Münchner Biotope: Grasfluren bei den Finanzämtern

Lage

Marsfeld, Marsstraße westlich Wredestraße, Freiflächen zwischen Deroy- und Arnulfstraße

Schutzstatus kein Schutzgebiet
Mü. Stadtbiotop Nr. nicht kartiert
Flächennutzung Sondergebiet (Verwaltung, Erziehung, Kultur), kleiner Bereich Allgemeine Grünfläche
Flächengröße ca. 4 ha

    

Typisches Stadtbiotop: Ständig wechselnde Störungen (Trampelpfade, Ablagerungen) verhindern eine langjährige Entwicklung des Blumenrasens im Bildvodergrund

  

Nährstoffliebender Krautsaum, artenreiche Gehölzpflanzung an Betonmauer

 
Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Die Bebauung des Münchner Marsfeldes im Bereich des heutigen Finanzamts begann bereits Anfang des 20. Jahrhunderts (vgl. Stadtplan Oscar Brun, 1916). Die jetzt vorhandenen Amtsgebäude sind im typischen Waschbetonstil der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts gebaut. Aus dieser Zeit dürften auch die umgebenden Grünanlagen stammen.
Der botanisch interessanteste Teil des untersuchten Bereiches findet sich beidseitig der Marsstr. zwischen der Wrede und der Deroystraße Dort wachsen in zwei 6 bzw. 10 m breiten, gut 200 m langen Straßenrandstreifen zweischürige Glatthaferwiesen. Dieser vom Glatthafer aufgebaute Wiesentyp ist in der Münchner Schotterebene außerordentlich selten. Innerhalb des Mittleren Rings dürfte es sich um den größten Bestand handeln. Leider war es in dieser Studie nicht möglich die Fläche auch auf die vorkommende Fauna zu untersuchen. Eventuell enthält die Fläche auch eine artenreiche Heuschreckenfauna. Begleitet werden die Wiesenstreifen von Baumreihen aus vorwiegend Spitz-Ahorn

Das Gelände des Münchner Finanzamts mit seinen umgebenden Freiflächen ist gegenüber der Marsstraße leicht erhöht und gegen die Straße mit einer Betonmauer abgegrenzt. Entlang der Mauer verläuft ein etwa 350 m langes, dichtes, stufig aufgebautes Laubgehölz aus zahlreichen, überwiegend heimischen Baum- und Straucharten.
Die große Freifläche am westlichen Ende der Deroystraße besteht im Wesentlichen aus einer mäßig arten- und nährstoffreichen, etwa 5-7mal jährlich gemähten Rasenfläche. Innerhalb des Rasens sind einige wenige, jüngere Einzelbäume gepflanzt. Im Nordteil der Freifläche finden sich vom Breit-Wegerich dominierte, lückige Trittrasen und nährstoffreiche Ruderalfluren. Im Frühjahr 2002 war dort ein Kieshaufen deponiert, der im Lauf des Sommers abgetragen wurde (s. Foto).
Die näher an die Gebäude grenzenden Bereiche der Grünfläche werden offensichtlich häufiger als zehnmal jährlich gemäht und sind entsprechend artenarm. Auf der Nordseite wurde ein ca. 2 m hoher, mit Gehölzen überschirmter Rasenhügel modelliert.
Im Zentrum des Finanzamtgeländes befindet sich ein ca. 100 m2 großes, ovales, naturfernes Stillgewässer mit abgeflachten Betonufern. In das Gewässer wurden einige naturschutzfachlich bedeutsame Pflanzenarten eingebracht, die auf der Südseite einen kleinen Röhrichtbestand, eine Schwimmblatt- und Unterwasservegetation bilden.

 
Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
(* = gepflanzt)
*Sibirische Schwertlilie, *Sanddorn
Moose und Flechten: nicht untersucht

Gehölze
Spitz-Ahorn, Rosskastanie, Blasenstrauch, Forsythie, Esche, Goldregen, Pappel, Vogel-Kirsche, Hohe Weide, Schwarzer Holunder
Gräser und Kräuter (* = gepflanzt)
*Kalmus, Giersch, Wollige Klette, Glatthafer, Gewöhnlicher Beifuß, Barbarakraut, Zaun-Winde, Wiesen-Flockenblume, Acker-Winde, Gewöhnliche Nelkenwurz, Mäuse-Gerste, Tüpfel-Johanniskraut, Gewöhnliches Ferkelkraut, *Gelbe Schwertlilie, Hopfenklee, *Ähren-Tausendblatt, *Seerose, Mittlerer Wegerich, Ampfer-Knöterich, *Teich-Simse, Acker-Senf, Gewöhnliche Rauke, Schwarzer Nachtschatten, Wiesen-Klee
Problempflanzen = Invasive Neophyten (3%-Deckungsanteil)
Schlanke Karde, Gewöhnliche Nachtkerze, Kanadische Goldrute, Schneebeere
Fauna: keine Daten
Besondere Strukturen
·         Trockenmauern mit Mauerspalten
·         Dichtes Gebüsch
Besondere Pflanzengesellschaften
·         Klettenfluren
·         Hackfrucht-Wildkrautgesellschaften