AK Schmetterlinge: Führung am 9. Juni 2007 im Gleisdreieck Pasing / Westkreuz

Viel gab es zu sehen bei unserer Exkursion ins Gleisdreieck Pasing / Westkreuz, zu der sich etwa 20 Naturfreunde eingefunden hatten. Bei schwül-warmem Wetter zeigte sich eine Vielzahl von Insekten: Wir identifizierten z.B. die schillernde Schneckenhaus-Goldwespe, entdeckten Rösels Beißschrecke, die Kleine Goldschrecke und das Große Heupferd, übersahen auch nicht den Ameisensackkäfer und die Waldschabe und wunderten uns über die Gallen der Ulmenbeutel-gallenlaus. Verschiedene Vogelstimmen begleiteten uns auf dem Rundgang: Erkannt wurden Grünspecht, Zilpzalp, Fitis, Amsel, Grünfink, Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz.

Das Hauptthema waren freilich die Schmetterlinge. Wie erwartet, leben in diesem Gebiet zahlreiche Falter, deren Raupen an Gräsern fressen. So dienen dem Kleinen Wiesenvögelchen, einem häufigen Schmetterling im Gleisdreieck, Borstgras oder Schaf-Schwingel als Raupenfutterpflanze. Die Raupe des Schachbrettfalters, dessen Flug-Saison gerade begonnen hatte, frisst z.B. am Rispengras oder der Aufrechten Trespe. Auf Gräser angewiesen sind auch der Rostfarbige Dickkopf und die beiden (an ihren Fühlerkolben zu unterscheidenden) Arten des Braun-Dickkopffalters. Die Raupe des Kleinen Würfeldickkkopfs bevorzugt dagegen das Fingerkraut.
 


Rösels Beißschrecke

Rostfarbiger Dickkopf

Kl. Würfeldickkopf

Schachbrettfalter

Auch eine Reihe von „tagaktiven Nachtfaltern“ hält sich im Gleisdreieck auf. Wir entdeckten den Heidespanner und den Ockergelben Blattspanner, bemerkten mehrere Zünsler und bewunderten Männchen und Weibchen des Rotrandbärs. Die Braune Tageule fand sich ebenso wie das Silberstrich-Eulchen und die Große Grasbüscheleule. Als besondere Attraktion wurde eine bizarre Federmotte (Marasmarcha lunaedactyla) empfunden.

Silberstrich-Eulchen

Ockergelber Blattspanner

Marasmarcha lunaedactyla

Heidespanner (Männchen)

Admiral und Kleiner Fuchs waren allgemein bekannt. Die Goldene Acht allerdings ist im Flug von den Weißlingen nur schwer zu unterscheiden. Doch wenn sie am Boden sitzt, erkennt man deutlich die namengebende Zeichnung auf der Unterseite der Hinterflügel.
 

Goldene Acht

Gemeiner Bläuling

Rotklee-Bläuling

Idas-Bläuling


Von den Bläulingen fanden wir drei Arten: den Gemeinen Bläuling, den Rotklee-Bläuling und den Idas-Silberfleck-Bläuling. Ausgerechnet dort, wo das Hauptvorkommen des stark gefährdeten Idas-Bläulings (Rote Liste 2) zu beobachten ist, soll ein Metro-Markt errichtet werden. Eine bedrückende Nachricht für die Naturfreunde im Münchner Westen!

Siegfried Braun
Fotos: Exkursionsteilnehmer