die Nistkästen erst im Winter reinigen, damit der Siebenschläfer-Nachwuchs eine ungestörte Kindheit genießen kann. Mit der späten Nistkastenreinigung hilft man im Übrigen auch den Hornissen und Hummeln da sie im Herbst ihren Jahreszyklus beendet haben.

Vor Überraschungen bei der Nistkastenkontrolle ist man aber auch im Winter nicht gefeit. Es empfiehlt sich daher bei den zu kontrollierenden Nistkästen kurz anzuklopfen damit der Hauseigentümer, z.B. eine Hasel- oder eine Waldmaus gewarnt ist und seine Behausung verlassen kann – man erspart sich dadurch so machen unliebsamen Schrecken.