Stadtbedeutsames
Biotop
● Pflege- und Erhaltungszustand: Kritisch
● Schutzstatus: nicht
Ausreichend
Lage: Stadtbezirk Trudering - Riem: östlich
Johanneskirchen, zwischen Hüllgraben und nordöstlicher Stadtgrenze
Schutzstatus nach Naturschutzrecht:
Teilbereich mit aufgelassener Kiesgrube als Landschaftsbestandteil (LB)
geschützt
Münchner Stadtbiotop-Nr.: 130, 131, 271
(entsprechen Teilen der Gesamtfläche)
ABSP-Nr.: 640-643 (entsprechen Teilen der
Gesamtfläche)
Flächennutzung nach Flächennutzungsplan:
Flächen für die Landwirtschaft, Ökologische Vorrangfläche (geringer
Flächenanteil)
Flächengröße: 165 ha
32.1 Geschichte,
Geländebeschreibung, Vegetation: Die ehemals dem Erdinger Moos zugehörige
Niedermoorlandschaft im Moosgrund wurde ab etwa 1900 tief reichend
entwässert. Besonders der in den 1920er Jahren gebaute, bis zu acht Meter
unter Geländeniveau liegende Abfanggraben, senkt den Grundwasserspiegel
erheblich ab. Weitere Vorfluter an der Oberfläche erübrigen sich daher.
Ehemals im Gebiet sehr häufige Quellbäche gibt es erst wieder etwa zwei
Kilometer weiter nördlich der Kreisstraße M 3, welche das
Untersuchungsgebiet entlang der Stadtgrenze begrenzt.
Bereits in einer Karte
von 1812 sind schon zahlreiche „Gräben“ verzeichnet, u. a.: Neuer Graben,
Hüllgraben (verlief ähnlich wie der heutige Hüll- und Abfanggraben) und
Togelgraben. Ebenso sind heute nicht mehr vorhandene Bäche verzeichnet, z.
B. der Föhringer Bach und das Dornacher Bächl. Die Flächen sind also
bereits Anfang des 19. Jahrhunderts durch die Vertiefung von Bächen und
die Anlage von Gräben teilentwässert worden. Für den Anbau von
Feldfrüchten waren sie damals wohl immer noch zu feucht, jedenfalls zeigt
die Karte von 1812 Wiesenflächen und Flurnamen wie z. B. „in den Stauden“
(Kartengrundlage: Topographischer Atlas vom Königreich Bayern, 1812 in
Schiermeier, 2003).

Leider sehr seltener
Anblick
im Moosgrund: Ackerwild-krautstreifen mit Klatsch-
mohn und
Knollen-Platterbse |
Die weithin ebene
Agrar-Landschaft ist durch eine Vielzahl meist dreißig bis siebzig Meter
breiter und mehrere hundert Meter langer Ackerschläge geprägt. Die
Erschließung erfolgt durch sehr wenige, unversiegelte Feldwege. Angebaut
werden vor allem Gerste und Weizen, aber auch Kartoffeln, Mais, Hafer und
Raps. Entlang des Weges „Im Moosgrund“ sind nur abschnittsweise Raine
vorhanden, die eine Mindestbreite von einem Meter erreichen. Zwei etwa
einhundert Meter lange Abschnitte - im Westen und östlich des
Gebietszentrums sind etwa drei Meter breit und sind mit einem lückigen
Gehölzbestand aus Schwarzem Holunder (Sambucus nigra) bzw. Säulen-Pappeln
(Populus x italica) und Eschen (Fraxinus excelsior) bewachsen.
Im Westteil verläuft zwischen den Straßen M3 und Im Moosgrund ein wohl
seit Jahrzehnten trocken gefallener, ca. einen Meter tiefer Graben.
Seine Böschungen sind größtenteils mit einer lückigen Eschen-Hecke
bewachsen. In den letzten Jahren wurden dort auch Sträucher, vor allem
Rote Heckenkirschen (Lonicera xylosteum) gepflanzt. Vor allem im
Südteil des Grabens blieben vereinzelt Grasfluren nährstoffarmer
Standorte mit der kennzeichnenden Aufrechten Trespe (Bromus erectus)
erhalten. Im Mittelteil zeigen fragmentarische Rohrglanzgras-Bestände
wasserzügige Verhältnisse an. |
Vereinzelte
Ansiedlungen des Blauen Wasser-Ehrenpreises (Veronica anagallis-aquatica)
deuten auf zeitweilige Wasserbedeckung der Sohle zumindest nach ergiebigen
Niederschlagsereignissen hin. Ca. zweihundertfünfzig Meter östlich des
Grabens stockt an einem Grasweg ein kleines Feldgehölz mit einer
integrierten Wildfütterung, welches das Landschaftsbild entscheidend
prägt. An der opulenten Wildfütterung wurden, trotz der sehr waldarmen
Umgebung, schon bis zu einhundert Rehe gezählt (die hohe Rehwilddichte
äußert sich auch im extremen Verbiss aller Sträucher und Jungbäume im
Gebiet) (v. Vacano, mdl.). Im Norden schließt an der Stadtgrenze eine
Baumhecke ohne Krautsaum das Gebiet zur angrenzenden Kreisstraße hin ab.
Südlich des Feldwegs
„Im Moosgrund“ befinden sich zwei ehemalige, annähernd quadratische,
verfüllte Kiesentnahmestellen mit vielfältigem Bewuchs. Die westliche
Grube trägt entscheidend zum vorgefundenen floristischen Arteninventar
bei: Der größte Teil wird von einer mageren Gras- und Blaubinsenflur mit
Staufeuchtezeigern, z.B. Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) sowie
Schilf-Landröhricht eingenommen. Im nördlichen Drittel wechseln zerfurchte
Kies-Rohböden mit nährstoffreichen Humus-Abraumhügeln und
Initialvegetation, u. a. aus Trittrasen und
Hackfrucht-Wildkrautgesellschaften. Ganz im Norden am breiten Wegrand hat
sich auf dem wohl durch Baufahrzeuge stark zerfurchten und verdichteten,
teils lehmigen Rohboden eine artenreiche Zwergbinsenflur u. a. mit
Glieder- und Krötenbinse (Juncus articulatus et bufonius), Sumpf-Ruhrkraut
(Gnaphalium uliginosum) und Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus)
gebildet. Die östliche, als geschützter Landschaftsbestandteil
ausgewiesene Abbaustelle erscheint wesentlich artenärmer, da sie mit einem
unterschiedlich dichten Sukzessionsgebüsch, vorwiegend aus Strauchweiden
und ziemlich nährstoffreichen Ruderalfluren bewachsen ist. Die beiden
ehemaligen Kiesgruben beherbergen eines der wichtigsten Amphibienvorkommen
im östlichen Münchner Stadtgebiet: 2004 und 2006 wurden zur Laichzeit etwa
30 Wechselkröten (Bufo viridis) und etwa 50 Laubfrösche (Hyla arborea)
festgestellt. Außerdem kommen Erdkröten (Bufo bufo), Teichmolch (Triturus
vulgaris) und Bergmolch (Triturus montanus) sowie der Grasfrosch (Rana
temporaria) vor. Laichgewässer sind hauptsächlich ephemere Kleingewässer,
die durch die Erdbewegungen des dortigen Kieslagers entstehen. In der
eingewachsenen östlichen Kiesgrube befinden sich drei ebenfalls genutzte
Kleingewässer, diese Gewässer sind 2005 in das Biotoppflegeprojekt des LBV
übernommen worden.

Vom LBV angelegte und
gepflegte Obstbaum- und Heckenstreifen untergliedern die ansonsten
mono-tone Agrarlandschaft |
Nahe der nordöstlichen Gebietsgrenze befindet sich neben einem vom „Im
Moosgrund“ abzweigenden Weg eine etwa tausend Quadratmeter große
Magerwiese mit Vorkommen der Knäuel-Glockenblume (Campanula
glomerata). Eine Hälfte der Wiese wurde erst vor wenigen Jahren mit
Mischwald aufgeforstet, wodurch schon jetzt der Blühaspekt gegenüber
dem Westteil deutlich abgenommen hat. Nördlich grenzt ein sehr kleines
Feldgehölz mit einem Hochsitz an. Die hier über einen Meter breiten,
wegbegleitenden Ackerraine sind stellenweise recht blütenreich. Um die
größtenteils ausgeräumte Agrarlandschaft ökologisch aufzuwerten hat
der LBV Ende der 1990er Jahre drei mehrere hundert Meter lange
Obstbaum- (alte Obstbaumsorten) und Heckenstreifen angelegt und die
zugehörigen Flächen gepachtet. |
Die Streifen weisen bereits jetzt eine bedeutende Avifauna auf, so kommen
Rebhuhn (Perdix perdix), Neuntöter (Lanius collurio) und Goldammer
(Emberiza citrinella) vor. Zwischen den Gehölzen haben sich
nährstoffreiche Ruderalfluren mit viel Kanadischer Goldrute (Solidago
canadensis) ausgebreitet. Durch im jährlichen Turnus durchgeführte Mahd
sollen diese nitrophilen Staudengesellschaften im Lauf der Jahre in
mesophile Grasfluren umgewandelt werden. Wohl das älteste geschlossene
Feldgehölz des Gebiets mit hohem Baumbestand aus vorwiegend Eschen
mittlerer Stammdicken befindet sich am Stadtrand im Nordosten.
Die Agrarlandschaft
des Moosgrundes beherbergt eine Reihe von Tierarten der Feldflur, die in
München inzwischen recht selten geworden sind, z. B.: Feldhase (Lepus
europaeus), Rebhuhn (Perdix perdix), Wachtel (Coturnix coturnix), Kiebitz
(Vanellus vanellus) und Feldlerche (Alauda arvensis).
Vegetations- und Strukturtypen
(Anteilsschätzung in %)
|
Laubbaumbestände
(Kronendach) |
2 |
Vegetationsfreie Fläche |
0,5 |
|
Deckung der Strauchschicht |
1 |
Artenreiches
Extensivgrünland/Magerwiese |
0,2 |
|
Gras- und Krautfluren
nährstoffreicher Standorte |
3 |
Artenarme Fettwiese |
4 |
|
Altgrasbestand/Grünlandbrache |
3 |
Acker/ junge Ackerbrache |
85 |
|
Trittrasen und Trampelpfade |
0,3 |
Landröhricht |
0,3 |
|
Initialvegetation trocken |
0,3 |
Fließgewässer, trocken
gefallen |
0,2 |
|
Initialvegetation feucht |
0,1 |
Sonstige Flächenanteile |
1 |
32.2 Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten:
Säuger: Feldhase (Lepus europaeus); Brutvögel: Wachtel (Coturnix coturnix),
Rebhuhn (Perdix perdix), Kiebitz (Vanellus vanellus), Schafstelze (Motacilla
flava), Dorngrasmücke (Sylvia communis), Feldsperling (Passer montanus),
Neuntöter (Lanius collurio); Amphibien: Wechselkröte (Bufo viridis),
Laubfrosch (Hyla arborea), Teichmolch (Triturus vulgaris)
Gehölze: Spitz-Ahorn (Acer
platanoides), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Grau-Erle (Alnus incana),
Moor-Birke (Betula pubescens), Hasel (Corylus avellana), Eingriffliger
Weißdorn (Crataegus monogyna), Gewöhnliches Pfaffenhütchen (Euonymus
europaeus), Esche (Fraxinus excelsior), Liguster (Ligustrum vulgare), Rote
Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Garten-Apfel (Malus domestica),
Säulen-Pappel (Populus x italica), Vogel-Kirsche (Prunus avium),
Trauben-Kirsche (Prunus padus), Kratzbeere (Rubus caesius), Himbeere (Rubus
idaeus), Silber-Weide (Salix alba), Sal-Weide (Salix caprea), Grau-Weide
(Salix cinerea), Lavendel-Weide (Salix eleagnos), Bruch-Weide (Salix
fragilis), Purpur-Weide (Salix purpurea), Korb-Weide (Salix viminalis),
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Eberesche (Sorbus aucuparia),
Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris), Wolliger Schneeball (Viburnum
lantana), Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)
Gräser und Kräuter: Gewöhnliche Hundspetersilie (Aethusa cynapium), Gewöhnlicher Odermennig
(Agrimonia eupatoria), Rotgelber Fuchsschwanz (Alopecurus aequalis),
Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), Acker-Windhalm
(Apera spica-venti), Meerrettich (Armoracia rusticana), Gewöhnlicher Beifuß
(Artemisia vulgaris), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Land-Reitgras
(Calamagrostis epigejos), Zaun-Winde (Calystegia sepium),
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata), Weg-Distel (Carduus acanthoides),
Zweizeilige Segge (Carex disticha), Stachel-Segge (Carex muricata agg.),
Graugrüner Gänsefuß (Chenopodium glaucum), Vielsamiger Gänsefuß (Chenopodium
polyspermum), Wegwarte (Cichorium intybus), Kohl-Kratzdistel (Cirsium
oleraceum), Acker-Winde (Convolvulus arvensis), Gewöhnlicher Stechapfel
(Datura stramonium), Wilde Möhre (Daucus carota), Rasen-Schmiele
(Deschampsia cespitosa), Wilde Karde (Dipsacus fullonum), Zottiges
Weidenröschen (Epilobium hirsutum), Kleinblütiges Weidenröschen (Epilobium
parviflorum), Acker-Flügelknöterich (Fallopia convolvulus), Mädesüß
(Filipendula ulmaria), Flutender Schwaden (Glyceria fluitans agg.),
Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum), Wiesen-Bärenklau (Heracleum
sphondylium), Glieder-Binse (Juncus articulatus), Kröten-Binse (Juncus
bufonius), Zusammengedrückte Binse (Juncus compressus), Blaugrüne Binse
(Juncus inflexus), Zarte Binse (Juncus tenuis), Knollen-Platterbse (Lathyrus
tuberosus), Hornklee (Lotus corniculatus), Goldfelberich (Lysimachia
punctata), Wilde Malve (Malva sylvestris), Weißer Steinklee (Melilotus
albus), Echter Steinklee (Melilotus officinalis), Ross-Minze (Mentha
longifolia), Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas), Ampfer-Knöterich (Persicaria
lapathifolia), Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea), Schilf (Phragmites
australis), Große Bibernelle (Pimpinella major), Gift-Hahnenfuß (Ranunculus
sceleratus), Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa), Weiße Lichtnelke
(Silene alba), Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis), Sumpf-Ziest (Stachys
palustris), Gewöhnlicher Beinwell (Symphytum officinale), Schweden-Klee
(Trifolium hybridum), Geruchlose Kamille (Tripleurospermum perforatum),
Huflattich (Tussilago farfara), Breitblättriger Rohrkolben (Typha
latifolia), Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis agg.), Blauer
Wasser-Ehrenpreis (Veronica anagallis-aquatica), Bachbunge (Veronica
beccabunga)
Problempflanzen = Invasive
Neophyten (1% Deckungsanteil): Zurückgekrümmter Amaranth (Amaranthus
retroflexus), Schlanke Karde (Dipsacus strigosus), Japanischer
Flügelknöterich (Fallopia japonica), Bewimpertes Franzosenkraut (Galinsoga
ciliata), Topinambur (Helianthus tuberosus), Herkulesstaude (Heracleum
mantegazzianum), Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera), Gewöhnliche
Nachtkerze (Oenothera biennis), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis),
Späte Goldrute (Solidago gigantea)
Besondere
Pflanzengesellschaften:
-
Hackfrucht-Wildkrautgesellschaften
(Polygono-Chenopodion W. Koch 26 em. Siss. et Westh. in Westh. et al. 46)
-
Landröhricht (Phragmition australis W.
Koch 26)
-
Zwergbinsenflur (Nanocyperion W. Koch
26)
Fauna (ohne gefährdete Arten,
s. o.): Brutvögel: Mäuse-Bussard (Buteo buteo), Turm-Falke (Falco
tinnunculus), Goldammer (Emberiza citrinella), Zilpzalp (Phylloscopus
collybita), in LBV, 2000 werden ca 30 Brutvogelarten angegeben; Amphibien:
Erdkröte (Bufo bufo), Grasfrosch (Rana temporaria), Bergmolch (Triturus
montanus); Tagfalter: Schornsteinfeger (Aphanthopus hyperanthus),
Distelfalter (Cynthia cardui), Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus);
Heuschrecken: Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus), Brauner
Grashüpfer (Chorthippus brunneus), Roesels Beißschrecke (Metrioptera
roeseli), Gewöhnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)
Besondere Strukturen:
32.3 Nutzungen und Konflikte
|
Nutzung/Pflege/Zustand |
Konflikt |
Begründung |
|
Tiefgründige Entwässerung des Niedermoors |
stark |
Moor-Degradation mit den Folgen:
Torfmineralisation und Moorsackung, Stickstofffreisetzung in die
Gewässer und Atmosphäre |
|
Intensivlandwirtschaft |
stark |
Struktur- und Artenarmut im Gebiet |
|
Aufforstung der einzigen, artenreichen
Magerwiese im Gebiet |
mäßig-stark |
Artenverlust |
|
Ablagerung von Ernterückständen entlang der
Ackerraine |
gering bis mäßig |
Eutrophierung, stellenweise Entwertung der
Kraut- bzw. Grasfluren |
|
Sukzession in aufgelassenen Kiesabbaustellen |
stark |
Die stadtbedeutsamen Vorkommen von
Laubfrosch und Wechselkröte können sich innerhalb dichter Pioniergehölze
nicht behaupten. |
|
Jagd; einige Hochsitze an Wegrändern,
Wildfütterung in Feldgehölz |
stark |
Aufgrund der extremen Wilddichte (Rehe) ist
eine Naturverjüngung von Heckensträuchern nicht möglich. |
32.4 Pflege- und Maßnahmevorschläge
-
Das gesamte Gebiet weist zu wenige vernetzende
Strukturen auf. Es sollten ein miteinander verbundenes Netzt mindestens
eineinhalb Meter breiter Ackerraine im Gebiet entstehen.
-
Mahd der bestehenden und neu anzulegenden
Ackerraine nur alle zwei bis drei Jahre vorwiegend im Herbst oder zeitigen
Frühjahr
-
Jährliche Mahd der Goldrutenbestände innerhalb
der LBV-Obstbaumstreifen
-
Die Flurstücksgrenzen entlang der gewidmeten
Wege sollten eingehalten werden, das Umpflügen von öffentlichem Grund
entlang von Wegen und Straßen sollte eingestellt werden.
-
Jedes Jahr sollten einzelne Ackerschläge
brach liegen (Hierfür können die
Landwirte Fördergelder (Stilllegungsprämien) beantragen) um Wachtel,
Rebhuhn und Schafstelze eine erfolgreiche Brut zu ermöglichen.
-
Die aufgelassenen Kiesabbaustellen und das
städtische Erdlager an der Straße im Moosgrund sollten in ein
Schutzkonzept für die Wechselkröte und den Laubfrosch einbezogen werden.
Vor allem müssten im Rahmen der ohnehin stattfindenden Erdarbeiten
jährlich auch neue Pioniergewässer nur für die Amphibien angelegt werden.
Die Gewässer können dann im Herbst wieder verfüllt und in den
Betriebsablauf eingegliedert werden, wenn dafür im Frühjahr wieder neue
geschaffen werden.
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