Aktuelles: Gänsesägerzählung an der Vergrämungsstrecke "Mittlere Isar in München" (13.2.2006)

Dem Sportanglerverein "Die Isarfischer e.V." ist es gelungen, vom Landratsamt München die Genehmigung zum Verscheuchen von Gänsesägern zu erhalten.  Fünf Mitglieder des Vereins haben den kleinen Waffenschein erhalten und dürfen die Erholungssuchenden einer Millionenstadt sowie viele Wasservögel, die zur Mauser und Rast an der Isar verweilen, tödlich erschrecken und vertreiben. Beim Gänsesäger wird es dazu führen, dass sich der Nahrungsbedarf erhöht und er einen anderen Bereich zum Fischen aufsuchen wird. Der Vogel frisst übrigens auch Fische, die für die Angler nicht interessant sind.

Ich habe mich an einem kalten Januartag (25.1.2006) oberhalb des Ismaninger Wehrs bis zur Leinthalerbrücke auf einer Strecke von ca. 12 km für 4-5 Stunden auf den Weg gemacht (länger als die Vergrämungsstrecke!). Wie gesagt, es war sehr kalt und alle umliegenden kleinen Fliessgewässer, Teiche und Weiher waren zugefroren - also für überwinternde und Brutvögel zur Nahrungssuche nicht verfügbar!

Insgesamt konnte ich an Gänsesägern lediglich 5 Männchen und 5 Weibchen bewundern.
Von einer Knallerei wären weiters betroffen gewesen:

- 50 Stockenten 
- 50 Blässrallen
- 40 Reiherenten
- 30 Krickenten
- 10 Schellenten
- 10 Tafelenten
-  9 Zwergtaucher
-  6 Schnatterenten
-  5 Höckerschwäne
-  4 Teichhühner
-  1 Wasseramsel
-  1 Gebirgsstelze
-  1 Kormoran

Ein einziger Kormoran ruhte sich auf einer Kiesinsel in Ufernähe aus und wäre leicht zu erschießen gewesen. Man möchte glauben, wir leben im Wilden Westen und nicht in unserem München

Kurt Bauer

siehe auch Münchner Biotope Innenstadt: Isar renaturiert (mehr)