AK Schmetterlinge: Jahresbeobachtungen - April 2007
| Das Landkärtchen (Araschnia levana), der Schmetterling des Jahres 2007, war im April häufig in den Münchner Wäldern zu beobachten. Es ist unser einziger heimischer Tagfalter, der in zwei völlig verschiedenen Formen vorkommt. Im Frühling schlüpfen gelb-braun gefärbte Schmetterlinge. Die Nach-kommen dieser Falter fliegen im Sommer und sind schwarz mit weißen Bändern. Die Kinder dieser Sommergeneration überwintern als Puppe, und im Frühjahr schlüpfen wieder die gelb-braunen Falter. Die Sommergeneration ist auch etwas größer. | |
| Sogar der große Naturforscher Carl von Linné hielt diese beiden Formen für zwei verschiedene Arten. Inzwischen hat man herausgefunden, dass die Tageslänge während der Entwicklung der Raupen das Aussehen der Falter bestimmt. In einem Experiment mit konstanter Tageslänge von 18 Stunden ist es gelungen, hintereinander 14 Generationen der Sommerform zu züchten, ohne dass eine Frühlingsform dazwischen entstand. |
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Die Flügelunterseiten sind bei beiden Generationen gleich; mit Phantasie kann man darin eine Landkarte erkennen. Eine weitere Besonderheit des Landkärt-chens sind die Eitürmchen, die an die Unterseite eines Brennnesselblattes geklebt werden: jeweils 8 bis 10 Eier werden aneinander geheftet. Die Raupen leben auf der Unterseite der Blätter anfangs noch gesellig, mit zunehmender Größe und Gefräßigkeit verteilen sie sich. Sie sind an den „Hörnchen“ am Kopf gut zu erkennen. |
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Der Trauermantel (Nymphalis
antiopa) gehört zu unseren größten und schönsten Tagfaltern. Majestätisch
segelt er dahin. In den letzten Wochen wurde er öfters in unseren Wäldern
gesichtet: in den Isarauen bei Grünwald, im Perlacher Forst, bei Aying, in
der Maisinger Schlucht bei Starnberg und am Mangfallknie. |
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Im April kann man auch schon Arten sehen, die den Winter als Puppe überstanden haben, wie die auf einmal unübersehbar vielen Weißlinge. Häufig sind bei uns Aurorafalter (Anthcharis cardamines), Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae) und Grünaderweißling (Pieris napi). Oberseits ist der Grünaderweißling hell und ähnelt dem Kleinen Kohlweißling. Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) ist dagegen seltener geworden, kenntlich ist er am weit herunter gezogenen Fleck an der Flügelspitze. |
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In Laubwäldern kann man in der Frühlingssonne große gelbbraune Falter hektisch umherfliegen sehen. Es sind die Männchen des Nagelfleck (Aglia tau). Auf der Suche nach den Weibchen gönnen sie sich kaum eine Pause und sind nur selten in Ruhe zu beobachten, Die Mundwerkzeuge dieser Falter sind verkümmert; sie können keine Nahrung zu sich nehmen und werden nur ein paar Tage alt. Südlich Grünwald wurde ein Nagelfleck in der Isar gesichtet und in einem wagemutigen Einsatz gerettet. Zum Dank ließ sich der Falter fotografieren, aber noch bevor die Flügel ganz getrocknet waren, entschwand er schon wieder. |
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Auch nachts sind zahlreiche Falter unterwegs. Auf unserer Führung am 14.April 2007 sahen wir ein paar davon. Nicht alle Nachtfalter sind grau, besonders prächtig ist der Weiße Zahnspinner (Leucodonta bicoloria) und das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia). |
Diese Beobachtungen sind
natürlich nur eine kleine Auswahl, mehr kann
man finden unter
http://www.tagschmetterlinge.de/html/tagebuch/2007/maerz_2007.htm
Annette von Scholley-Pfab, Fotos AK Schmetterlinge