Münchner Biotope: Kleingärten am Luitpoldpark

Lage

Schwabing-Nord, am Nordrand des Luitpoldparks südwestlich des Bades Georgenschwaige

Schutzstatus kein Schutzstatus
Mü. Stadtbiotop Nr. nicht kartiert
Flächennutzung Kleingärten
Flächengröße ca. 3,5 ha
   

Naturnahe Wegbegrenzung ohne Zäune. Links ein kleiner Steingarten mit Vorkommen des Nachtigall-Grashüpfers

 
Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Alle verbliebenen Kleingartenkolonien der Münchner Innenstadt wurden in der Zeit von 1950-1980 angelegt. Historische Kleingartenanlagen aus den Gründungszeiten der Schrebergartenbewegung existieren nicht mehr. Die kleine, ungefähr halbkreisförmige Anlage am Luitpoldpark ist durch drei gerade Wege in Ost-West-Richtung und einen dazu rechtwinklig verlaufenden Nebenweg erschlossen. Die Wege sind nicht versiegelt. Der auf der Nordseite befindliche, von zwei Seiten zugängliche, Haupt(fuß)weg hat eine Breite von 4 Metern und wird trotz Verbots häufig von Fahrradfahrern genutzt, nach Auskunft eines Pächters an Wochenenden auch von PKW, die hier parken. Auf der Nordseite des Weges erstreckt sich im Westteil ein 5-7 m breiter Scherrasen mit einigen bis zu 10 m hohen Laubbäumen. An den Rasen schließt ein vorbildlich gepflegter, 1-2 Meter breiter Krautsaum an. Der Saum liegt vor einer Hecke mit leicht buchtiger, südseitiger Begrenzung. Er wird teils von Brennnesseln dominiert, teils ist er auch als Gierschflur ausgebildet oder enthält kurzlebige eutraphente Ruderalpflanzen

Abgesehen von knapp 1 m hohen, eingewachsenen Zäunen entlang des Hauptwegs gibt es in der Anlage keine Zaunabgrenzungen. Ein Großteil der Gärten, vor allem im Westen und Norden, sind von den Erschließungswegen mit 1-2 m hohen streng geschnittenen Hecken abgetrennt, die am häufigsten aus Liguster, abschnittsweise auch aus Spiersträuchern, Lorbeer-Kirschen oder Hainbuchen bestehen. Nicht wenige Gärten, vor allem im Südosten, sind einfach mit niedrigen Steineinfassungen und daran anschließender relativ naturnaher Bepflanzung aus Stauden und 2-4 m hohen Solitärgehölzen zu den Wegen hin abgegrenzt. Nur an wenigen Stellen findet man nahe den Wegrändern bis zu 6 m hohe standortfremde Gehölzarten wie Blaufichten oder Zedern. An den Zugängen zu den Parzellen sind nur zum Teil niedrige Gartentüren angebracht, vereinzelt auch bogenförmigen Klettergerüste. Viele Grenzen der Parzellen untereinander sind sehr undeutlich ausgebildet, möglicherweise sind sie mit Markierungspflanzungen gekennzeichnet. Besonders hervorzuheben ist ein relativ dicht u. a. mit Orangefarbenem Habichtskraut und Palmlilie bewachsener Steingarten am Wegrand im Südwesten. Dort kommt auch eine Population des in der Innenstadt seltenen Nachtigall-Grashüpfers vor. Die Fläche der vermutlich nirgends mit Herbiziden behandelten Nebenwege ist zu 15-20% lückenhaft bis mäßig dicht mit Trittrasen bzw. mesotropher Pioniervegetation bewachsen. Neben dem dominanten Einjährigen Rispengras haben sich dort auch Magerkeitszeiger angesiedelt, Wildpflanzen überwiegen gegenüber Gartenflüchtlingen deutlich.

Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
Türkentaube (BK 1996), Eibe; 
Moose und Flechten: nicht untersucht

Gehölze
Spitz-Ahorn, Zucker-Ahorn, Felsenbirne, Hänge-Birke, Hainbuche, Atlas-Zeder, Kornelkirsche, Forsythie, Liguster, Blau-Fichte, Schwarz-Kiefer, Kirschlorbeer, Spierstrauch

Gräser und Kräuter
Giersch, Knoblauchsrauke, Akelei, Gewöhnlicher Beifuß, Pfirsichblättrige Glockenblume (Zuchtform), Behaartes Schaumkraut, Lochschlund, Schöllkraut, Vielfrüchtiger Gänsefuß, Acker-Winde, Schmalblättriger Doppelsame, Wilde Karde, Hühnerhirse, Berg-Weidenröschen, Garten-Wolfsmilch, Wald-Erdbeere, Orangerotes Habichtskraut, Gelbe Taubnessel, Träubelhyazinthe, Einjähriges Rispengras, Floh-Knöterich, Kriechendes Fingerkraut, Milder Mauerpfeffer, Klebriges Klebriges Greiskraut, Schwarzer Nachtschatten, Wald-Ziest, Kleine Brennnessel

Problempflanzen = Invasive Neophyten (0,5%-Deckungsanteil) Schmetterlingsstrauch, Einjähriger Feinstrahl, Behaartes Knopfkraut, Aufrechter Sauerklee, Wilder Wein, Kanadische Goldrute, Schneebeere

Fauna
Zilpzalp, Gelbspötter, Klappergrasmücke, Gartenrotschwanz und weitere 16 Vogelarten/BK 1998
Admiral, Nachtigall-Grashüpfer

Besondere Strukturen
·         Hohes Blütenangebot (vorwiegend Zierpflanzen)

Besondere Pflanzengesellschaften
·         Gierschfluren/Knoblauchsraukensäume
·         Möhren-Steinkleefluren (fragmentarisch
Sand- und Felsgrusfluren ( fragmentarisch