Münchener Biotope - Außen2: Neuer Israelitischer Friedhof
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Stadtteilbedeutsames Biotop
● Pflege- und Erhaltungszustand: kritisch ● Schutzstatus: Ausreichend
Lage: Nordschwabing: zwischen
Domagk-, Ungererstraße und Autobahn A 9 11.1 Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation: Nachdem sich in den 1880er Jahren abgezeichnet hatte, dass die Kapazität des Alten Israelitischen Friedhofs nicht mehr ausreichte, wurde der Neue Israelitische Friedhof ab 1904 von Hans Grässel geplant und 1908 nach der Schließung der alten Anlage eröffnet“. Auf der damals noch kaum bebauten Alten Heide in Nordschwabing wurde dieser geometrisch gestaltete Friedhof errichtet. Er ist mit ausschließlich gerade verlaufenden Wegen in unterschiedlichen Winkeln zueinander erschlossen. Ringsherum ist er mit einer ziemlich neu verfugten Ziegel- bzw. Betonmauer von mehr als 2 Metern Höhe eingefasst. Im Südteil überwiegt hoher, relativ alter Baumbestand innerhalb kaum noch für Bestattungen genutzter Gräberfelder. Es dominieren Spitz- und Berg-Ahorn (Acer platanoides et pseudoplatanus), beigemischt sind zahlreiche 6-10 Meter hohe Lebensbäume (Thuja sp.) und Scheinzypressen (Chamaecyparis sp.). Efeu (Hedera helix) deckt einen Großteil der vorwiegend bemoosten Grabplatten und Moosrasen zwischen den Gräbern und ist auch an zahlreichen Laubbaumstämmen empor geklettert. Im Südwesten des Friedhofs sind die Gräberfelder von 3-4 Meter hohen, aber sehr schmalen, streng geschnittenen Hecken aus Fliederbüschen und Hainbuchen eingefasst. Daneben kommen auch einige über 6 Meter hohe Thujenhecken mit lockerem Wuchs vor. Auch in diesem Bereich sind artenreiche Moosgesellschaften auf den Grabsteinen zu finden.
Die auf den Nordteil konzentrierten neuen
Gräberfelder werden ausgesprochen intensiv gepflegt, die einzelnen
Grabstätten sind zum Großteil von niedrigen, streng geschnittenen
Buchshecken eingefasst. Auch hier überwiegen florenfremde Koniferen
gegenüber Laubbäumen. Der erst in jüngster Zeit neu angelegte Nordostteil,
der noch keine Gräberfelder enthält, wirkt mit seinen strukturlosen
Scherrasen und zahlreichen gleichförmig gepflanzten Einzelbäumen und
Gehölzgruppen recht monoton.
Vegetations- und Strukturtypen (Anteilsschätzung in %)
Gehölze: Spitz-Ahorn (Acer platanoides), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Hänge-Birke (Betula pendula), Buchsbaum (Buxux sempervirens), Hainbuche (Carpinus betulus), Scheinzypresse (Chamaecyparis sp.), Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea), Hasel (Corylus avellana), Baum-Hasel (Corylus colurna), Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna), Buche (Fagus sylvatica), Esche (Fraxinus excelsior), Hänge-Esche (Fraxinus excelsior „Pendula“), Liguster (Ligustrum vulgare), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Hunds-Rose (Rosa canina agg.), Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia), Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris), Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis), Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) Gräser und Kräuter: Heide-Günsel (Ajuga genevensis), Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Sandkraut (Arenaria serpyllifolia), Stein-Zwenke (Brachypodium rupestre), Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum), Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), Frühlings-Segge (Carex caryophyllea), Stachel-Segge (Carex muricata agg.), Wiesen-Augentrost (Euphrasia officinalis), Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.), Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), Wiesen-Labkraut (Galium album), Stinkende Nieswurz (Helleborus cf. foetida), Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella), Florentiner Habichtskraut (Hieracium piloselloides), Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum), Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora), Goldnessel (Lamium galeobdolon), Rauer Löwenzahn (Leontodon hispidus), Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), Kriechende Hauhechel (Ononis repens), Mittlerer Wegerich (Plantago media), Frühlings-Fingerkraut (Potentilla tabernaemontani), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Feld-Thymian (Thymus pulegioides), Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis), Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus), Problempflanzen = Invasive Neophyten (< 1 % Deckungsanteil): Zurückgebogener Amaranth (Amaranthus retroflexus), Kanadischer Katzenschweif (Conyza canadensis), Schlanke Karde (Dipsacus strigosus), Einjähriger Feinstrahl (Erigeron annuus), Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis), Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Schneebeere (Symphoricarpus rivularis) Besondere Pflanzengesellschaften:
Fauna (ohne gefährdete Arten, s. o.): Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), Kaninchen (Oryctolagus cuniculus); Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus) Besondere Strukturen:
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