Münchner Biotope: Das Lochholz in Allach


Alte Autobahntrasse und
Lochholz, der Wald im Hintergrund


Lochholz im Frühling

Lage

Allach

Charakter

Ein Restbestand des ehemaligen Lohwaldgürtels, ein Eichen-Hainbuchenwald

Flora

Busch-Windröschen, Gelbes Windröschen, Hohler Lerchensporn, Leber- blümchen, Scharbockskraut, Wald-Bingelkraut, Wald-Gelbstern

Fauna

Buntspecht, Grauschnäpper, Habicht, Mäusebussard, Sperber, Trauer-
schnäpper, Waldlaubsänger, Feldhase

Schutzstatus

Landschaftsschutzgebiet, Biotop M-53 in der Stadtbiotopkartierung 1981-84,
als Naturschutzgebiet vorgeschlagen.

  

LBV und städtische Forstverwaltung enthüllen Waldinfotafeln Lochholz, 20.11.2006

Im Lochholz, einem Naturwald in Allach, sollen Informationstafeln die Besucher künftig auf die Besonderheit und Schutzwürdigkeit dieses Waldes aufmerksam machen und zu naturschonendem Verhalten anleiten.

Allach. Bei herrlichem Wetter weihten am 16. November Frau Edith Bachmayr, ehrenamtliche Biotoppatin beim LBV, und Herr Thomas Mayr, städtische Forstverwaltung, neue Naturschutz-Infotafeln für das Lochholz ein. Das Lochholz ist ein kleiner, aber sehr artenreicher Lohwaldrest im Münchner Stadtbezirk Allach/Untermenzing. Interessierte Anwohner und Unterstützer begleiteten die Enthüllung.

Auf Initiative von Frau Edith Bachmayr hatten der Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe München, und die städtische Forstverwaltung Informationstafeln für das Waldstück „Am Lochholz“ angefertigt, die an den Eingängen des Waldes zwischen der Straße „Am Lochholz“ und der Rudorffstraße aufgestellt wurden. Damit soll auf die besondere Schutzwürdigkeit dieser ökologischen Perle und Naturoase im Stadtviertel hingewiesen werden. Die Tafeln geben einen Überblick zu dem Artenreichtum an Pflanzen und Tieren in dem etwa 4 Hektar großen Waldstück.

Eingebettet in der Besiedelung ist der Wald schon seit vielen Jahren als städtisches Biotop kartiert. Das Vorkommen vieler seltener Arten zeigt die Bedeutung des Erhaltes alter Naturwaldbestände im Münchner Norden. Ursprünglich waren große Teile des Münchner Nordens mit Wald bedeckt. Die Landschaft ist aber im Laufe der Zeit durch Ackerbau und Besiedelung waldarm geworden. Die nur verstreut übrig gebliebenen Waldinseln geben eine Ahnung von der früheren Waldzusammensetzung in dieser Gegend.

Innerhalb des städtischen Waldbesitzes hat das Lochholz darüber hinaus eine Sonderstellung: Mit dem Erhalt des Naturland-Zertifikats und FSC–Siegels (FSC = Forest Stewardship Council) im Jahr 2001 hat sich die Stadt München zur ökologischen Waldwirtschaft verpflichtet mit dem Ziel der Sicherung einer nachhaltigen, naturgemäßen Bewirtschaftung des Ökosystems Wald. In diesem Zusammenhang werden im Gesamtforstbetrieb auch Bereiche ausgewiesen, auf denen forstwirtschaftliche Eingriffe im Waldinneren gänzlich unterbleiben. Sie dienen der Beobachtung der natürlichen Walddynamik und sind damit ständiger Wegweiser für waldbauliche Entscheidungen im übrigen Waldbesitz.

Das Lochholz ist so ein Beobachtungsgebiet, in dem auf jegliche forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet wird. Das abgestorbene Holz verbleibt aus Artenschutzgründen im Wald. Finanziert wurden die Tafeln durch Anwohner und Stadtteilbürger, nachdem rücksichtsloses Verhalten der Waldbesucher (illegale Abfallablagerungen, Querfeldein – Radeln und Reiten, wilde Trampelpfade) dem Naturwald zunehmend Schaden zufügten. Wissensvermittlung und Anleitung zu naturschonendem Verhalten ist das Ziel der Aktion.

Dr. Heinz Sedlmeier, LBV-Leiter der Geschäftsstelle München, Tel. 089 / 20027071
 


Frau Bachmayr (LBV), Hr. Mayr (Städt. Forstverwaltung) enthüllen Waldinfotafel Lochholz