AK Schmetterlinge: Jahresbeobachtungen - August 2007
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Wie ein Kolibri steht das
Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) im Schwirrflug vor der
Blüte und saugt mit seinem langen Rüssel Nektar – wirklich ein erstaunlicher
Anblick. Das erste Foto zeigt einen Anflug auf eine Blüte: der Falter fängt
gerade an den Rüssel auszurollen. Dieser lange Rüssel ist ein Merkmal der
Schwärmerarten. Als Charles Darwin 1862 in Madagaskar eine Orchidee mit
dünnen, bis zu 30 cm langen Kelchen sah, sagte er voraus, dass es ein Insekt
mit entsprechend langem Rüssel geben müsse. Erst 40 Jahre später wurde
dieser Bestäuber gefunden: der Schwärmer Xanthopan morgani praedicta
(praedicta = die "Vorhergesagte"). Am 3. Juli wurde eine
Eiablage an Labkraut in der Langwieder Heide/München beobachtet. Das Ei war
knapp 1 mm groß und wurde zu Hause weiter gezüchtet. Die Raupe fraß anfangs
vor allem Labkrautblüten, mit zunehmendem Hunger später auch Blätter dieser
Pflanze. Am 26. Juli fing die Raupe an, sich einen Kokon zu bauen. Sie
verpuppte sich; am 21. August schlüpfte der Falter. |
![]() im Schwirrflug |
![]() Ei |
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![]() Kokon, 26.Juli 2007 |
![]() Puppe, 28.Juli 2007 |
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![]() frisch geschlüpft, 21.August 2007 |
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Die Raupe einer anderen
Schwärmerart wurde bei einer Biotoppflegeaktion am 18.August im
Virginiadepot gefunden: die Raupe des Kleinen Weinschwärmers (Deilephila
porcellus). Diese Raupe hat vorne auffällige „Augen“, mit denen Feinde
abgeschreckt werden sollen. Das für Schwärmer typische Horn am hinteren Teil
der Raupe ist beim Kleinen Weinschwärmer nur ansatzweise vorhanden. Als
Falter bekommt man diese Art nur selten zu Gesicht, was teils auch daran
liegt, dass er, im Gegensatz zum tagaktiven Taubenschwänzchen, nur nachts
unterwegs ist. In den Beobachtungen im Juni 2007 kann man ein Foto des
Falters sehen. |
![]() Kleespinner |
![]() Ochsenauge |
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Die Rostbinde (Hipparchia
semele) ist in Oberbayern unmittelbar vom Aussterben bedroht! Sie kommt nur
noch in der südlichen Frankenjura sowie auf der Fröttmaninger Heide vor.
Dort ist sie durch Aufforstungsmaßnahmen der Bundesforstverwaltung, Aufgabe
der militärischen Nutzung, Überbauungen durch Wohngebiete und
Erschließungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der neuen Arena unmittelbar vor
dem Erlöschen. Am 14.August wurde sie noch einmal gesehen. |
![]() Silberbläuling Unterseite |
![]() Oberseite |
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![]() Rostbinde, Fröttmaninger Heide |
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Nicht nur in der Zucht
kommt es vor, dass sich Raupen unterschiedlich schnell entwickeln. Dieses
Verhalten erhöht die Überlebenschancen einer Art bei ungünstiger Witterung.
In der wärmebegünstigten Oberrheinebene bildet der Rotrandbär 2 fast gleich
starke Generationen aus: die erste fliegt von Mitte Mai bis Mitte Juni, die
zweite von Mitte Juli bis Mitte August. In kühleren Gegenden wie dem
Schwarzwald gibt es nur eine Generation, in anderen Gegenden ist die
Mai/Juni-Generation individuenreicher als die zweite Generation, da die
Raupen der zweiten Generation nur zum Teil noch im gleichen Jahr schlüpfen,
zum Teil aber überwintern (Ebert, Die Schmetterlinge Baden-Württembergs,
Band 5). Auch in der Münchner Gegend wurde 2007 eine zweite Generation von
Rotrandbären gesichtet, z.B. im Virginiadepot. |
![]() leere Puppenhülle |
![]() Weibchen, 21.August 2007 |
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Diese Beobachtungen sind
natürlich nur eine kleine Auswahl, mehr kann man finden unter
http://www.tagschmetterlinge.de/html -> tagebuch
Annette von Scholley-Pfab
Fotos: Mitglieder des AK Schmetterlinge