Geschichte,
Geländebeschreibung, Vegetation
Alle
verbliebenen Kleingartenkolonien der Münchner Innenstadt wurden in der
Zeit von 1950-1980 angelegt. Historische Kleingartenanlagen aus den Gründungszeiten
der Schrebergartenbewegung existieren nicht mehr. Die Anlage an der
Lazarettstraße entstand nach dem Krieg auf dem historischen Kasernengelände
in diesem Bereich. |
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Ein
ehemaliger Löschteich, der in der Anlage erhalten geblieben ist,
beherbergt den einzigen nennenswerten natürlichen Amphibienbestand
innerhalb des Mittleren Rings. Es kommen Bergmolch, Teichmolch,
Teichfrosch und Erdkröte vor.
Die annähernd quadratische Kleingartenanlage wird von vier geraden,
zueinander rechtwinkligen Nebenwegen und einem schwach gekrümmten
Hauptweg erschlossen. Der Hauptweg ist etwa 5 Meter breit, die Nebenwege
haben eine Breite von nur 1,5 bis 2 m. Die wassergebundenen Wegdecken mit
Feinkiesauflage sind zu fast 95% vegetationsfrei, vor allem infolge von
Herbizidbehandlung, nur knapp 5% sind von Trittrasen, vor allem aus
Vogelknöterich und Einjährigem Rispengras bedeckt. Auf etwa 10% der Weglänge
hat sich auf 20-40 cm breiten, relativ nährstoffarmen Randstreifen
krautige Pioniervegetation vorwiegend aus Wildpflanzen der Hackfruchtäcker
angesiedelt, u. a. Acker-Glockenblume, Europäischer Sauerklee, Gänsedisteln
und Garten-Wolfsmilch. Ausläuferbildende Gartenflüchtlinge haben an
zahlreichen Stellen die mit Steinkanten befestigten Wegränder überwachsen,
z. B. Maiglöckchen, Schleifenblume und Steinbrech-Arten.
Zur wegseitigen Abgrenzung der Parzellen wurden hauptsächlich
Maschendrahtzäune, abschnittsweise auch traditionelle Holz-Hanichelzäune
von knapp 1 Meter Höhe verwendet. Auf ca. 15-20% der Weglänge sind die
Parzellengrenzen durch Schnitthecken mit Liguster, Flieder oder Thujen
gefasst. Unter den Zäunen wächst stellenweise Efeu zum Wegrand durch. Über
4 m hohe Gehölze sind in der gesamten Anlage nicht zu finden, auch
innerhalb der Parzellen herrschen Ziersträucher und sehr kleinkronige
Obstbäume vor. Auf der Nordost- und Südostseite grenzen jedoch
geschlossene Laubbaumreihen mit einer Wuchshöhe bis zu 20 m an. Entlang
der Lazarettstraße wird der ca. 1,5 m breite Randstreifen mit Gehölzaufwuchs
zu etwa einem Drittel von einem Krautsaum mit dominierenden Schöllkraut
eingenommen. Auf der Südwestseite neben dem Ernst-Henle-Weg fehlt
jeglicher Begrenzungssaum und auch entlang der Schachenmeierstraße ist
nur abschnittsweise ein fragmentarischer, sehr schmaler Krautsaum
entwickelt.
Südwestlich des Ernst-Henle-Wegs schließt eine annähernd 3.000 m2
große, neu angelegte Magerwiese mit zahlreichen seltenen Arten an. |
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Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
Turteltaube, Gartenrotschwanz, Haussperling (alle
BK 2000)
Moose und Flechten: nicht untersucht |
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Gehölze
Efeu, Liguster, Flieder, Thuja |
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Gräser und Kräuter
Giersch, Hundspetersilie, Acker-Gauchheil, Blaukissen, Taube Trespe,
Zaun-Winde, Acker-Glockenblume, Behaartes Schaumkraut, Lochschlund, Schöllkraut,
Maiglöckchen, Berg-Weidenröschen, Vierkantiges Weidenröschen,
Garten-Wolfsmilch, Wald-Erdbeere, Schleifenblume, Gewöhnlicher Rainkohl,
Damaszener Schwarzkümmel, Klatsch-Mohn, Winden-Knöterich, Kriechendes
Fingerkraut, Niederliegendes Mastkraut, Steinbrech, Klebriges Greiskraut,
Raue Gänsedistel, Gemüse-Gänsedistel, Kleinblütige Königskerze,
Wohlriechendes Veilchen, Wildes Stiefmütterchen |
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Problempflanzen = Invasive Neophyten (0,3%-Deckungsanteil)
Einjähriger Feinstrahl, Behaartes Knopfkraut, Gewöhnliche Nachtkerze,
Hornfrüchtiger Sauerklee, Aufrechter Sauerklee, Kanadische Goldrute,
Riesen-Goldrute |
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Fauna:
(s.o. gefährdete Arten)
Eichhörnchen, Zilpzalp, Girlitz (BK 2000), Graureiher (Nahrungsgast), Gänsesäger
(Nahrungsgast), Erdkröte, Bergmolch, Teichmolch, Teichfrosch |
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Besondere Strukturen
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Hohes Blütenangebot
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Naturnaher, eingewachsener Teich |
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Besondere Pflanzengesellschaften
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Gierschfluren/Knoblauchsraukensäume |