Münchener Biotope - Außen2: Gleisdreieck Pasing

Stadtbedeutsames Biotop
● Pflege- und Erhaltungszustand: Kritisch
● Schutzstatus: Nicht Ausreichend

Lage: Stadtbezirk Pasing – Obermenzing: Südwesten von Pasing, zwischen Paosostraße, Herrschinger Bahnweg und Gewerbegebiet Neuaubing an der Trimburgstraße
Schutzstatus nach Naturschutzrecht: geringe Flächenanteile nach Art. 13d(1), BayNatSchG geschützt
Stadtbiotop-Nr.: 272 entspricht einem kleinen Teil der Gesamtfläche
ABSP-Nr.: 104
Flächennutzung nach Flächennutzungsplan: Größtenteils Ökologische Vorrangfläche, Westteil Gewerbegebiet; Übergeordnete Grünbeziehung
Flächengröße: 25,8 ha

24.1 Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation: Auf dem im Norden und Osten von Bahnstrecken begrenzten Areal wurde in der Nachkriegszeit Kies abgebaut. Die Kiesgruben waren bereits 1980 komplett verfüllt. Zumindest die Deckschicht der Verfüllung besteht aus lehmig-kiesigem Substrat. Im Mittel- und Westteil lassen sich heute noch Fundamente abgebrochener Betriebsgebäude anhand sehr spärlich bewachsener kiesiger Rohböden erahnen. Die auf dem ausgekiesten Gelände sekundär entstandene Grasheide wurde bis Anfang der 1990er Jahre mit Schafen beweidet. Für das östliche Drittel des Gleisdreiecks existiert inzwischen ein genehmigter Bebauungsplan, der dort ein Gewerbegebiet vorsieht.(Reinhard Engemann fragen!).

Das ziemlich ausgedehnte, unbebaute Gelände ist größtenteils mit einer blütenarmen, mäßig verfilzten Grasflur bewachsen. Es wird von zwei unbefestigten Feldwegen und mehreren Trampelpfaden durchzogen. Hauptsächlich neben den Trampelpfaden und an Wegverzweigungen sind mäßig blütenreiche, vom Hornklee (Lotus corniculatus) geprägte eher niederwüchsige Grasfluren verblieben. Teilbereiche, vor allem im Osten und Norden, werden von artenarmen Dominanzbeständen des Land-Reitgrases (Calamagrostis epigeios) eingenommen. Nur auf verhältnismäßig geringen Flächenanteilen im Nordosten und in der Westhälfte findet man von der Brennnessel (Urtica dioica) dominierte, hochwüchsige Nitrophytenfluren, die wahrscheinlich auf frühere nährstoffreiche Ablagerungen zurückzuführen sind. Im Westteil prägen zwei kurze Reihen hoch aufgewachsener Hybrid-Pappeln das Landschaftsbild. Weniger hohe Bäume, vor allem Birken (Betula pendula) gibt es außerdem noch am südlichen Rand nahe der Paosostraße. Die Birkengrüppchen besitzen z. T. schon einen Strauchmantel aus Purpur-Weiden (Salix purpurea) und Blutrotem Hartriegel (Cornus sanguinea).



Böschung an der Paosostraße: In einem artenreichen Magerrasen hat sich ein Weißdorn angesiedelt

Auf dem etwa einen halben Hektar großen, kiesigen Rohboden im Umfeld der lichten Birkengruppe entwickelt sich ein Pioniermagerrasen mit Weidenblättrigem Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Wundklee (Anthyllis vulneraria), Habichtskräutern (Hieracium sp.) und anderen Magerkeitszeigern. Dieser Bereich ist von der Wärme liebenden Aschgrauen Sklavenameise (Formica cinerea agg.) in sehr hoher Dichte besiedelt. Deshalb weist auch der mit der Ameise in Symbiose lebende Idas-Silberfleck-Bläuling (Lycaeides idas), eine in Bayern gefährdete Tagfalterart, dort eine sehr hohe Dichte auf.

Unmittelbar neben dem Fahrbahnrand kennzeichnet ein fast einen Meter hoher Wall die Südgrenze des Areals. Die Wallflanken sind größtenteils mit einem Mosaik aus Ruderalfluren und Gebüsch bewachsen. Auf kurzen Abschnitten mit Grobschotterauflage hat sich dort aber auch die, in München nicht häufige und schützenswerte, Gesellschaft des Schmalblättrigen Hohlzahns (Galeopsis angustifolia) entwickelt. Ein floristisches Kleinod ist an der Böschung der Bahnunterführung Paosostraße zu finden. Dort hat sich ein Restbestand eines Halbtrockenrasens mit einem angrenzenden Wärme liebenden Saum des Mittleren Klees (Trifolium medium) erhalten. Innerhalb des Saums kommen auch, die in München stadtbedeutsamen Pflanzenarten Sonnenröschens (Helianthemum obscurum) und Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) vor. In Folge dieser Studie kümmert sich auf Initiative des Zweitautors der Arbeitskreis Biotopschutz des Bund Naturschutz um die Pflege dieser Fläche.

Ein mit noch ziemlich niedrigem Sukzessionsgebüsch bewachsener Wall setzt sich von der Südwestgrenze des Geländes entlang der Westgrenze nordwärts fort. Bis zu einer Pappelreihe schließt sich diesem ostwärts ein Mosaik aus blütenreichen Grasfluren und Pioniermagerrasen mit Scharfem Mauerpfeffer (Sedum acre) und Golddistel (Carlina vulgaris) an. Auf Teilabschnitten haben sich auch mehrere Meter breite Wärme liebende Säume entwickelt. Dort wächst die Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia), eine stadtbedeutsame Art.



Offene Kiesböden mit Pionierrasen
sind im Gleisdreieck inzwischen
selten geworden

Das Zentrum der Fläche zeigt einen bemerkenswerten Strukturreichtum: Man findet noch Flächen mit nährstoffarmem Feinkies, die spärlich mit der Gesellschaft des Schmalblättrigen Hohlzahns bewachsen sind. Die größte dieser Kiesflächen wird zeitweilig als Grill- und Partyplatz genutzt und ist stark mit Müll und Glasscherben verunreinigt. Die anderen Kiesflächen wachsen fortschreitend mit inzwischen Pioniergehölzen aus Purpur-Weiden (Salix purpurea) und Blutrotem Hartriegel (Cornus sanguinea).


Nördlich des wilden Grillplatzes findet sich eine nitrophile Grasflur mit Hasen- und Bleicher Segge (Carex ovalis bzw. pallescens). Zwischen den Kiesflächen und östlich davon haben sich auf dem lehmigen, staunassen Untergrund von der Blaugrünen Segge (Carex flacca) dominierte, arten- und blütenarme Kleinseggenrasen ausgebreitet. Sie enthalten Hasen- und Bleiche Segge, im Bereich eines Tümpels befindet sich ein kleiner Gelbseggen (Carex flava)- Bestand. Damit verzahnt sind Blaubinsen (Juncus inflexus)- Fluren sowie Fingerkraut-Flutrasen mit reichlich Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense). Mehrere kleinflächige Schilfbestände sowie Purpurweiden-Feuchtgebüsche ergänzen strukturell den wechselfeuchten Lebensraum.

Vegetations- und Strukturtypen (Anteilsschätzung in %)

Laubbaumbestände (Kronendach)

7

Initialvegetation trocken

4

Nadelbaumbestände

0,1

Vegetationsfreie Fläche

1

Deckung der Strauchschicht

5

Flutrasen

2

Gras- und Krautfluren nährstoffreicher Standorte

15

Kleinseggen- und Binsenrasen

3

Wärme liebende Ruderalfluren und Säume

2

Magerrasen, basenreich (geschützt durch Art. 13 d BayNatSchG)

0,1

Altgrasbestand/Grünlandbrache

58

Großröhricht (geschützt durch Art. 13 d BayNatSchG)

<0,1

Trittrasen und Trampelpfade

2

Sonstige Flächenanteile

1

24.2 Artenzusammensetzung

Vorkommen gefährdeter Arten: Pflanzen: Steifer Schöterich (Erysimum hieraciifolium), Orangefarbenes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum), Graues Fingerkraut (Potentilla inclinata), Feld-Ulme (Ulmus minor); Brutvögel: Grünspecht (Picus viridis); Tagfalter: Idas-Silberfleck-Bläuling (Lycaeides idas); Heuschrecken: Gestreifte Zartschrecke (Leptophyes albovittata), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) /Angaben aus ABSP, 2005; Landschnecken: Gemeine Windelschnecke (Vertigo pygmaea), Blindschnecke (Cecilioides acicula) /Angaben aus ABSP, 2005

Gehölze: Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Hänge-Birke (Betula pendula), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), Hasel (Corylus avellana), Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia), Walnuss (Juglans regia), Liguster (Ligustrum vulgare), Garten-Apfel (Malus domestica), Wald-Kiefer (Pinus sylvestris), Hybrid-Pappel (Populus sp.), Vogel-Kirsche (Prunus avium), Haus-Zwetschge (Prunus domestica), Steinweichsel (Prunus mahaleb), Schlehe (Prunus spinosa), Artengruppe Hunds-Rose (Rosa canina agg.), Wein-Rose (Rosa rubiginosa), Kratzbeere (Rubus caesius), Brombeere (Rubus fruticosus agg.), Himbeere (Rubus idaeus), Silber-Weide (Salix alba), Sal-Weide (Salix caprea), Grau-Weide (Salix cinerea), Purpur-Weide (Salix purpurea), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Eberesche (Sorbus aucuparia), Berg-Ulme (Ulmus glabra)

Gräser und Kräuter: Gewöhnlicher Odermennig (Agrimonia eupatoria), Gewöhnlicher Frauenmantel (Alchemilla vulgaris agg.), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis), Sandkraut (Arenaria serpyllifolia), Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris), Süßholz-Tragant (Astragalus glycyphyllos), Stein-Zwenke (Brachypodium rupestre), Zittergras (Briza media), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Weidenblättriges Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), Feld-Steinquendel (Calamintha acinos), Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia), Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides), Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Weg-Distel (Carduus acanthoides), Blaugrüne Segge (Carex flacca), Gelbe Segge (Carex flava), Raue Segge (Carex hirta), Stachel-Segge (Carex muricata), Vogelfuß-Segge (Carex ornithopoda), Hasen-Segge (Carex ovalis), Bleiche Segge (Carex pallescens), Winkel-Segge (Carex remota), Wald-Segge (Carex sylvatica), Schatten-Segge (Carex umbrosa), Golddistel (Carlina vulgaris), Gewöhnliche Wiesen-Flockenblume (Centaurea vulgaris), Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe), Orant (Chaenorhinum minus), Wegwarte (Cichorium intybus), Acker-Winde (Convolvulus arvensis), Wiesen-Pippau (Crepis biennis), Wilde Möhre (Daucus carota), Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), Wilde Karde (Dipsacus fullonum), Natternkopf (Echium vulgare), Kleinblütiges Weidenröschen (Epilobium parviflorum), Scharfes Berufkraut (Erigeron acris), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.), Schmalblättriger Hohlzahn (Galeopsis angustifolia), Echtes Labkraut (Galium verum), Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium pyrenaicum), Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum obscurum), Flaumhafer (Helictotrichon pubescens), Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum), Glieder-Binse (Juncus articulatus), Zusammengedrückte Binse (Juncus compressus), Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus), Flatter-Binse (Juncus effusus), Blaugrüne Binse (Juncus inflexus), Zarte Binse (Juncus tenuis), Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), Kompass-Lattich (Lactuca serriola), Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis), Wald-Platterbse (Lathyrus sylvestris), Rauer Löwenzahn (Leontodon hispidus), Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), Purgier-Lein (Linum catharticum), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Goldfelberich (Lysimachia punctata), Gewöhnlicher Steinklee (Melilotus officinalis), Kriechende Hauhechel (Ononis repens), Wilder Dost (Origanum vulgare), Gewöhnliches Bitterkraut (Picris hieracioides), Mittlerer Wegerich (Plantago media), Platthalm Rispengras (Poa compressa), Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia), Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans), Frühlings-Fingerkraut (Potentilla tabernaemontani), Schilf (Phragmites australis), Gelbe Resede (Reseda lutea), Gewöhnliche Sumpfkresse (Rorippa palustris), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Quirlblütiger Salbei (Salvia verticillata), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis), Knoten-Braunwurz (Scrophularia nodosa), Bunte Kronwicke (Securigera varia), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), Felsen-Fetthenne (Sedum reflexum), Purpur-Fetthenne (Sedum telephium), Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris), Nachtschatten (Solanum sp.), Gewöhnlicher Beinwell (Symphytum officinale), Rainfarn (Tanacetum vulgare), Großer Bocksbart (Tragopogon dubius), Kleiner Bocksbart (Tragopogon minus), Mittlerer Klee (Trifolium medium), Huflattich (Tussilago farfara), Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis), Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria)

Problempflanzen = invasive Neophyten (0,8%-Deckungsanteil): Japanische Scheinquitte (Chaemomeles japonica), Einjähriger Feinstrahl (Erigeron annuus), Goldregen (Laburnum anagyroides), Essigbaum (Rhus typhina), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Schneebeere (Symphoricarpus rivularis)

Fauna (ohne gefährdete Arten, s. o.):  Brutvögel: Rohrammer (Emberiza schoeniclus), Stieglitz (Carduelis carduelis); Heuschrecken: Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii), Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus), Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima); Tagfalter: Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Distelfalter (Cynthia cardui), Frühlings-Mohrenfalter (Erebia medusa), Rostfarbener Dickkopffalter (Ochlodes venatus), Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Besondere Pflanzengesellschaften:

  • Thermophile Saumstaudenfluren (Origanetalia vulgaris Th. Müll. 61)

  • Möhren-Steinkleefluren (Dauco-Melilotion Görs 66)

  • Sand- und Felsgrusfluren (Sedo-Scleranthetalia Br.-Bl. 55)

  • Gesellschaft des Schmalblättrigen Hohlzahn (Galeopsietum angustifoliae Büker 42)

  • Kalkmagerrasen (Brometalia erecti Br.-Bl. 36)

  • Übergangsstadium von Kalkmagerrasen zu halbruderalem Trockenrasen (Agropyretalia intermedio-repentis Müll. et Görs 69 )

  • Kleinseggenrasen (Carex flacca - Ges.)

Besondere Strukturen:

  •  Markantes Kleinrelief

  •  zerfurchte Oberfläche

  • Tümpel

  • Totholz/Totholzlagerhaufen

  • offene Rohböden

  • zahlreiche Tierbauten

  • hohes Blütenangebot in Teilbereichen

24.3 Nutzungen und Konflikte
 

Nutzung/Pflege/Zustand

Konflikt

Begründung

Geplante Gewerbebebauung im Westteil

stark

Zerstörung artenreicher Gras- und Staudenfluren im Südwesten, auch betroffen ist ein durch Art. 13d BayNatSchG geschützter Magerrasen

Biotopvernetzung gestört

stark

Durch die geplante Gewerbebebauung wird die ohnehin schwache Vernetzung zum Gleislager Neuaubing weiter geschwächt.

Ablagerung von Gehölzschnittgut und Gartenabfällen

stark

Mäßige bis starke Eutrophierung an mehreren Stellen; Begünstigung der Ansiedlung und Ausbreitung der Goldrute

Fehlende Pflege (Beweidung, Mahd)

mäßig bis stark

Verbrachungserscheinungen; Verfilzung und flächenhaft geringe Blütendichte; in manchen Bereichen starke Zunahme des Gehölzaufwuchses

Feuerstellen und Partyplätze auf (weitgehend) vegetationsfreien Kiesflächen im zentralen Bereich

mäßig

Starke Vermüllung, flächenhaft Glasscherben; dadurch wird die Wiederaufnahme der Pflege erschwert.

Ausführen von Hunden, meist unangeleint

gering

Bodenbrütende Vögel, die aufgrund der Flächengröße potentiell noch eine Ansiedlungsmöglichkeit hätten, kommen nicht mehr vor.

Trampelpfade

konfliktfrei

Entlang der Wegränder siedelt häufig besonders blütenreiche Vegetation, weil durch die mäßige Trittbelastung sonnige Offenstandorte geschaffen werden.

Kies-Rohboden am südlichen Rand auf mehreren 1000 Quadratmetern

konfliktfrei

Ansiedlung blütenreicher Staudenfluren und Pioniermagerrasen

24.4 Pflege- und Maßnahmevorschläge

  •  Für einen Teil des Biotops ist derzeit eine Umwidmung in ein Gewerbegebiet geplant. Aufgrund der langfristigen Abschwächung der Nachfrage auf dem Büroimmobilienmarkt sollte überlegt werden, diese Planung aufzugeben. Die Gewerbebetriebe könnten dann auf bisher für Büroimmobilien vorgehaltenen Flächen innerhalb der Bahnachse Hauptbahnhof-Laim-Pasing oder im Gewerbegebiet Freiham untergebracht werden.

  • Die optimale Pflege für die Magerwiesen und Halbtrockenrasen des Biotops wäre eine extensive Schafbeweidung. Eventuell könnte die Fläche in die Wanderschäferei entlang der Autobahn A 99 einbezogen werden. Dazu müsste eine Trift von der Autobahn über die Ausgleichsflächen für das Gewerbegebiet Freiham zum Gleislager Neuaubing geschaffen werden. Von dort wäre dann allerdings eine Trift von etwa 800 Metern durch kleinere Anliegerstraßen nötig.

  • In den ökologisch besonders wertvollen Bereichen (Pioniermagerrasen, Kleinseggenrasen, vernässte Mulden) sollte die bereits weit fortgeschrittene Verbuschung zurückgenommen werden. Besonders gilt dies für die Böschung an der Bahnunterführung unter der Paosostraße.

  • Entwicklung einer geschlossenen Hecke von 3-5 m Breite entlang der südlichen und westlichen Biotopgrenze

  • Beseitigung von Ablagerungen und Abfällen; die Einfahrt in den Biotop sollte an besonders betroffenen Stellen unmöglich gemacht werden (Anböschungen, Poller, Feldsteine o. ä.).

  • Aufgrund der Artenausstattung bietet sich das Gelände für eine Ausweisung als Geschützter Landschaftbestandteil an.