Münchener Biotope - Außen2: Biergarten Münchner Haupt (Königlich Bayerischer Biergarten)

Stadtteilbedeutsames Biotop
● Pflege- und Erhaltungszustand: Kritisch
● Schutzstatus: Ausreichend

Lage: Mittersendling, südwestlich des S-Bahnhofs, nordöstlich des Endes der Zielstattstraße
Schutzstatus nach Naturschutzrecht: kein Schutzstatus
Münchner Stadtbiotop-Nr: nicht erfasst
ABSP-Nr.: nicht erfasst
Flächennutzung nach Flächennutzungsplan: Allgemeine Grünfläche
Flächengröße: 0,7 ha 

20.1 Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation: Das Areal wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „Neue Schießstätte“ eingerichtet und in der Zeit seit den 1960er Jahren bis ungefähr 2000 als Königlich Bayerischer Biergarten betrieben (Münchner Biergartler Buch, 1992). Eine wesentliche Umgestaltung der Freifläche im Zuge der Namensänderung zu Münchner Haupt´ ist nicht zu erkennen. Innerhalb des ehemaligen Schießstättenareals nimmt der eigentliche Biergarten mit seinem gekiesten, völlig vegetationsfreien Untergrund die nordwestliche Hälfte ein.



Der gesamte Eingangsbereich des Biergartens ist asphaltiert. Eine Befestigung mit Rasengittersteinen wäre umweltschonender

Der Westteil des Biergartens wird von einigen dickstämmigen Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) und Winter-Linden (Tilia cordata) mittlerer Stammdicken überschirmt. Im Ostteil befinden sich wenige Rosskastanien, die erst etwa sechs Meter hoch sind. Nahe dem Eingangsbereich in den Biergarten sind mehrere Pflanztröge mit Zier-Sommerblumen aufgestellt und am östlichen Rand der Asphaltfläche neben dem Gaststättengebäude fünf Findlinge platziert. Krautige Initial-
vegetation ist auf die Randbereiche vor allem im Nordwesten um den Fahrrad-Abstellplatz und die Rückseite der Schänke beschränkt. Es sind vor allem kleinflächige Trittrasen mit Einjährigem Rispengras (Poa annua) und Vogel-Knöterich (Polygonum arenastrum) ausgebildet.


Biergartenbereich mit Altbaum-
bestand

Im Nordosten des Geländes befindet sich innnerhalb eines Scherrasenbereiches ein kleiner Kinderspielplatz, an dessen Rand zwei Trauer-Weiden stehen. Der Südostteil des Areals wird von einem häufig gemähten, recht artenarmen Grünland eingenommen, welches von einem Holzstangenzaun umgeben ist. Im ziemlich nährstoffreichen Westteil steht eine markante Baumgruppe aus 7 Buchen mit Stammdurchmessern von 40-70 cm um eine Statue aus Stein. Der relativ nährstoffarm wirkende Ostteil ist durch mehrere bis zu 70 cm hohe flache Buckel schwach reliefiert und wird von einem lockeren Bestand aus Wald-Kiefern (Pinus sylvestris) überschirmt.
 
Die Kiefern haben Stammdurchmesser von 25-40 cm erreicht. Am Ostrand begrenzt eine Laubbaumreihe aus Spitz-Ahorn (Acer platanoides), Eschen (Fraxinus excelsior) und zwei Gruppen von Rotbuchen das Biergartengelände. Zwei mächtige Buchen weisen bereits einen Stammumfang von fast 3 Metern auf.

Vegetations- und Strukturtypen (Anteilsschätzung in %)

Laubbaumbestände (Kronendach)

25

Initialvegetation trocken

2

Nadelbaumbestände (Kronendach)

7

Vegetationsfreie Fläche

35

Deckung der Strauchschicht

0,5

Scherrasen

40

Gras- und Krautfluren nährstoffreicher Standorte

1

Intensiv gepflegte Zierbeete

0,2

Trittrasen und Trampelpfade

5

Sonstige Flächenanteile

5

20.2 Artenzusammensetzung

Vorkommen gefährdeter Arten: keine

Gehölze: Spitz-Ahorn (Acer platanoides), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Sauerdorn (Berberis thunbergii), Hainbuche (Carpinus betulus), Buche (Fagus sylvatica), Esche (Fraxinus excelsior), Efeu (Hedera helix), Wald-Kiefer (Pinus sylvestris), Trauer-Weide (Salix alba „Tristis“), Winter-Linde (Tilia cordata)

Gräser und Kräuter: Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), Wald-Segge (Carex sylvatica), Rot-Schwingel (Festuca rubra), Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum), Echte Nelkenwurz (Geum urbanum), Gundermann (Glechoma hederacea), Weiße Taubnessel (Lamium album), Hain-Rispengras (Poa nemoralis), Frühlings-Fingerkraut (Potentilla tabernaemontani), Wohlriechendes Veilchen (Viola odorata)

Problempflanzen = invasive Neophyten: Keine feststellbar

Besondere Pflanzengesellschaften: Keine feststellbar

Fauna (ohne gefährdete Arten, s. o.):  Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), Zilpzalp (Phylloscopus collybita), sonst keine Beobachtungen

Besondere Strukturen:

  • Findlinge am Wegrand

  • dickstämmige Bäume (über 75 cm Stammdurchmesser in Brusthöhe)

20.3 Nutzungen und Konflikte

Nutzung/Pflege/Zustand

Konflikt

Begründung

Häufige Mahd der Grünfläche im Südostteil

mäßig

Fehlen eines Saums, stark verminderte Blütendichte  und -vielfalt

Versiegelte Weg- und Platzflächen in Gebäudenähe

gering bis mäßig

Bereiche mit hoher Trittbelastung bzw. Fahrverkehr; Rasengittersteine wären in einem Biergarten angemessen

Flächenhaft hohe Trittbelastung

gering

Im Bereich eines Biergartens ist ein vegetationsarmer Untergrund bzw. Trittrasen typisch

Gastronomie

konfliktfrei

 

Kinderspielplatz

konfliktfrei

 


20.4 Pflege- und Maßnahmevorschläge

  • Auf dem buckligen Gelände im Südosten des Biergartens könnte durch Reduzierung der Mahdhäufigkeit auf etwa dreimal pro Jahr ein Blumenrasen entwickelt werden.

  • Neben der Baumreihe am östlichen Rand des Biergartens könnte ein mehrere Meter breiter Saum entwickelt werden.

  • Wo möglich Entsiegelung der Wegeflächen, evtl. Einbau von Rasengittersteinen