Münchner Biotope: Maximiliananlagen

Lage

Bogenhausen, westlich Maria-Theresia-Straße, zwischen Maximilianeum, Friedensengel und Neuberghausen (Max-Joseph Brücke)

Schutzstatus Landschaftsschutzgebiet (LSG)
Mü. Stadtbiotop Nr. 155
Flächennutzung Allgemeine Grünanlage
Flächengröße ca. 25 ha

Artenreiche Magerwiesen im Isarhang südwestlich von Neuberghausen


In der Hangquelle 
kommen Wasserkäfer 
und Köcherfliegen vor

Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Die Maximiliansanlagen wurden zwischen 1857 und 1861 von Karl von Effner angelegt. Der steile Isarhang war zuvor noch als Schafweide genutzt worden. Der Friedensengel, der heute als Wahrzeichen des Parks gilt, wurde zwischen 1896 und 1899 errichtet. Die Maximiliansanlagen schließen östlich an die Isarauen an. Die Anlagen sind auf einer 10-15 m hohen, steilen Terrassenkante der Isar und der bis zu 150 m breiten leicht welligen angrenzenden Hochfläche angelegt.
Eine naturräumliche Besonderheit der Maximiliansanlagen ist ein Quellhorizont. Trotz der starken Störungen und Veränderungen enthalten die Quellen immer noch Tier- und Pflanzenarten der Naturlandschaft, z.B. das Kalktuffmoos und typische Köcherfliegen und Wasserkäfer. Der entlang des Achtersees entlangführende Asphaltweg verläuft ungefähr parallel zum Schichtquellhorizont. Das aus mehreren mit Steinen gefassten Quellen austretende Wasser wird auf der Hangseite in einer Rinne hinter einer 50-80 cm hohen Nagelfluh-Stützmauer gesammelt und an drei Stellen mit Rohrdurchlässen unter dem Weg hindurchgeführt.

Der wasserreichste Abfluss stürzt hangabwärts in den Achtersee. Die Stützmauer wurde 2003 saniert und mit (durchnässtem) Lehm hinterfüllt. Diese Maßnahme war sicher kontraproduktiv für die unbedingt notwendige Renaturierung der Quellen. Wenige gefasste, teils verrohrte Hangquellen liegen auch südlich von Friedensengel/  Europaplatz. Sie speisen einen kleinen, am Hangfuß gelegenen Weiher mit klarem Wasser und einer Trauer-Weide am Ufer. Das abfließende Wasser versickert in einem angrenzenden flachen, schlammigen Teich. Südwestlich von Neuberghausen befindet sich am 25- 35° steilen Hang und Hangfuß eine ziemlich ausgedehnte artenreiche Wiese. An einigen Stellen ist diese Wiese sehr blütenreich. Unter anderem sind dort Knäuel-Glockenblume, Gewöhnlicher Augentrost, Rauer Löwenzahn und Tauben-Skabiose häufig. Teilbereiche der Wiese vor allem am Hangfuß sind durch freilaufende Hunde und dem Tritt von Parkbesuchern niedergedrückt. Das Grünland ist umrahmt von Gehölzbeständen mit einer dichten Strauchschicht aus meist nicht standortgerechten Arten. Die Gehölzsäume sind vollständig ausgemäht.

Vor allem südwärts grenzen im Bereich der Hangkante sehr dickstämmige Bäume an, vorwiegend Buchen, aber auch Eschen und Spitz-Ahorne. Oberhalb des Achtersees, südöstlich des Friedensengels und auch nördlich des Maximilianeums befinden sich zahlreiche Eiben, die einige mehrere hundert Quadratmeter große düster wirkende Reinbestände bilden. Der Eibenbestand am Maximilianeum ist bis zu 10 m hoch und sehr alt, die Koniferen haben Stammdurchmesser bis zu 40 cm! Wahrscheinlich stammt ein Großteil des Baumbestandes noch aus der Gründungszeit des Parks (vor ca. 140 Jahren).
Oberhalb der Hangkante befindet sich südlich und nördlich des Friedensengels ein Altbaumbestand mit einigen Auflichtungen, die kleine Scher- und Blumenrasen beherbergen. Nur kleinflächig sind typische Waldboden-Krautfluren mit Wald-Zwenke und Wald-Segge erhalten geblieben, da zu häufig gemäht wird. Auch die Moosrasen und das ziemlich nährstoffarme Grünland im Umfeld des Friedensengels werden unnötig oft gemäht. Der an sich reiche Strauchbewuchs mit hohem Anteil der Alpen-Johannisbeere und Schneebeere ist überall radikal ausgelichtet worden. Dichtes Gebüsch findet man nur noch auf höchstens 10 m Breite am Rand entlang der Maria-Theresia-Straße.

Südlich des Friedensengels bis zum Kabelsteg findet man am Steilhang reichlich natürlichen Jungwuchs von Spitz-Ahorn und Eschen, lokal auch Eiben unter dem Laubbaum-Altbestand. Vor allem südwestlich des Maximilianeums gibt es noch einige ungemähte Knoblauchsraukenfluren, auf der nördlich angrenzenden Hangkante eine Fettwiese.

Artenzusammensetzung
Gefährdete Arten
Grünspecht, Eibe;
Moose und Flechten: nicht untersucht

Gehölze
Feld-Ahorn, Spitz-Ahorn, Moor-Birke, Hainbuche, Kornelkirsche, Blutroter Hartriegel, Buche, Forsythie, Esche, Liguster, Schwarz-Kiefer, Ahornblättrige Platane, Pappel, Stiel-Eiche, Berg-Johannisbeere, Schwarzer Holunder, Winter-Linde, Sommer-Linde, Berg-Ulme

Gräser und Kräuter
Gewöhnliche Schafgarbe, Giersch, Gewöhnlicher Frauenmantel, Knoblauchsrauke, Wiesen-Kerbel, Meerrettich, Wald-Zenke, Knäuel-Glockenblume, Rundblättrige Glockenblume, Wald-Segge, Wiesen-Flockenblume, Zimbelkraut, Rasen-Schmiele, Wiesen-Augentrost, Rot-Schwingel, Wiesen-Labkraut, Echte Nelkenwurz, Gundermann, Wiesen-Bärenklau, Mauer-Habichtskraut, Acker-Witwenblume, Weiße Taubnessel, Wiesen-Platterbse, Rauer Löwenzahn, Pastinak, Große Bibernelle, Hain-Rispengras, Wiesen-Sauerampfer, Tauben-Skabiose, Gewöhnliches Leimkraut, Goldhafer

Problempflanzen = Invasive Neophyten (0,5%-Deckungsanteil):
Robinie, Kanadische Goldrute, Schneebeere

Besondere Pflanzengesellschaften
·         Kalktuffgesellschaften
·         Gierschfluren/Knoblauchsraukensäume

Fauna (Auswahl auffälliger Arten)
Reiherente, Waldkauz, Grünspecht, Waldlaubsänger, Grauschnäpper, Kernbeisser, Grasfrosch (alle BK 1998), Eichhörnchen, Zilpzalp, Zaunkönig, Nachtigall-Grashüpfer

Besondere Strukturen
·         Kalktuff-Quellen
·         Markantes Oberflächenrelief
·         Hohes Blütenangebot
·         Dichtes Gebüsch
·         Dickstämmige Bäume (> 75 cm Durchmesser in 1 m Höhe)