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Die große Überraschung in diesem März waren die
vielen Großen Füchse (Nymphalis polychloros). Jahrzehntelang wurde
diese Art in Oberbayern nur noch sehr selten gesehen. Auf einmal gelangen
jedoch zahlreiche Beobachtungen in der Umgebung von München: im Schwarzhölzl,
im Mallertshofener Holz, im Korbinianiwald, im Schweizerholz, in den
Isarauen südlich und nördlich von München, im Forstenrieder Park, im
Perlacher Forst, in der Aubinger Lohe, im Gleislager Neuaubing und in der
Moosschwaige. Auch an vielen anderen Orten in Deutschland, in denen lange
keine Großen Füchse gefunden wurden, waren sie in diesem März zu sehen. Auf
den ersten Blick ähnelt der Große Fuchs dem Kleinen Fuchs. |

Grosser Fuchs |

Kleiner Fuchs |
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Der Kleine Fuchs hat jedoch eine ausgeprägte
dunkle Fläche auf der Oberseite der Hinterflügel; der Große Fuchs ist dort
viel heller. Der Vorderrand der Vorderflügel ist beim Kleinen Fuchs viel
stärker getigert. Der Große Fuchs hat auf dem
jedem Vorderflügel meist vier annähernd gleich große schwarze Punkte,
der Kleine Fuchs in der Regel einen großen und zwei kleine Punkte.
Auch in ihrem Verhalten und in ihrer Lebensweise unterscheiden sich die
beiden Arten beträchtlich. Der Kleine Fuchs ist ein hektischer Flieger; die
Männchen jagen oft aggressiv anderen Faltern hinterher. Bei uns hat der
Kleine Fuchs 2 bis 3 Generationen im Jahr. Die Eier werden an der Unterseite
von Brennnesselblättern abgelegt. Die Falter saugen an vielen verschiedenen
Blüten. |
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Kleiner Fuchs: Eier |

Raupe |

Puppe |
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Der Große Fuchs fliegt viel
ruhiger. Die Eier werden in großen Gelegen an Äste von Laubbäumen gelegt.
Der Große Fuchs hat bei uns nur eine Generation. Als Falter ernährt sich der
Große Fuchs hauptsächlich von Baumsäften, die beispielsweise aus verletzten
Bäumen austreten. Er wurde aber auch schon an blühenden Weiden beobachtet.
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Raupe des Großen Fuchs an Weide, Steigerwald 07.06.1997 |
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Blühende Weiden sind im Frühling überhaupt eine
wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge und andere Insekten. Am Tag kann
man dort Kleinen Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, Zitronenfalter und C-Falter
beobachten. Der C-Falter (Polygonium c-album) war in diesem März an
jedem Waldrand zu sehen. Seinen Namen hat er von dem weißen C auf der
Unterseite der Flügel. Er saugt nicht nur an Blüten, sondern rüsselt auch
gerne an feuchter Erde oder auch, wie auf diesem Foto, an Hundekot. Dabei
nimmt der Falter Mineralien auf. |
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C-Falter: Oberseite
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C-Falter: Unterseite |
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Nachts werden die Weiden von zahlreichen
Nachtfaltern besucht. Eine Gattung hat deswegen sogar den deutschen Namen
„Kätzcheneule“ erhalten. Hier eine kleine Auswahl der Arten, die im März in
der Umgebung von München beobachtet wurden (die ersten beiden Fotos zeigen
die weiblichen grünen Weidenkätzchen, die männlichen Kätzchen sind gelb): |
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Gothica-Kätzcheneule
(Orthosia gothica) |

Rundflügel-Kätzcheneule
(Orthosia cerasi) |
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Braungraue
Holzeule
(Lithophane furcifera) |

Forleule (Panolis flammea) |
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Satellit-Wintereule
(Eupsilia transversa) |

Gelbhorn-Eulenspinner (Achlya flavicornis) |
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Im Frühling leuchten überall in unseren Gärten
die schönen gelben Forsythienblüten. Haben Sie jedoch je Schmetterlinge
daran gesehen? Wohl kaum, denn die bei uns angebauten Zuchtformen enthalten
keinen Nektar und sind daher für Insekten wertlos. Kleine, unscheinbare
Blüten wie Pestwurz oder Huflattich werden dagegen gerne von Schmetterlingen
besucht. |
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Kleiner Fuchs an Pestwurz |
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Annette von Scholley-Pfab
Fotos: Mitglieder des AK Schmetterlinge |
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