AK Schmetterlinge: Schmetterlinge und Raupen im Unteren Teufelsgraben
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Bei früheren Exkursionen in den Unteren Teufelsgraben hatten wir eine Vielfalt von Tagfaltern registriert: Eine tabellarische Übersicht aus den Jahren 2002-2004 enthält der Führungsbericht von 2004. Deshalb waren wir am 21. Juni 2009 erwartungsvoll zu dieser Führung gekommen, die von Dr. Annette von Scholley-Pfab geleitet wurde. Zwei attraktive Funde überraschten uns gleich zu Beginn an der S-Bahnstation Kreuzstraße: Ein Nachtfalter, dem man wegen seiner markanten Zeichnung den Namen „Klosterfrau“ (Panthea coenobita) gegeben hat, und eine erwachsene Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges (Saturnia pavonia). |
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Kleines Nachtpfauenauge |
Klosterfrau |
Landkärtchen |
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Weil düstere Wolken aufzogen, flogen die Tagfalter nur zögerlich. Immerhin zeigten sich Landkärtchen (Araschnia levana), Grünader-Weißling (Pieris napi), Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Waldbrettspiel (Pararge aegeria), Schachbrett (Melanargia galathea), Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus) und Rostfarbener Dickkopf (Ochlodes sylvanus). |
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Distelfalter |
Rostfarbener Dickkopf |
Landkärtchen-Raupe |
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Die starke Bewölkung war jedoch keineswegs ein Nachteil. Weil sie nicht von flatternden Schmetterlingen abgelenkt wurden, achteten die Teilnehmer genauer auf die Pflanzen im Nahbereich. Wer Disteln absuchte, konnte Raupen des Distelfalters finden. Schwarze Raupen des Landkärtchens mit ihren charakteristischen „Hörnchen“ am Kopf hingen an den Brennnesseln. Dort gab es auch gut getarnte Raupen und Puppen des Nesselzünslers (Pleuroptya ruralis) zu entdecken. Schließlich entwickelte fast jeder von uns den Ehrgeiz, eine weitere Raupe oder Puppe zu finden. So entdeckten wir seltsam anmutende Raupen wie die des Kleinen Bürstenspinners (Orgyia antiqua), des Zickzack-Zahnspinners (Notodonta ziczac) oder des Erpelschwanz-Rauhfußspinners (Clostera curtula bzw. Clostera pigra). |
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Kleiner Bürstenspinner |
Zickzack-Zahnspinner |
Erpelschwanz |
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Für Annette von
Scholley-Pfab gab es immer weitere Raupen zu bestimmen: |
Messingeule: Kokon |
Messingeule: Falter |
Heidekraut-Wurzelbohrer |
Natürlich fanden sich – neben Raupen und Puppen – noch weitere Falter: Der Schlehenspanner (Angerona prunaria) und der Schwefelgelbe Haarbüschelspanner (Eulithis pyraliata); der Brennnesselzünsler (Eurrhypara hortulata) und der Zünsler Crambus lathoniellus; zahlreiche Wickler wie z. B. Celypha lacunana, dessen Schönheit sich erst in der Vergrößerung zeigt; die Braungestreifte Spannereule (Herminia tarsicrinalis), die Nessel-Schnabeleule (Hypena proboscidalis) und die Schwarzstrich-Kräutereule (Lacanobia thalassina). Der Heidekraut-Wurzelbohrer (Phymatopus hecta) und das Rotkragen-Flechtenbärchen (Atolmis rubricollis) ergänzten unsere Fundliste. |
Brennnessel-Zünsler |
Wickler Celypha lacunana |
Riemenschnecke |
Überflüssig zu sagen, dass uns neben den vielen Faltern und Raupen auch anderes auffiel: Blattwespen und deren Raupen; Bockkäfer wie der Distelbock, der Leiterbock oder der Gefleckte Schmalbock; oder die Riemenschnecke mit ihrem behaarten Gehäuse. Ein letztes Mal rieben wir uns verwundert die Augen, als gar noch einige Kamele unseren Weg kreuzten. Eine Exkursion voller Überraschungen! Siegfried Braun Fotos: AK Schmetterlinge |